Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Devils siegen spät - Bozsik lässt Old Trafford beben

Es war einer dieser Manchester-Abende, an denen der Regen nicht fällt, sondern schwebt, die Flutlichter glitzern und 43.621 Fans das Gefühl haben, dass heute irgendetwas passieren muss - auch wenn 77 Minuten lang kaum etwas passiert. Am Ende war es Jeno Bozsik, der 21-jährige Mittelfeldmotor der Manchester Devils, der die Nerven behielt und seinem Team den späten 1:0-Sieg gegen den FC Southampton bescherte.

Bis zu diesem Moment war es ein Geduldsspiel im Old Trafford - pardon, im "Devil’s Den", wie die Fans ihr Stadion nennen. Die erste Halbzeit verlief, als hätten beide Trainer sich heimlich auf ein Unentschieden geeinigt. Manchester hatte mehr Ballbesitz (52 Prozent) und mehr Torschüsse (zehn zu zwei), aber das Ergebnis zur Pause lautete nüchtern 0:0 - zum Leidwesen der Heimfans, die schon in der 19. Minute kollektiv aufsprangen, als Christopher Bancroft aus 20 Metern abzog. Der Ball ging drüber, und ein älterer Herr auf der Tribüne brummte: "Wenigstens hat er’s versucht, der Junge."

Trainer Ronnie Ekström stand an der Seitenlinie wie ein Dirigent, der sein Orchester nicht so recht zum Klingen bringt. "Wir wollten geduldig bleiben, aber irgendwann wollte ich einfach nur, dass einer mal draufhält", erklärte Ekström später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Erleichterung und leichter Verzweiflung lag.

Southampton-Coach Michael Böning dagegen hatte seine Elf defensiv eingestellt. Die Gäste lauerten auf Konter, spielten lange Bälle, und wenn sie mal in die Nähe des gegnerischen Strafraums kamen, dann war’s meist Jan Ovesen, der versuchte, das Unmögliche möglich zu machen. Zwei Schüsse in 90 Minuten - das ist nicht viel, aber einer davon zwang Devils-Keeper Amram Hanegbi immerhin zu einer sehenswerten Flugeinlage in der 68. Minute.

Das Spiel kippte endgültig, als Ekström in der 54. Minute den jungen Jacinto Alvaro brachte. Der rechte Außenverteidiger, quirlig wie ein Espresso auf zwei Beinen, brachte frischen Wind - und 24 Minuten später wäre er der gefeierte Held gewesen, hätte Bozsik ihm nicht die Show gestohlen. Denn in der 78. Minute kam genau dieser Alvaro über die rechte Seite, zog eine scharfe Flanke in die Mitte, und Bozsik rauschte heran, als hätte er noch ein Date mit dem Tornetz. Der Ball zappelte im Winkel, das Stadion explodierte.

"Jacinto hat’s mir leicht gemacht", grinste Bozsik nach dem Spiel, noch immer halb ungläubig. "Ich hab einfach gehofft, dass keiner im Weg steht - und diesmal war’s wirklich keiner." Neben ihm klopfte Kapitän Jamie Kirwan auf die Schulter und ergänzte trocken: "Endlich trifft mal einer von den Jungen. Vielleicht dürfen sie jetzt öfter schießen."

Southampton reagierte spät, brachte mit Dusko Pantelic einen 18-jährigen Flügelspieler, der prompt versuchte, das Spiel herumzureißen. Aber die Devils standen nun dicht gestaffelt, aggressiv, mit starkem Pressing - laut Statistik am Ende sogar mit 57 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Die Gäste wirkten müde, vielleicht auch frustriert. Liam Allington sah in der 70. Minute Gelb, nachdem er Bozsik unsanft gebremst hatte; Böning schüttelte nur den Kopf. "Das war kein böses Foul, eher ein Zeichen, dass wir alle etwas spät dran waren", sagte er hinterher mit Galgenhumor.

In der Nachspielzeit durfte Ovesen noch einmal ran. 93. Minute, halbrechte Position, Schuss aufs Tor - aber Hanegbi war wieder da, sicher wie ein Tresor. Danach pfiff der Schiedsrichter ab, und die Devils feierten, als hätten sie gerade die Liga gewonnen.

"Ein dreckiger Sieg, aber ein verdienter", fasste Ekström zusammen. "Wir haben gekämpft, wir haben gedrückt, und am Ende hat uns das Glück zulächelt. Vielleicht auch nur, weil wir so freundlich gefragt haben."

Während die Fans jubelten und Bozsik mit einer roten Fahne über das Feld lief, murmelte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne: "Früher hat man solche Spiele 0:0 genannt. Heute heißt das Taktik."

Ein bisschen Wahrheit steckt wohl in beidem. Aber wenn am Ende die Devils gewinnen, interessiert die Statistik ohnehin nur für den nächsten Morgenkaffee.

Und so verließen die 43.621 Zuschauer das Stadion mit einem zufriedenen Grinsen - nass, heiser, aber glücklich. Fußball kann manchmal grausam langweilig sein. Doch wenn ein 21-Jähriger namens Jeno Bozsik in der 78. Minute plötzlich beschließt, das Drehbuch umzuschreiben, erinnert man sich wieder daran, warum man gekommen ist.

Oder, wie ein Fan es auf den Punkt brachte, als er sich den Schal wieder überzog: "Ein Tor? Reicht. Wir sind Manchester."

25.06.643993 16:13
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand:
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager