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Columbus Workers drehen das Spiel und besiegen Atlanta Gorillas 2:1

Es war einer dieser Abende im "Steel Park" von Columbus, an denen man sich fragt, ob Fußball eigentlich ein geordnetes Spiel oder ein chaotisches Abenteuer sein soll. 27.000 Zuschauer kamen zum 6. Spieltag der 2. Liga USA - und sie bekamen beides: Drama, Gelbe Karten und ein Happy End, das selbst Hollywood nicht besser hätte schreiben können.

Die Columbus Workers siegten mit 2:1 gegen die Atlanta Gorillas - und das nach einem Rückstand, der für kurze Zeit die Bierbecher im Stadion gefährlich zittern ließ. Dass die Partie am Ende in Jubel endete, lag an zwei Männern, die den Unterschied machten: Leon Marley und Julian Lauer.

Doch der Reihe nach. Schon nach sechs Minuten zeigten die Gäste, dass sie nicht zum Sightseeing angereist waren. August Bjorklund prüfte Workers-Keeper Alexander Combe mit einem Distanzschuss, der diesen zu einer ersten Flugeinlage zwang. Danach ging’s ruppig zur Sache: In der 9. Minute sah Hugo Custodio Gelb - und in der 13. Minute folgte Henry Lester gleich hinterher. "Zwei Gelbe in 15 Minuten? Da war wohl jemand noch nicht im Wochenende angekommen", grinste ein Fan auf der Tribüne.

Das Spiel blieb intensiv, die Workers hatten zwar mehr Ballbesitz (55,8 %), aber Atlanta schoss aus allen Lagen (insgesamt 11 Torschüsse). Und so fiel die Führung für die Gorillas nicht aus heiterem Himmel: In der 38. Minute setzte sich der 19-jährige Dennis Endres auf rechts durch, bekam den Ball von Wilhelm Krämer in den Lauf gespielt und vollendete eiskalt ins lange Eck. 0:1 - und das Publikum verstummte kurz.

Trainer Anja Meister der Gorillas ballte die Faust, während ihr Gegenüber bei Columbus (dessen Name in den Statistiken seltsam fehlte, aber seine Gesten sprachen Bände) unruhig an der Seitenlinie tänzelte. "Ich hab ihnen gesagt: ruhig bleiben, wir machen das noch", verriet er später mit einem verschmitzten Lächeln.

Und tatsächlich - nur fünf Minuten später schlug die Stunde des Routiniers Leon Marley. Der 33-jährige Linksfuß zog in der 43. Minute von außen nach innen, bekam den Pass von Julian Lauer und schlenzte den Ball unhaltbar ins rechte Eck. 1:1 - das Stadion bebte, und Marley riss die Arme hoch, als wollte er sagen: "Ich bin noch nicht fertig, Jungs."

Nach der Pause blieb Columbus am Drücker. Atlanta wechselte gleich dreifach (Zavadszky, Sosti und Ward kamen), doch die Workers ließen sich nicht beirren. In der 53. Minute dann die Entscheidung: Freddie Winfield, gerade einmal 19 Jahre jung, spielte einen traumhaften Steilpass auf Julian Lauer - der nahm an, schaute kurz auf und vollendete trocken ins linke Eck. 2:1 für Columbus.

"Ich hab den Ball eigentlich zu stark gespielt", gab Winfield später ehrlich zu. "Aber Julian meinte, er habe ihn sowieso nur so bekommen, weil er schneller denkt als ich." Lauer lachte nur: "Ich wollte’s ihm nicht sagen, aber ich hab den Ball gar nicht richtig getroffen - war wohl Schicksal."

Atlanta rannte danach wütend an, doch Combe im Tor der Workers hielt alles, was kam. Besonders in der 71. Minute, als Tomas Baranek mit einem Schuss aus 20 Metern beinahe den Ausgleich erzielte, zeigte der Keeper seine ganze Routine.

Das Pech klebte den Gorillas an den Stiefeln: In der 61. Minute verletzte sich der eingewechselte Finlay Ward unglücklich - ein bitterer Moment, der Coach Meister sichtlich traf. "Das war ein Schock. Der Junge hat im Training alles gegeben", sagte sie nach der Partie.

Trotz höherer Zweikampfquote (53 %) und mehr Abschlüssen fand Atlanta kein Mittel gegen die kompakt stehenden Workers, die das Spiel clever herunterspielten. Als Schiedsrichter Morgan die Partie abpfiff, war die Erleichterung greifbar.

"Wir haben Moral gezeigt", bilanzierte Leon Marley nach dem Spiel, während er sich das Trikot über den Kopf zog. "Wenn du nach einem Rückstand so zurückkommst, weißt du, dass du als Team lebst."

Und Trainer Meister? Nahm’s mit Humor: "Meine Jungs sind jung, manchmal zu mutig. Aber lieber schießen sie elfmal daneben, als gar nicht."

So endete ein Spiel, das alles bot, was man an der 2. Liga liebt: ein bisschen Chaos, ein bisschen Herz und das Gefühl, dass Leidenschaft manchmal wichtiger ist als Statistik.

Oder, wie ein Columbus-Fan beim Hinausgehen sagte: "War kein schönes Spiel - aber ein schönes Ergebnis."

08.01.643994 15:40
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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