Jamaica News Bulletin
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Constant Spring siegt im wilden Kingston-Krimi mit 3:2

Kingston - Ein lauer Sonntagabend, 12.500 Zuschauer im Stadion, und die Kingston Greens wollten endlich wieder für fröhliche Gesichter im heimischen Viertel sorgen. Doch was folgte, war ein 45-minütiger Wirbelsturm aus Toren, Fehlpässen und Emotionen - ehe die zweite Halbzeit zu einem taktischen Schachspiel ohne Pointe verkam. Am Ende jubelte Constant Spring mit 3:2 und Trainer Max Wegner grinste, als hätte er soeben den Fußball neu erfunden.

Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass hier keiner lange fackeln wollte. Kingston hatte mehr Ballbesitz - am Ende stolze 56,5 Prozent - und begann mit zwei frühen Schüssen von Alexander Neil (1. und 2. Minute), die das Tornetz zwar erzittern, aber nicht zappeln ließen. "Ich dachte, der erste geht rein, aber der Ball wollte wohl noch ein bisschen Sightseeing machen", scherzte Neil später.

In der 16. Minute dann der erste Stich ins grüne Herz: Alexandre Hayman, Constant Springs bulliger Mittelstürmer, traf nach Vorarbeit von Saint-Pierre zum 0:1. Ein klassischer Hayman-Treffer - wuchtig, direkt, unmissverständlich. "Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir nicht zum Bananenpflücken hier sind", meinte er später mit einem Grinsen, das so breit war wie sein Schussradius.

Kingston antwortete prompt. In der 25. Minute ließ Altmeister Elliot Almond, 33 Jahre jung, das Stadion toben. Nach Flanke von Francois Wiltshire drosch er den Ball ins Netz - 1:1. "Ich hab gar nicht gesehen, wo der Ball herkam", sagte er, "aber wenn der Fuß schon mal oben ist, muss man ihn ja auch benutzen." Fußballweisheit in Reinform.

Kaum hatten sich die Greens sortiert, kam die nächste kalte Dusche. Drei Minuten später dribbelte sich Bernard Aubin durch die grüne Defensive, als wären die Gegenspieler nur freundliche Wegweiser, und traf sehenswert zum 1:2. Wieder war Saint-Pierre der Lieferant des letzten Passes - der Mann hatte an diesem Abend offenbar einen inneren GPS-Sender für Mitspielerfüße.

Doch Kingston zeigte Moral. In der 38. Minute glich der junge Edward Bostwick (20) nach Zuspiel von Joao Izquierdo zum 2:2 aus. Die Tribünen bebten, das Spiel wogte hin und her - und wer dachte, das wäre’s zur Pause, wurde eines Besseren belehrt. Nur zwei Minuten später schlug Hayman erneut zu, diesmal per Kopf nach einer Flanke von Linksverteidiger Christophe Mayhew. 2:3! Und das alles noch vor der Halbzeit.

"In der Kabine war’s dann erstmal still", erzählte Greens-Kapitän Gustav Klose. "Der Coach hat nur gefragt, ob wir eigentlich wissen, dass Fußball auch 90 Minuten dauert." Ein Satz, der hängen blieb - zumindest rhetorisch. Denn in Hälfte zwei passierte: fast nichts.

Constant Spring zog sich zurück, Kingston versuchte mit Ballbesitz Fußball zu zaubern, doch die Gäste standen kompakt und konterten gefährlich. Hayman hatte noch zwei gute Szenen (57. und 91.), scheiterte aber an Keeper Mendoza. Auf der anderen Seite nagelte Bostwick in der 81. Minute einen Schuss knapp über die Latte - das Publikum hielt kollektiv den Atem an, um dann tief enttäuscht wieder auszupusten.

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: Mehr Ballbesitz und 12 Torschüsse für Kingston, aber 17 Schüsse und drei Treffer für Constant Spring. "Wir haben das effizienter gemacht", sagte Trainer Wegner trocken. "Manchmal ist weniger Ball einfach mehr Tor." Sein Gegenüber, der sichtlich bediente Greens-Coach, wollte sich nicht geschlagen geben: "Wenn wir so weiterspielen, kommt das Glück schon. Vielleicht nächste Woche. Oder übernächste."

Neben den Toren sorgten auch die Gelben Karten für Farbe im Spiel: Mayhew (22.), Wiltshire (45.), Futre (51.), Neil (79.) und der junge Rhys Lorring (89.) durften sich den Schiedsrichter merken. "Der war schnell mit der Karte, aber wenigstens konsequent - da kann man ja fast Respekt haben", kommentierte Almond trocken.

Die letzten Minuten verstrichen zäh. Constant Spring brachte frische Kräfte - unter anderem den 19-jährigen René Tremblay - und verwaltete das Ergebnis mit der Abgeklärtheit eines Teams, das genau weiß, wann man besser keinen Ball mehr riskiert. Kingston versuchte es bis zum Schluss, doch am Ende blieb es beim 2:3.

"Ein verrücktes Spiel", fasste Hayman zusammen. "Aber manchmal musst du erst Chaos stiften, bevor du Ordnung schaffst." Und irgendwie war das an diesem Abend die perfekte Zusammenfassung.

Zum Abschied winkten die Fans den Greens aufmunternd zu. In Kingston weiß man: Wer so kämpft, darf verlieren - solange er’s mit Stil tut. Und vielleicht mit ein bisschen weniger Chaos in der Abwehr.

14.05.643987 21:02
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Vieles was darin geschrieben wurde, ist auch wahr.
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