De Standaard
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Diegem Sport stürmt vergeblich - Namur gewinnt mit einem Konter

Challenger League | 13. Spieltag | 23.08.26 | Diegem Sport - Namur United 0:1

Um 22.20 Uhr war im Stadion von Diegem die große Frage beantwortet - und vermutlich zugleich die Geduld von 16.000 Zuschauern auf eine harte Probe gestellt: Namur United gewinnt am 13. Spieltag der Challenger League mit 1:0 (1:0). Die Gäste benötigten dafür ein Tor, sechs Torschüsse und eine bemerkenswert robuste Verteidigung. Diegem Sport brachte es auf 17 Abschlüsse, 60,1 Prozent Ballbesitz - und keinen Treffer. Fußball kann manchmal ein ausgesprochen unhöflicher Gastgeber sein.

Dabei begann der Abend um 20.30 Uhr durchaus vielversprechend. Diego Mendes prüfte bereits in der zweiten Minute die Aufmerksamkeit der Diegem-Abwehr, wenig später tauchte Namur erneut gefährlich auf. Kai Locklear, der schon in der siebten Minute auf das Tor schoss, sollte schließlich zur entscheidenden Figur werden.

In der 12. Minute schlug Locklear zu. Der Rechtsaußen von Namur United traf zum 1:0 und verwandelte den zunächst eher kontrollierten Gästeplan in eine komfortable Angelegenheit. Namur hatte sich taktisch für eine ausgewogene Grundordnung, lange Pässe und schnelle Gegenstöße entschieden. Diegem dagegen wollte den Ball, die Initiative und offenbar auch die Kontrolle über das Spiel. Nur das Tor blieb auf der Wunschliste.

"Wir wollten geduldig bleiben und auf unsere Momente warten", sagte Namurs Trainer Jose Delgardo nach dem Spiel sinngemäß. "Zum Glück kam einer dieser Momente früh. Danach mussten wir vor allem verteidigen - und hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, 17 Torschüsse seien automatisch besser als sechs." Ein Satz, den man sich in Fußballkabinen durchaus einrahmen könnte.

Diegem reagierte mit Wucht. Maxime Lekens schoss in der sechsten und 26. Minute, Cyril De Bilde versuchte es gleich mehrfach. In der neunten, 13., 38. und 48. Minute blieb er jedoch ebenso erfolglos wie später in der 56., 72. und 82. Minute. De Bilde entwickelte sich damit zum fleißigsten Besucher des Namurer Strafraums - leider ohne Eintrittskarte ins Tor.

Auch Rui Gama von der rechten Abwehrseite mischte sich offensiv ein, Anthony Van Laecken und Romain Henderickx suchten ihr Glück. Die Heimelf kombinierte, schob nach und hielt den Ball über weite Strecken in den eigenen Reihen. Auf der Tribüne dürfte irgendwann der Eindruck entstanden sein, Namurs Torhüter Jamie Malfoy habe den Ballbesitzanteil von Diegem persönlich organisiert, damit er wenigstens etwas zu tun bekam.

Doch Namur blieb seinem Konzept treu: nicht überhastet werden, lange Bälle spielen, bei Gelegenheit kontern. Die Gäste standen kompakt und ließen sich auch von Diegems Überlegenheit nicht aus der Ruhe bringen. "Wir hatten oft den Ball, aber Namur hatte leider die wichtigere Idee", lautete die sinngemäße Einschätzung aus dem Diegem-Lager. Der Name des Heimtrainers ist in den vorliegenden Spieldaten nicht angegeben; an der Seitenlinie dürfte die Analyse dennoch ungefähr so ausgesehen haben: mehr Druck, mehr Abschlüsse, bitte irgendwann ein Tor.

Nach der Pause änderte sich am Grundbild wenig. Diegem drängte, Namur verteidigte. Stef Lisabeth, Gauthier Strylemans und Olivier Speeck reihten sich in die Liste der erfolglosen Schützen ein. Namur musste zudem den verletzten Gabriel Mattson in der 64. Minute ersetzen. Ferenc Klausz kam ins Spiel, später folgten Dieter Wagner und Olivier Daens. Die Gäste wechselten also frische Beine ein, während Diegem weiter am verschlossenen Tor rüttelte.

Gelbe Karten für Namurs Liam Lindstrom und Haim Pines-Paz sowie für Anthony Van Laecken und Rui Gama zeigten, dass es keineswegs gemütlich zuging. Am Ende aber blieb es beim einzigen Treffer des Abends. Namur United siegt 1:0 - mit weniger Ball, weniger Abschlüssen, aber dem entscheidenden Argument. Diegem darf immerhin 60,1 Prozent Ballbesitz mit nach Hause nehmen. Wenn daraus Punkte werden, war der Abend vielleicht doch nicht ganz umsonst.

24.08.2026 08:34
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