Northern Ireland Football
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Coleraine Town dreht das Spiel: Späte Kälte in Armagh

Ein nasskalter Donnerstagabend, Flutlicht über dem Armagh Stadium, 28.540 Zuschauer, die sich mit Pies und heißem Tee wärmen - und am Ende ein 1:2, das den Armagh Eagles noch eine Weile beschäftigen dürfte. "Wir hatten das Spiel im Griff. Zumindest dachten wir das", murmelte Eagles-Kapitän Alexander Kenny nach Abpfiff mit einem bitteren Lächeln.

Dabei begann alles so verheißungsvoll. Schon in der 12. Minute ließ Joel Giles die Heimfans jubeln. Nach feinem Zuspiel von Taylor Long - halb Flanke, halb Eingebung - drosch der Rechtsaußen den Ball mit rechts ins lange Eck. Torwart Alexandru Mihali von Coleraine hatte da so viel Chance wie ein Schneemann im August. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Giles später. "Ich glaub, der Ball wollte einfach selbst rein."

Doch Coleraine Town, unter der kernigen Regie von Coach Bert Legat, ließ sich vom frühen Rückstand nicht einschüchtern. "Wir sind keine Sightseeing-Gruppe", bellte Legat an der Seitenlinie, als seine Jungs anfingen, den Ball etwas zu gemütlich durch die Mitte zu schieben. Und tatsächlich: Nach 33 Minuten war der Ausgleich da. Rechtsverteidiger Andrew Murray schickte einen butterweichen Pass in die Schnittstelle, Janis Guillory nahm ihn mit der Brust, schüttelte seinen Gegenspieler ab und schob überlegt zum 1:1 ein. Die rund 800 mitgereisten Fans aus Coleraine feierten, als hätten sie gerade den Pokal gewonnen.

Bis zur Pause blieb es beim Unentschieden, obwohl Coleraine Town deutlich aktiver spielte - 10 Torschüsse allein in Halbzeit eins, während Armagh sich mit 55 Prozent Ballbesitz und wenig Ertrag begnügte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es hitzig: Eagles-Verteidiger Oscar O’Farrell sah Gelb nach einem rustikalen Einsteigen, und der junge Inigo Jorge musste verletzt raus. Trainer der Eagles - offiziell nicht genannt, aber an der Seitenlinie heftig gestikulierend - brachte Nenad Sotirovic, der später noch für ein paar Farbtupfer sorgen sollte, wenn auch eher in Form von Fehlpässen.

Nach dem Seitenwechsel drückte Armagh zunächst. Riley Carey prüfte Mihali in der 60. Minute, und Rafael Granero köpfte wenig später knapp drüber. Doch Coleraine Town blieb gefährlich. In der 74. Minute fiel dann das, was kommen musste: Laszlo Csernai, 31 Jahre jung, Mittelstürmer alter Schule, stieg nach einer Ecke von James Stokes am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf in die Maschen. 1:2 - und plötzlich war das Stadion still wie eine Bibliothek.

"Da oben fühlte es sich an wie im Himmel", sagte Csernai mit einem Grinsen, das verriet, dass er den Moment noch einmal genießen wollte. Trainer Legat klatschte an der Seitenlinie alle ab, die in Reichweite waren. "Das war pure Willenskraft", meinte er später, "Laszlo hat’s einfach verstanden: Ball, Kopf, Tor."

Armagh versuchte in der Schlussphase alles - Long aus der Distanz (88.), Mendez mit einem strammen Schuss (89.) - doch es sollte nicht mehr reichen. Coleraine hatte sich längst in den Verteidigungsmodus geschaltet, mit langen Bällen und cleverem Zeitspiel. "Wir wollten nicht schön spielen, sondern gewinnen", sagte Legat trocken.

Statistisch gesehen war es fast paradox: Armagh hatte mehr Ballbesitz (56 Prozent) und sah in der Passquote ordentlicher aus, doch Coleraine feuerte ganze 17 Torschüsse ab und gewann mehr Zweikämpfe (54 Prozent). Das war kein Zufall, sondern Ausdruck einer klaren, einfachen Spielidee: erst arbeiten, dann feiern.

Nach Abpfiff blieben viele Armagh-Fans noch auf den Rängen, als könnten sie das Ergebnis mit purem Willen umdrehen. "Wir müssen lernen, dass Ballbesitz keine Punkte bringt", seufzte Eagles-Spieler Giles, diesmal deutlich weniger fröhlich.

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Coleraine Town cleverer, abgezockter und schlicht effizienter war. Die Eagles dagegen wirkten wie ein Team, das noch nicht ganz weiß, ob es lieber tanzen oder kämpfen will. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte jemand aus dem Betreuerstab, und man wollte fast glauben, dass das als Trost gemeint war.

Ein augenzwinkerndes Fazit bleibt: Wenn Fußball ein Schachspiel wäre, hätte Coleraine Town heute mit zwei Bauern und einem Turm gewonnen - und Armagh hätte den eigenen König mit einem Rückpass ausgeschaltet.

07.07.643993 05:50
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