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Derthona kämpft tapfer - doch Liverpool stiehlt den Sieg in der Schlussphase

Es war einer dieser Europapokal-Abende, an denen selbst die Sitzschalen im Stadion vibrieren. 71.550 Zuschauer in Derthona - ein Rekord für die kleine Arena im Piemont - sahen ein leidenschaftliches Achtelfinal-Hinspiel, in dem die Gastgeber den großen Liverpool Reds alles abverlangten. Am Ende aber setzte sich die Routine der Engländer durch. 1:2 (0:0) lautete das Ergebnis, das Derthonas Trainer Max Italy später als "ärgerlich, aber lehrreich" bezeichnete.

Dabei begann der Abend mit einer Portion italienischem Temperament: Schon in der zweiten Minute holte sich Dario Albanese die erste Gelbe Karte des Abends ab - "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", grinste der Linksverteidiger nach Spielende. Danach rieben sich die Reds verwundert die Augen, denn Derthona spielte keineswegs den underdoghaften Catenaccio, den viele erwartet hatten. Mit 57 Prozent Ballbesitz und sicherem Passspiel hielten sie das Geschehen in der ersten Halbzeit weitgehend in der Hand.

Liverpool, von Coach Kurt Kaiser gewohnt offensiv eingestellt, suchte sein Glück in schnellen Umschaltmomenten über Filipe Arias und den quirlig-wuseligen Ryan Winston. Beide prüften früh Torhüter Salvatore Tiriolo, der sich mit fliegenden Paraden in die Herzen der Heimfans hechtete. "Ich hatte heute Spinnenarme", witzelte der Schlussmann später.

Doch trotz beiderseitiger Chancen - acht Schüsse für Derthona, dreizehn für Liverpool - blieb es bis zur Pause torlos. Derthonas Trainer Italy gestikulierte wild an der Seitenlinie, während Kaiser ruhig wirkte, fast zu ruhig. "Ich wusste, dass wir Geduld brauchen", erklärte der Liverpool-Coach. "In Italien dauert der Espresso manchmal auch länger - aber er wirkt."

Die zweite Hälfte begann ähnlich ausgeglichen, ehe die Partie in der 70. Minute eine dramatische Wendung nahm. Liverpool wechselte doppelt: Der erfahrene Giulio Lorusso kam für den müden Jörn Kofod, und Alessandro Marcedusa ersetzte den jungen Lucas Ward. Drei Minuten später zahlte sich diese Routine aus. Winston, der bis dahin schon mehrfach den Abschluss gesucht hatte, setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte punktgenau auf Lorusso. Kopfball, Tor, 0:1 - eiskalt, wie ein englischer Winterregen.

Doch Derthona antwortete sofort. Nur eine Minute nach dem Rückstand zündete Pietro Coeli auf der linken Seite den Turbo, zog nach innen und versenkte den Ball mit einem satten Schuss ins lange Eck. Cristian La Rosa hatte den Angriff mit einem feinen Pass eingeleitet. Das Stadion explodierte, die Tribünen bebten, und Coeli riss die Arme in den Himmel. "Ich hab’ einfach draufgehalten", sagte er später und lachte, "vielleicht war’s der Adrenalin-Espresso, von dem der Trainer gesprochen hat."

Das 1:1 hielt jedoch nicht lange. Die Reds, nun mit frischem Mut, rollten wieder an. In der 79. Minute folgte der nächste Nadelstich: Linksverteidiger Callum Hawn zog nach vorn, flankte scharf - und Ewan Burton verlängerte per Volley ins Netz. 1:2, und diesmal blieb Derthona die Antwort schuldig. Die letzten Minuten waren ein Sturmlauf der Italiener, doch weder Edoardo Uffugo noch Cesare Centrale konnten Keeper Charlie Leachman überwinden.

Ein kurzer Schreckmoment folgte in der 74. Minute, als Winton nach einem Zweikampf verletzt ausgewechselt werden musste. Trainer Kaiser gab Entwarnung: "Er hat nur einen Schlag abbekommen - nichts, was eine englische Wärmflasche und eine Tasse Tee nicht heilen können."

Statistisch gesehen hatte Derthona mehr vom Spiel, Liverpool aber den kühleren Kopf. Während die Italiener oft den Ball laufen ließen, wirkten die Reds im letzten Drittel einfach zielstrebiger. Ihre 13 Torschüsse fanden zweimal den Weg ins Ziel - und das genügte.

Nach dem Schlusspfiff applaudierte das Publikum beiden Teams. Max Italy klopfte seinem Torhüter auf die Schulter, während Kurt Kaiser verschmitzt grinste. "Ein gutes Hinspiel", meinte er, "aber wir wissen, dass Derthona im Rückspiel heiß sein wird. Und heißes italienisches Temperament - das kann gefährlich werden."

Bleibt also alles offen für das Rückspiel an der Anfield Road. Derthona hat bewiesen, dass es mit den Großen mithalten kann. Vielleicht fehlte nur ein Quäntchen Glück - oder, wie die Fans auf den Rängen meinten, "ein Schuss mehr Mut und ein Schuss weniger Respekt". Doch wenn Fußball eine Oper wäre, dann hat Derthona an diesem Abend zumindest die Arie der Leidenschaft gesungen - und Liverpool die kühle Zugabe geliefert.

30.09.643987 18:13
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Ich habe keine Probleme mit Werner Lorant mal ein Bier zu trinken - oder auch mal ein Kaugummi zu kauen.
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