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Costinha schießt Rowdies zum Auswärtssieg - Strikers scheitern an sich selbst

Es war einer dieser Abende, an denen die Sonne über Miami schon lange untergegangen war, aber die Stimmung im Stadion noch glühte - 35.909 Zuschauer sahen, wie die Miami Strikers alles versuchten, um die Mauern der Minnesota Rowdies einzureißen. Nur: Die Mauer hielt. Und vorne genügte den Gästen ein einziger, präziser Schlag. Am Ende stand ein 0:1 (0:1), das auf dem Papier knapp aussieht, in Wahrheit aber eine ganze Geschichte von ausgelassenen Chancen erzählt.

Schon in der ersten Minute gab David Mitzna das Startsignal für das, was kommen sollte: Dauerbeschuss auf das Tor von Jan Krejci. Der tschechische Keeper der Rowdies bekam früh seine Handschuhe warm und behielt sie bis zum Schlusspfiff heiß. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Ball auf mich zuflog", grinste Krejci nach Schlusspfiff. Man könnte es ihm glauben - 18 Torschüsse der Strikers sprechen eine deutliche Sprache.

Doch Fußball ist manchmal grausam einfach. In der 35. Minute kombinierten sich die Rowdies mit seltenem Mut nach vorne: Rechtsverteidiger James MacNaughton, sonst eher fürs Grobe zuständig, schickte Juanito Costinha steil auf die Reise. Der Portugiese zögerte nicht, traf eiskalt ins rechte Eck - 0:1. Der Torjubel der Gäste klang fast unverschämt laut im weiten Rund, das kurz zuvor noch vom Dauerraunen der Heimfans erfüllt war.

"Wir wollten eigentlich tief stehen und auf unsere Momente warten", erklärte Minnesotas Trainer Justin Moore und grinste dabei, als hätte er gerade einen Banküberfall sauber durchgezogen. "Einer hat gereicht, also warum mehr riskieren?" - eine taktische Ehrlichkeit, die man selten hört.

Die Strikers dagegen spielten weiter, als könnten sie die Gesetze der Wahrscheinlichkeit überlisten. Liam Capo, ihr Trainer, stand ab der 50. Minute nur noch mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und murmelte laut genug, dass es die Ersatzspieler hörten: "Wenn Ballbesitz Tore wären, hätten wir schon gewonnen." Tatsächlich lag der Ballbesitz bei 55 Prozent für Miami - und das war noch die freundlich gerundete Variante.

Der zweite Durchgang wurde zur Ein-Mann-Show des unglücklichen David Mitzna. Zwischen der 60. und 85. Minute feuerte er sechs weitere Schüsse ab, alle gefährlich, keiner erfolgreich. Mal war Krejci im Weg, mal das Aluminium, mal ein Abwehrbein. Mitzna selbst nahm es mit Galgenhumor: "Ich hab heute mehr Zielübungen gemacht als im Training der letzten Woche zusammen. Leider immer auf den Torwart."

Auch Frederic Leech, der 20-jährige Linksaußen mit dem Talent zum Chaos, versuchte es mehrfach - in der 23., 44. und 86. Minute. Seine Versuche erinnerten an ein Feuerwerk: schön anzusehen, aber eben ohne nachhaltigen Effekt. Und als Innenverteidiger Marius Balaci in der 85. Minute plötzlich vorne auftauchte und mit einem wuchtigen Kopfball beinahe den Ausgleich erzielte, hielt das Stadion kollektiv den Atem an. Wieder Krejci, wieder nichts.

Die Rowdies verlegten sich spätestens nach der Pause aufs Verteidigen und Kontern. Ihre Offensivabteilung meldete sich nur noch vereinzelt zu Wort - Olivier Barre in der 91. Minute mit einem letzten Schuss aufs Tor, vielleicht eher als Erinnerung daran, dass sie noch da waren. Dazwischen gab es noch eine gelbe Karte für MacNaughton (84.), der wohl selbst überrascht war, dass der Schiedsrichter ihn nicht schon früher ermahnt hatte. "Ich wollte nur den Ball spielen", sagte er hinterher mit einem Lächeln, das wenig Reue verriet.

Statistisch gesehen war es ein Spiel, das Miami gewinnen "müsste" - mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote (53,8 Prozent), doppelt so viele Torchancen. Aber Fußball ist kein Statistikseminar. Minnesota war effizient, diszipliniert und - das darf man sagen - ein bisschen dreckig clever.

Trainer Capo suchte nach dem Spiel nach Worten und fand schließlich die richtigen: "Wir haben alles richtig gemacht, außer dem, was zählt. Beim nächsten Mal vielleicht auch das." Seine Spieler nickten, manche mit leerem Blick, andere mit einem Lächeln, das zwischen Frust und Fassungslosigkeit schwankte.

Für die Rowdies war’s ein Auswärtssieg, wie man ihn sich in Lehrbüchern wünscht: früh treffen, hinten dicht machen, drei Punkte einsacken. Für Miami dagegen bleibt die Erkenntnis, dass 18 Torschüsse und 90 Minuten Dauerdruck manchmal weniger bringen als ein einziger sauberer Moment.

Und als die Lichter im Stadion ausgingen, blieb nur ein Gedanke zurück: Wenn Fußball gerecht wäre, wäre das Ergebnis anders ausgefallen. Aber wer will schon gerechten Fußball?

26.05.643987 09:05
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