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Diegem verliert das Elfmeterschießen - und ein Halbfinale für die Ewigkeit

Liga-Pokal (Challenger League) | Halbfinale - Rückspiel | 05.08.26 | Diegem Sport - RFC Seresien 5:7

Was für ein Abend im Liga-Pokal der Challenger League: 16.000 Zuschauer sahen im Halbfinal-Rückspiel zwischen Diegem Sport und RFC Seresien ein Fußballspiel, das sich irgendwann offenbar weigerte, regulär zu enden. Nach 120 Minuten stand es 2:3, im Elfmeterschießen setzte sich RFC Seresien schließlich mit 7:5 durch. Für Diegem blieb damit nur die Erkenntnis, dass man auch mit mehr Ballbesitz und reichlich Mut sehr gründlich verlieren kann.

Anstoß war um 19 Uhr, doch die Gäste benötigten kaum Zeit, um die Partie auf Betriebstemperatur zu bringen. Bereits in der 9. Minute traf Louis Van Bocxlaer für Seresien. Der linke Verteidiger schaltete sich nach vorne ein und sorgte dafür, dass Diegems offensive Grundhaltung zunächst eher wie eine Einladung wirkte. "Wir wollten mutig auftreten", sagte Trainer Alex Pleuger später sinngemäß. "Dass wir dabei so früh treffen, war natürlich angenehmer, als wenn nur der Mut übrig bleibt."

RFC Seresien blieb am Drücker. Wout Staes, der schon in der Anfangsphase mehrfach auf das Tor schoss, erhöhte in der 19. Minute auf 2:0. Die Vorarbeit kam von Louis Van Herck. Die Gäste kombinierten nicht spektakulär, aber wirkungsvoll - jene unangenehme Art von Fußball, bei der der Gegner stets einen Schritt zu spät kommt und der Zuschauer bald überlegt, ob das eigene Team vielleicht eine geheime zweite Halbzeit plant.

Diegem antwortete prompt. In der 21. Minute verkürzte Gilles Strylemans nach Zuspiel von Dylan Henderickx. Plötzlich war das Stadion wieder da, und RFC Seresien bekam zu spüren, dass 16.000 Menschen durchaus lauter werden können als jede taktische Anweisung von der Seitenlinie. "Nach dem Anschlusstreffer war die Energie sofort zurück", lautete Strylemans’ sinngemäße Einschätzung.

In der 34. Minute glich Milan Drageljevic für Diegem aus, Necati Arat lieferte die Vorlage. Das Heimteam hatte nun 53,6 Prozent Ballbesitz und spielte weiter offensiv, allerdings mit dem bekannten Pokalproblem: Der Ball gehört einem, die Ruhe leider nicht immer. Kurz vor der Pause schlug Seresien erneut zu. Jorge Maniche erzielte in der 45. Minute das 3:2, vorbereitet von Pierre Van Roost. Halbzeit. Die Gäste führten, Diegem hatte mehr vom Ball - ein klassischer Beweis dafür, dass Fußball Statistiken gern höflich ignoriert.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Diegem kam insgesamt auf 15 Torschüsse, RFC Seresien sogar auf 23. Die Gäste verteidigten mit zunehmender Spieldauer tiefer und setzten auf kontrollierte Gegenstöße. Trainer Pleuger stellte seine Mannschaft in der Schlussphase defensiver ein, verlangte aber weiterhin hohen Einsatz. Diegem blieb offensiv ausgerichtet und schoss aus aussichtsreichen Positionen, doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.

Auch in der Verlängerung blieb Seresien gefährlicher. Jordan Thiry, der in der 83. Minute für Maniche gekommen war, beschäftigte Diegems Abwehr mehrfach. Die Gastgeber warfen alles nach vorn, fanden aber keinen Weg durch die letzte Reihe. Nach 120 Minuten war klar: Dieses Halbfinale würde vom Punkt entschieden - dem Ort, an dem Fußballer plötzlich versuchen, ihre Nerven mit einem ruhigen Gesichtsausdruck zu überreden.

Dylan Henderickx scheiterte als erster Diegemer, Wout Staes verwandelte für Seresien. Auch Milan Drageljevic verpasste, während Pierre Van Roost traf. Necati Arat und Stef Lisabeth hielten Diegem anschließend im Rennen, doch RFC Seresien blieb nervenstärker. Laurens Van Gheem und Jordan Thiry verwandelten, Antoine Veesaert verschoss zwar für die Gäste, doch Maxime Lekens traf für Diegem. Damit war der 7:5-Erfolg von RFC Seresien besiegelt.

Diegem hatte mehr Ballbesitz, RFC Seresien mehr Abschlüsse - und am Ende das bessere Rezept für den Pokalabend. Alex Pleuger durfte zufrieden bilanzieren: "Wir haben gelitten, aber wir sind weiter." Das ist im Fußball oft die eleganteste Formulierung für: Hauptsache gewonnen.

05.08.2026 19:52
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