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Pro League | 10. Spieltag | 20.08.26 | Club Lüttich - SC Antwerpen 5:1 Von Beginn an machte Lüttich klar, dass dieser Abend kein gemütlicher Ausflug ins heimische Stadion werden sollte. Die Gastgeber traten offensiv, aggressiv und mit bemerkenswertem Nachdruck auf. Das taktische Konzept war einfach, aber wirkungsvoll: Druck machen, Chancen herausspielen, nicht lange fragen. Antwerpen dagegen begann ausgeglichen, spielte kontrolliert - und sah dabei ein wenig so aus, als wolle man zunächst in Ruhe herausfinden, wo eigentlich das Tor steht. Die Antwort gab Fabio Mocana in der 13. Minute. Nach Vorarbeit von Olivier De Wilde traf der 19-jährige Mittelstürmer zur Führung. Zuvor hatte Lüttich bereits mehrfach gefährlich abgeschlossen. Nathan Depoorter, Mocana selbst und Ignacio Vazques testeten die Aufmerksamkeit der Antwerpener Defensive - eine Prüfung, die diese nur mit mäßigem Erfolg bestand. "Wir wollten mutig beginnen", sagte Trainer Dan Schmitz später. "Vielleicht waren wir am Anfang ein bisschen zu mutig. Aber wenn man nach 13 Minuten führt, nennt man das nicht mehr Risiko, sondern gute Planung." Eine Sichtweise, der vermutlich auch die 29.233 Zuschauer zustimmten, die ihre Mannschaft lautstark nach vorne trieben. Antwerpen kam zwischen der 20. und 23. Minute zwar zu drei Abschlüssen. Jonathan Verstuyft, Michal Coupek und Hanson Schoonhoven sorgten kurz für Unruhe. Doch Lüttich ließ sich davon nicht beeindrucken. In der 30. Minute erhöhte Vazques nach Zuspiel von Xavi Pena auf 2:0. Der Rechtsaußen hatte bereits zuvor mehrfach auf das Tor geschossen und sich damit offenbar nur warmgeschossen. Kurz vor der Pause wurde es endgültig bitter für die Gäste. Jack Grealish traf in der 41. Minute nach Vorlage von Miguel Cabrera zum 3:0. Antwerpen hatte zu diesem Zeitpunkt zwar nicht völlig den Faden verloren - er lag nur irgendwo unter einem Lütticher Angreifer begraben. "Beim dritten Gegentor dachte ich kurz, wir hätten die Seiten gewechselt", soll ein Antwerpener Spieler in Richtung Nebenmann gesagt haben. Eine Szene, die natürlich nicht offiziell bestätigt ist, aber den Spielverlauf recht treffend zusammenfasst. Nach dem Seitenwechsel blieb Lüttich offensiv. Die Gastgeber kamen insgesamt auf 20 Torschüsse, Antwerpen auf acht. Beim Ballbesitz lag Lüttich mit 53,9 Prozent ebenfalls vorn. Es war also keine jener Partien, in denen eine Mannschaft zufällig fünfmal stolpert und dabei jedes Mal den Ball ins Tor befördert. Antwerpen verkürzte in der 74. Minute durch Ranisav Jelic, der von Robin Van Garsse bedient wurde. Für einen kurzen Moment keimte Hoffnung auf. Doch sie wurde rasch wieder gelöscht - gewissermaßen mit der Konsequenz eines schlecht gelaunten Hausmeisters. Bereits in Unterzahl, nachdem Coupek in der 71. Minute nach seiner zweiten Verwarnung vom Platz musste, war Antwerpen endgültig auf Schadensbegrenzung angewiesen. Zuvor hatte Nathan Lekens verletzt ausgewechselt werden müssen. In der 89. Minute stellte Vincent Loens nach Vorlage von Guillaume Tillman den alten Abstand wieder her. Mocana setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt - sein zweiter Treffer des Abends, erneut vorbereitet von De Wilde. "Fünf Tore sind schön", sagte Mocana mit einem Grinsen. "Aber Olivier wollte die Vorlage offenbar genauso dringend wie ich das Tor." Schmitz blieb sachlicher: "Wir waren heute konsequent. Und manchmal ist Konsequenz im Fußball einfach die höfliche Bezeichnung für ein sehr unangenehmes Erlebnis des Gegners." Für Antwerpen war es ein Abend zum Vergessen. Für Club Lüttich dagegen einer, an dem selbst die Stadionlautsprecher Mühe hatten, mit dem Jubel Schritt zu halten. 20.08.2026 22:01 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler