Diarios de Futbol
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Deportes Pena verschenkt Sieg gegen die Stars in letzter Sekunde

36.000 Zuschauer im sonnendurchfluteten Estadio de la Sierra sahen ein Fußballspiel, das so gut begann, dass man fast vergaß, dass es in der Amerikaliga-Qualifikation "nur" um Gruppenpunkte ging. Doch am Ende stand ein 2:2 zwischen Deportes Pena und den North York Stars - ein Ergebnis, das so gerecht wie ärgerlich war.

Trainer Jan Waldner von Deportes Pena stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und sagte trocken: "Das war kein Fußballspiel, das war eine Lektion in Naivität." Und er hatte recht. Seine Mannschaft hatte das Spiel über weite Strecken im Griff - 58 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, zwei wunderschön herausgespielte Treffer - doch in den entscheidenden Momenten fehlte der Biss, der aus drei Punkten drei Jubelschreie macht.

Die Partie begann munter. Schon in der 6. Minute prüfte Pavel Kincl den Peña-Keeper Thierry Diarra - ein Vorgeschmack auf das, was kommen sollte. Doch die Gastgeber ließen sich davon nicht beirren. Der junge Brasilianer Felipe Mascarenhas (gerade einmal 19, aber mit der Selbstsicherheit eines Straßenkünstlers aus Rio) wirbelte auf der rechten Seite, flankte, trickste, lachte. "Ich hab ihm zugerufen, er soll’s einfach machen", grinste Teamkollege Gerritt Van Cortlandt später.

In der 19. Minute wurde es dann laut: Van Cortlandt legte quer, Benjamin Kirwan nahm Maß und drosch den Ball humorlos unter die Latte - 1:0 für Deportes Pena. Kirwan, 32, grinste danach in die Kameras: "Ich dachte, der Ball sei zu schön für ein Tor. Aber er wollte rein." Das Stadion tobte, Trainer Waldner klatschte demonstrativ ruhig.

Bis zur Pause blieb Pena das dominierende Team, kontrollierte das Mittelfeld wie ein Uhrmacher seine Werkbank. Die Stars wirkten gehemmt - ihr Coach Axel Foley (ja, wirklich, so heißt er) schüttelte mehrfach den Kopf, als Eric Kirkwood gleich zweimal aus der Distanz verzog. "Wir haben gespielt wie Touristen, die das Stadion besichtigen wollten", knurrte Foley später.

Nach dem Seitenwechsel brachte Foley frische Ideen - und Raul Meira. Und siehe da, in der 51. Minute fiel das 1:1. Meira steckte durch, Kincl vollendete eiskalt ins linke Eck. Es war ein klassisches "wir kommen neu aus der Kabine"-Tor. Waldner raufte sich die Haare, Diarra fluchte auf Französisch.

Doch Pena schlug zurück. In der 82. Minute, als viele schon mit einem müden Unentschieden rechneten, fasste sich Slobodan Gavrancic ein Herz. Der 34-jährige Linksfuß zog nach innen und schlenzte den Ball aus 20 Metern in den Winkel - ein Tor, das an alte VHS-Zeiten erinnerte, als man noch sagte: "So etwas sieht man nur einmal im Leben." 2:1, die Tribüne bebte, die Spieler jubelten wie Kinder.

Dann kam die 90. Minute - und mit ihr die Tragödie. Die Stars, die bis dahin eher unauffällig "pressing behind" gespielt hatten, warfen plötzlich alles nach vorn. Marko Manojlovic flankte von links, Helmut Frank stieg höher als alle anderen und köpfte zum 2:2 ein. Stille, dann ein kollektives Stöhnen. "Ich hab ihn gesehen, aber irgendwie auch nicht", murmelte Verteidiger Xabi de Torre nachher ratlos.

In der Nachspielzeit versuchten beide Teams noch einmal, das Schicksal zu überlisten. Frank hatte sogar die Chance zum Sieg, scheiterte aber an Diarra. Nach dem Schlusspfiff schauten sich die Spieler von Pena an, als wollten sie sagen: "Das kann doch nicht wahr sein."

Statistisch betrachtet war Pena die bessere Mannschaft: mehr Ballbesitz, mehr Struktur, mehr Ideen. Doch die Stars hatten eine Tugend, die im Fußball oft alles überstrahlt - Hartnäckigkeit. "Wir sind keine Künstler. Wir sind Handwerker mit dreckigen Schuhen", sagte Foley und grinste.

Waldner konterte lakonisch: "Dann haben sie heute halt mit dem Hammer getroffen."

So endete ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Emotion, ein bisschen Chaos - und zwei Teams, die sich nichts schenkten. Die Fans gingen zufrieden nach Hause, einige murmelten noch, dass Pena "eigentlich hätte gewinnen müssen". Aber Fußball ist eben kein Wunschkonzert.

Und wer weiß - vielleicht trifft man sich im Rückspiel wieder. Dann sagt Waldner hoffentlich nicht mehr: "Wir waren zu brav", sondern: "Diesmal haben wir’s gelernt." Bis dahin bleibt das 2:2 ein Lehrstück darüber, wie man sich selbst besiegt - und trotzdem applaudiert wird.

29.05.643990 23:20
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