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Cromwell schießt, Pilsen staunt: Hradec Kralove siegt mit Stil und zwei Treffern

Ein frostiger Januarabend in Hradec Kralove, Flutlicht, 20.892 Zuschauer, die trotz dicker Schals lautstark ihre Mannschaft anfeuern - und eine Partie, die schon nach wenigen Minuten klar machte, wer hier das Heft in der Hand hält. Am Ende stand ein verdienter 2:0-Erfolg des Heimteams über Sparta Pilsen, und man darf sagen: Das Ergebnis war das Minimum.

Von der ersten Minute an rannte Hradec Kralove an, als hätte Trainer Thomas Michael Rinesch seinen Spielern in der Kabine heißen Pfeffertee statt Wasser serviert. Schon in der zweiten Minute prüfte Antonio Garcia den Pilsener Keeper Lubos Drizdal mit einem satten Schuss. "Ich wollte einfach mal sehen, ob er wach ist", grinste Garcia nach dem Spiel. Drizdal war es - noch.

In den folgenden 40 Minuten entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Hradec kam auf unglaubliche 21 Torschüsse, während Pilsen in der gleichen Zeit so viele Torchancen hatte wie ein Schneeball in der Sauna - genau zwei. Der Ballbesitz sprach mit 57 zu 43 Prozent ebenso Bände. "Wir wollten kontrolliert spielen", erklärte Rinesch hinterher, "aber manchmal kontrollierst du eben so sehr, dass du den Gegner vergisst."

Die Erlösung kam in der 41. Minute: Ewan Rushton startete über links, legte quer, und Kian Cromwell schob eiskalt ein. 1:0, völlig verdient. "Ich hab nur das gemacht, was jeder gute Stürmer macht - den Ball reinschieben, bevor jemand anderes auf die Idee kommt", sagte Cromwell, der an diesem Abend noch einmal zuschlagen sollte.

Nach der Pause änderte sich wenig. Sparta Pilsen, laut Statistik mit "offensiver Ausrichtung", wirkte eher wie ein Team, das sich auf eine defensive Yoga-Stunde verlegt hatte. Der Ball lief, aber selten in Richtung gegnerisches Tor. Frantisek Penicka versuchte es einmal in der 5. Minute, dann war Schluss mit Angriffslust.

Derweil marschierte Hradec weiter. Garcia, Rushton, Morales - sie alle prüften den überforderten Drizdal. In der 57. Minute sah Jaime Nani Gelb, offenbar, um sich selbst daran zu erinnern, dass es noch Regeln gibt. Zehn Minuten später gesellte sich Innenverteidiger Joseph Bedard dazu - und acht Minuten vor Schluss übertrieb er es dann mit der Leidenschaft: Gelb-Rot. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch noch da bin", meinte Bedard hinterher mit einem halben Lächeln.

Doch bevor Hradec in Unterzahl geriet, hatte Cromwell schon den Sack zugemacht. In der 83. Minute flankte Rechtsverteidiger Pau Morales butterweich - und Cromwell ließ sich nicht zweimal bitten. Volleyschuss, Tor, 2:0. Das Stadion tobte, und selbst die Pilsener Fans nickten anerkennend. "Das war ein Tor, das man auch in Madrid beklatscht hätte", raunte ein Zuschauer auf der Tribüne - leicht übertrieben, aber charmant.

Sparta Pilsen blieb blass. Ihr Sturmzentrum, angeführt von Tyler Benett, kam kaum zum Zug. "Wir waren zu brav", analysierte Trainer Rinesch’ Gegenüber kopfschüttelnd nach dem Spiel. "Vielleicht hätten wir auch mal foulen sollen." Ein Satz, der in jedem Taktikseminar verboten wäre, aber die Stimmung perfekt traf.

In der Schlussphase verwaltete Hradec den Vorsprung souverän. Der Ball zirkulierte, als wolle man beweisen, dass Ballbesitz auch Spaß machen kann. Die Fans skandierten "Cromwell! Cromwell!" - und der Doppeltorschütze winkte bescheiden. "Ich bin nur so gut wie die Jungs hinter mir", sagte er dann in die Mikrofone. Sein Trainer grinste: "Das sagt er immer, aber er meint es diesmal wirklich."

Das Fazit dieses Abends: Hradec Kralove spielte erwachsen, effizient und mit einer Prise Humor. Sparta Pilsen hingegen schien über 90 Minuten auf den Bus zu warten, der sie wieder nach Hause bringt.

Oder, um es mit den Worten eines älteren Fans zu sagen, der sich beim Hinausgehen den Schal enger zog: "Wenn das so weitergeht, kauf’ ich mir eine Dauerkarte - aber nur, wenn Cromwell bleibt."

Ein gerechtes Ergebnis, ein verdienter Sieger und ein Stürmer, der sich in die Herzen der Anhänger geschossen hat. Manche Spiele vergisst man schnell - dieses sicher nicht.

30.06.643987 04:42
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