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Derby-Drama in Manchester: Devils besiegen Blues 2:1 nach hitzigem Fight

Wenn in Manchester die Stadtgrenzen im eigenen Stadion verlaufen, ist Feuer garantiert - und am 33. Spieltag der 1. Liga England brannte Old Trafford (oder sagen wir: das rot getränkte Pendant davon) lichterloh. 53.049 Zuschauer sahen ein Derby, das alles bot, was man zwischen Currywurst und kaltem Bier so braucht: Tore, Karten, Drama - und ein gewisses Maß an theatralischer Empörung. Am Ende jubelten die Manchester Devils über ein 2:1 gegen die Manchester Blues, die zwar mehr Ballbesitz hatten (53,7 %), aber die entscheidenden Momente verschliefen.

"Das war kein Spiel für schwache Nerven", japste Devils-Coach Reto Klopfenstein nach dem Schlusspfiff. "Eher was für Leute mit Defibrillator in Griffweite." Und recht hatte er. Schon in der 27. Minute gingen die Blues in Führung - ausgerechnet durch Innenverteidiger Xavier Nani, der nach einer Ecke von Ophir Naot aus dem Gewühl heraus einnetzte. "Ich hab einfach den Fuß hingehalten", grinste Nani später, "und gehofft, dass keiner merkt, dass ich eigentlich gar nicht wusste, wo der Ball ist."

Doch wer glaubte, die Devils würden in Panik verfallen, irrte. Das Team, taktisch gewohnt offensiv eingestellt, schaltete einen Gang hoch. Vor allem der junge Jeno Bozsik (20) zeigte, warum ihm die Fans schon den Spitznamen "Boz the Boss" verpasst haben. Kurz vor der Pause (41.) zog er zentral ab, nachdem der 19-jährige Heinz Haase ihm den Ball perfekt aufgelegt hatte - und traf flach ins linke Eck. 1:1, und das Stadion bebte. "Heinz hat mir den Ball so serviert, als wär’s ein Sonntagsbraten", lachte Bozsik später.

Die zweite Halbzeit begann mit einem taktischen Schachzug von Klopfenstein, der sein Team weiter nach vorne drückte. Der Lohn kam in der 58. Minute - und zwar in Gestalt des quirligen Vincent Boulanger. Nach einem schnellen Doppelpass über die rechte Seite zirkelte er die Kugel, nach Vorlage von Rafet Kisa, unhaltbar ins lange Eck. 2:1 für die Devils, die Fans auf den Rängen schrien sich die Stimmbänder wund.

Ab da wurde’s ruppig. Ivica Dordevic sah in der 46. Minute Gelb, später leisteten sich beide Teams ein paar rustikale Einlagen, die eher an Rugby erinnerten. Besonders hitzig wurde es in der Schlussphase: Lucas Carey von den Blues packte in der 86. Minute die Sense aus und flog dafür mit Rot vom Platz. "Ich hab nur den Ball gesehen", beteuerte er nach dem Spiel, "leider stand der Gegner davor."

Die Devils, nun in Überzahl, hätten das Spiel ruhig nach Hause bringen können - wenn nicht Jamie Kirwan in der Nachspielzeit (95.) ebenfalls Rot gesehen hätte. "Ich wollte zeigen, dass wir auch mit zehn Mann gewinnen können", scherzte Klopfenstein später mit einem schiefen Lächeln.

Am Ende blieb’s beim 2:1. Statistisch gesehen hatten die Devils weniger Ballbesitz, aber deutlich mehr Zug zum Tor - 16 Schüsse auf das Gehäuse der Blues, die nur fünf zustande brachten. "Wir spielen halt lieber nach vorn als quer", meinte Torschütze Boulanger, "Ballbesitz ist was für Statistikfreunde, nicht für Punktetabellen."

Auch Blues-Coach Daniel Kontsch wirkte nach dem Spiel eher konsterniert als wütend. "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore - das ist irgendwie unpraktisch", brummte er, während sich seine Spieler ratlos die Schienbeinschoner auszogen.

In den Katakomben des Stadions hörte man noch lange das Pfeifen und Klatschen der Devils-Fans, während die Blues schweigend in den Mannschaftsbus stiegen. "Das war kein schönes Spiel", resümierte ein älterer Fan an der Wurstbude. "Aber es war eins, das man nicht vergisst. Und das ist doch irgendwie schöner."

Zum Schluss noch ein Blick auf die nackten Zahlen: 2:1 (1:1), Tore durch Nani (27.), Bozsik (41.) und Boulanger (58.). Zwei Rote Karten, eine Gelbe, 53.049 Zuschauer, 90 Minuten Derby-Wahnsinn.

Oder, wie Coach Klopfenstein es auf den Punkt brachte: "In Manchester gibt’s keine Sieger - nur die, die heute gewonnen haben."

Und die heißen diesmal: die Devils.

13.04.643990 19:24
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