Tuttosport
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Derthona verschenkt Sieg gegen Udinese - ein 2:2, das weh tut

Es war ein lauer Frühlingsabend in Tortona, doch auf dem Rasen des Stadio Fausto Coppi ging es heiß her. 43.353 Zuschauer sahen ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Dramatik, Emotion - und am Ende ein Ergebnis, das keiner so recht glauben wollte. Derthona und der FC Udinese trennten sich 2:2, doch das fühlte sich für die Gastgeber eher wie eine Niederlage an.

Von Beginn an war klar, dass Max Italys Mannschaft an diesem 26. Spieltag der 1. Liga Italien etwas vorhatte. Mit einer klar offensiven Marschroute und 16 Torschüssen (Udinese kam gerade einmal auf 7) rollte Welle um Welle auf das Tor von Luca Lange zu. Bereits in der 9. Minute prüfte Mattia Tomasi den Keeper, der mit einer Flugeinlage parierte, die wohl nur noch in Zeitlupe wirklich elegant aussah.

In der 28. Minute war es dann soweit: Cesare Centrale, Derthonas Dauerbrenner im rechten Sturm, verwandelte nach Vorlage von Salvatore Centrache eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten - der Ball wollte rein, ich auch", grinste Centrale nach dem Spiel. Mit seinem typischen, leicht schiefen Lächeln ergänzte er: "Vielleicht war’s nicht schön, aber effektiv."

Udinese wirkte überfordert, kam kaum aus der eigenen Hälfte. Trainer Emiliano Dicetutto stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen, als wolle er das Spiel hypnotisieren. "Wir waren nicht wach", gab er später zu, "aber manchmal hilft ein Nackenschlag, um sich zu erinnern, dass man lebt."

Nach der Pause kam Udinese tatsächlich wie verwandelt zurück. In der 52. Minute traf Enrico Acri, nach feinem Zuspiel von Daniel Galili, zum 1:1. Ein Treffer, der Derthonas Abwehr eiskalt erwischte - und das Publikum kurzzeitig zum Schweigen brachte. Doch nur fünf Minuten später meldete sich wieder Cesare Centrale zu Wort - diesmal nach Flanke von Linksverteidiger Dario Marino. 2:1, höchste Ekstase, Bengalos auf den Rängen, und Trainer Italy sprang an der Seitenlinie so hoch, dass man fast um seine Hose fürchtete.

Doch dann kam die 67. Minute, und mit ihr der stille Dieb der Punkte: Filipe Makukula. Der erfahrene Rechtsaußen, gerade noch in einer hitzigen Diskussion mit seinem Trainer, zog nach Vorarbeit von Andras Kohut ab - unhaltbar. 2:2. Und mit einem Mal war Derthonas Spielfreude dahin.

Die letzten zwanzig Minuten waren ein einziger Angriffswirbel der Heimmannschaft. La Rosa, Albi, Centrache - alle versuchten sich an der Heldenrolle, doch entweder stand der Pfosten im Weg oder Udineses Keeper Lange wuchs über sich hinaus. Der junge Centrache schüttelte nach dem Schlusspfiff den Kopf: "Wir wollten den Sieg mehr, aber Fußball ist manchmal eine Laune des Zufalls. Oder des Torwarts."

Statistisch gesehen war alles klar: 56 Prozent Ballbesitz, mehr als doppelt so viele Torschüsse, bessere Zweikampfquote. Doch die Anzeigetafel blieb unbestechlich - 2:2. Trainer Italy versuchte, Fassung zu wahren: "So ist Fußball. Wir hätten’s schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen. Stattdessen laden wir sie zum Kaffee ein - mit zwei Toren als Keksen."

Auf der anderen Seite war man mit dem Punkt hochzufrieden. Dicetutto lobte sein Team: "Wir haben Moral gezeigt. Das war kein schönes Spiel, aber ein ehrliches. Und ehrlich gesagt: Ich nehme den Punkt gern mit."

In der Nachspielzeit gab’s noch Gelb für Dario Marino, der sich mit einem rustikalen Einsteigen verabschiedete - wohl auch aus Frust. Kurz darauf wechselte Italy noch den 18-jährigen Valerio Frascineto ein, symbolisch für den Glauben an die Zukunft, während die Gegenwart gerade entglitt.

Als die Spieler schließlich in die Kabinen trotteten, blieb ein Gefühl von verpasster Gelegenheit in der Luft hängen. Derthona war die bessere Mannschaft - und doch reichte es nicht. Vielleicht, weil Udinese cleverer war. Vielleicht, weil Fußball manchmal einfach nicht gerecht ist.

"Wenn du viermal frei vor dem Tor bist und zwei machst, dann ist das halb gut", murmelte ein enttäuschter Fan auf der Tribüne, bevor er seine Fahne einrollte. Halb gut trifft es wohl am besten.

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Derthona zeigte, dass Offensivfußball schön, aber nicht immer siegreich ist. Udinese dagegen bewies, dass man mit Geduld, Effizienz und einem Hauch Glück selbst gegen stürmische Gastgeber bestehen kann.

Vielleicht sagte es Max Italy am treffendsten, als er den Platz verließ: "Wir haben zwei Punkte verloren - und eine Lektion gewonnen."

Man darf gespannt sein, ob sie diesmal auch gelernt wird.

07.07.643993 05:50
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Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni
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