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Darabont schockt Ewood in letzter Sekunde - Millwall siegt spät mit 1:0

Es war einer dieser Abende in Ewood, an denen man sich fragt, warum der Fußballgott eigentlich immer so ein verschmitzter Humorist ist. 41.383 Zuschauer hatten sich im altehrwürdigen Stadion der Ewood Rovers eingefunden, um am 23. Spieltag der 1. Liga England ihre Mannschaft gegen den FC Millwall siegen zu sehen. Sie gingen mit frostigen Fingern, leerem Herzen - und einem späten Stich in der 93. Minute nach Hause.

Daniel Darabont, 22 Jahre jung, links vorne und offenbar mit einem Faible für Dramatik, entschied das Spiel buchstäblich in letzter Sekunde. Nach einem energischen Antritt von Außenverteidiger Joel Satchmore, der noch einmal alles nach vorne warf, kam der Ball zu Darabont - und der drosch ihn, als hätte er alle Winterkälte in diesen Schuss gepackt, ins rechte Eck. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du in der 93. Minute noch laufen kannst, darfst du auch mal egoistisch sein", grinste der Matchwinner nach dem Spiel.

Bis dahin war es ein Duell, das man unter "intensiv, aber überschaubar spektakulär" verbuchen könnte. Die Rovers spielten, als hätten sie das Drehbuch zum 0:0 schon unterschrieben, während Millwall zwar defensiv eingestellt war, aber die gefährlicheren Szenen hatte. Zehn Torschüsse der Gäste, sechs der Hausherren - das sagt fast alles.

Schon in den ersten Minuten brannte es mehrfach im Strafraum der Rovers: Thackeray (2.) und Lockwood (6.) prüften Torhüter Logan Bernard, der mit stoischer Ruhe abwehrte. Danach kam etwas Leben ins Spiel - nicht viel, aber genug, um die Fans aus der Halbzeit-Dämmerung zu reißen. Christophe Delmas zog in der 11. Minute aus 20 Metern ab, doch Millwall-Keeper Ethan Caviness tauchte blitzschnell ab.

In der Folge entwickelte sich ein zähes Ringen im Mittelfeld. Pedro Corcoles versuchte es über links, Owen Ackland sorgte in der 32. Minute für den lautesten Aufschrei der ersten Hälfte, als sein Schuss nur knapp am Pfosten vorbeizischte. Trainer Stephan Trajes raufte sich die Haare, während sein Gegenüber Sonny Crocket an der Seitenlinie wirkte, als hätte er das alles schon geahnt.

Nach der Pause brachte Trajes frisches Blut: Amaury Mendo und Vitorino Ronaldo kamen, um das Ruder herumzureißen. Doch Millwall blieb standhaft, verteidigte clever und lauerte auf Fehler. "Wir wussten, dass sie irgendwann die Flügel öffnen würden. Dann mussten wir nur noch den richtigen Moment erwischen", erklärte Crocket nachher mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Selbstzufriedenheit und britischem Understatement lag.

Die Rovers warfen in der Schlussphase alles nach vorn - sogar die langen Bälle, die Trainer Trajes sonst verabscheut. "Ich hab gesagt: haut das Ding einfach rein, vielleicht fällt er ja auf den richtigen Fuß. Leider fiel er auf den falschen", seufzte der Coach später. Und tatsächlich: In der 89. Minute kam noch einmal der bullige Nicolae Buzanszky rein, um für Unruhe zu sorgen, doch bevor der Joker stechen konnte, stand Darabont auf der anderen Seite goldrichtig.

Zur Ehrenrettung der Ewood Rovers sei gesagt: Sie liefen, sie kämpften, sie bissen. Aber sie bissen sich fest - in einer Millwall-Abwehr, die an diesem Abend aus Granit gemeißelt schien. Milan Sidorczuk kassierte in der 65. Minute die einzige Gelbe Karte der Partie, sinnbildlich für den wachsenden Frust.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 49,7 Prozent Ballbesitz für Ewood, 50,3 für Millwall. Aber Fußball wird nicht in Dezimalstellen entschieden, sondern in Toren - und da stand am Ende eben dieses eine, bittere 0:1.

"Das ist Fußball", sagte Trajes lakonisch bei der Pressekonferenz. "Manchmal bist du der Hund, manchmal der Laternenpfahl." Crocket konterte trocken: "Heute waren wir der Hund. Und wir haben gebissen, als es nötig war."

Ein bitterer Abend für die Rovers, ein glücklicher für Millwall. Und ein Spiel, das man wohl schnell wieder vergessen möchte - bis auf die 93. Minute, die in Millwall noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Vielleicht ist das die wahre Magie dieses Sports: 92 Minuten lang denkt man, es passiert nichts. Und dann passiert alles.

12.10.643987 07:59
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