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Derby-Drama in Saarbrücken: Theo Malfoy dreht das Spiel in der Nachspielzeit

Es war eine dieser Nächte, die man in Saarbrücken nicht vergisst. Montagabend, Flutlicht, 3.637 Zuschauer, zwei Teams aus derselben Stadt - und am Ende ein junger Stürmer, der plötzlich zum Helden wird. Der FC Saarbrücken gewann das Stadtderby gegen die Sportfreunde Saarbrücken mit 2:1 (0:1), dank zweier Tore von Theo Malfoy, der sich damit in die Herzen der Heimfans schoss.

Dabei hatte es zunächst gar nicht danach ausgesehen. Die Sportfreunde, trainiert von Thomas Kurz, wirkten in der Anfangsphase wacher, bissiger und - man muss es sagen - cleverer. In der 22. Minute war es Tom Sauer, der nach Vorarbeit von Maximilian Schulze das 0:1 erzielte. Ein trockener Schuss ins lange Eck, und plötzlich war es mucksmäuschenstill im Ludwigspark. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Sauer später. "Der Ball ging gut rein, und für zehn Minuten fühlte ich mich wie ein Star."

FC-Coach Carsten Altmeyer sah das naturgemäß anders. "Wir haben uns in der ersten Halbzeit selbst ins Knie geschossen", knurrte er beim Pausentee. Und tatsächlich, seine Mannschaft hatte Chancen - und wie. 14 Schüsse aufs Tor standen am Ende zu Buche, doch bis zur Pause wollte keiner rein. Marc Albacar scheiterte mehrfach, David Mai köpfte drüber, und Theo Malfoy verzog aus fünf Metern. Auf der Tribüne raunte einer: "Der trifft heut nix - oder alles."

Dann kam die 53. Minute, und mit ihr die Erlösung. Mai tankte sich durchs Zentrum, legte quer, und Malfoy schob ein. 1:1, endlich. Das Stadion erwachte, und plötzlich war Druck im Kessel. "Ich wusste, dass Theo irgendwann einen reinmacht", sagte Mai später. "Er hat im Training schon so viele Chancen versemmelt - das musste ja irgendwann kippen."

Kurz danach wurde die Partie ruppiger. Berndt Grimm, gerade mal 17, hatte schon in der ersten Hälfte Gelb gesehen und kämpfte sichtlich an der Grenze. "Ich dachte, er fliegt gleich vom Platz", raunte ein Ordner. Stattdessen blieb er auf dem Feld - und sollte noch wichtig werden. Denn in der Nachspielzeit, als die meisten schon mit einem 1:1 rechneten, startete Grimm einen dieser Läufe, die man nur mit jugendlichem Leichtsinn und frischen Beinen macht. Er flankte von links, Malfoy kam angerauscht - und drückte das Leder in der 91. Minute über die Linie. 2:1. Der Rest war Jubel, Tränen, Bierdusche.

"Ich hab kaum noch was gesehen, ehrlich", lachte Malfoy nach dem Spiel. "Berndt hat einfach geflankt, ich hab den Kopf hingehalten - und dann war’s drin. Der Rest ist ein bisschen verschwommen."

Die Sportfreunde wirkten da schon wie ein Team, das nicht recht wusste, wie ihm geschah. Trainer Kurz stand stoisch an der Linie, während seine Spieler gelbe Karten sammelten wie Briefmarken: Ruthven (54.) und Schulze (80.) sahen Gelb, und auch beim FC blieb Zizinow (58.) nicht ungeschoren. "Das war kein böses Spiel, aber ein emotionales", meinte Kurz, "die Jungs wollten’s zu sehr. Und dann verlierst du so ein Derby halt."

Statistisch war der FC Saarbrücken überlegen: 58 Prozent Ballbesitz, doppelt so viele Torschüsse, mehr gewonnene Zweikämpfe. Aber Zahlen erzählen eben nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte bestand aus Nerven, Leidenschaft und einem jungen Mann mit einem Namen, den man sich merken sollte.

Auch Trainer Altmeyer konnte sich am Ende ein Lächeln nicht verkneifen. "Ich hab Theo in der Halbzeit gefragt, ob er eigentlich weiß, wo das Tor steht. Er meinte: ’Ich find’s schon noch.’ Tja, hat er."

Ein kleiner Wermutstropfen war die Verletzung von Fabian Martens kurz vor der Pause. Der 19-jährige Innenverteidiger humpelte vom Platz, später kam Entwarnung: nur eine Prellung. "Ich wollte weiterspielen", sagte Martens tapfer, "aber der Doc meinte, ich soll lieber nicht wie ein Held enden, sondern wie ein gesunder Mensch."

Als der Schlusspfiff ertönte, lag eine Mischung aus Erleichterung und Ekstase über dem Stadion. Die Fans sangen, Trainer Altmeyer wurde fast auf den Rasen getragen, und Theo Malfoy verschwand in einer Traube aus Mitspielern und Kameras.

"Es war ein hartes Stück Arbeit", fasste Altmeyer zusammen. "Aber genau so muss ein Derby sein: dreckig, laut und mit einem Happy End für uns."

Und wer weiß - vielleicht wird man in Saarbrücken irgendwann sagen: Das war die Nacht, in der ein gewisser Theo Malfoy das Stadtderby entschied. Ganz ohne Zauberstab, aber mit einem ziemlich magischen linken Fuß.

22.11.643993 16:19
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