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Premier League | 31. Spieltag | 11.09.26 | Tirat Carmel FC - Tel Aviv Orange 1:0 Um 20.30 Uhr rollte der Ball - und Tirat Carmel legte los, als habe Trainerin Babsi Klemm in der Kabine den Kaffee durch Adrenalin ersetzt. Schon in der ersten Minute prüfte Einar Berthelsen den Gästekeeper. Kurz darauf versuchten sich Ivar Munk und Isidoro Oliveira. Tel Aviv Orange antwortete in der 28. Minute durch Jakub Zdebel, doch insgesamt blieb der Angriff der Gäste zunächst ungefähr so gefährlich wie ein Warnblinker auf einem leeren Parkplatz. Tirat Carmel drückte, kombinierte und schoss. Munk tauchte mehrfach gefährlich auf, Oliveira suchte immer wieder den Abschluss, auch Rasmus Clausen und Sigurd Carlsen beteiligten sich an der Belagerung. In der 40. Minute musste man sich im Publikum beinahe fragen, ob der Ball überhaupt noch einen anderen Zweck hatte, als auf das Tor der Gäste zuzufliegen. Doch Tel Aviv hielt stand. Zur Pause stand es 0:0 - ein Ergebnis, das aus Sicht der Gäste nach einem Plan aussah und aus Sicht der Gastgeber nach einer besonders hartnäckigen Form von Pech. "Wir waren geduldig", soll Babsi Klemm in der Halbzeit gesagt haben. "Vielleicht ein bisschen zu geduldig. Der Ball soll nicht nur höflich anklopfen, er soll auch reingehen." Nach dem Seitenwechsel meldete sich Tel Aviv zunächst etwas entschlossener. Yossi Ramon und Adam Dewey kamen zu Abschlüssen, Zdebel blieb ein Unruheherd. Trotzdem gehörte das Spiel weiterhin überwiegend Tirat Carmel. Die Hausherren hatten am Ende 18 Torschüsse auf dem Konto, Tel Aviv lediglich fünf. Beim Ballbesitz lag Tirat Carmel mit 52,7 Prozent vorn - keine erdrückende Dominanz, aber genug, um den Gästen die gemütliche Kontrolle über den Abend zu verwehren. In der 69. Minute sah Tel Avivs Innenverteidiger Jay Duff die Gelbe Karte. Drei Minuten später hatte Ivar Munk erneut die Chance zur Führung. Wieder nichts. Die Partie begann sich in jene unangenehme Richtung zu entwickeln, in der ein 0:0 plötzlich wie ein Naturgesetz wirkt. Dann kam die 77. Minute. Rasmus Clausen, zuvor bereits mehrfach mit Abschlüssen aufgefallen, bekam die Gelegenheit - und nutzte sie. Nach der Beteiligung von Mittelstürmer Isidoro Oliveira brachte der rechte Mittelfeldspieler Tirat Carmel mit dem einzigen Treffer des Abends in Führung. 1:0. Kein Feuerwerk, sondern eher der präzise gesetzte Punkt am Ende eines sehr langen Satzes. "Ich dachte kurz, der Ball wolle uns noch eine weitere Stunde beschäftigen", lautete Clausens angeblich erleichterter Kommentar nach dem Abpfiff. "Zum Glück hatte er dann doch andere Pläne." Tel Aviv versuchte noch einmal, Druck aufzubauen, doch die Gastgeber verteidigten aufmerksam. Torwart Georg Danielsen durfte sich zwar nicht über einen dramatischen Heldentag beklagen, aber gerade das dürfte ihm recht gewesen sein. Tirat Carmel brachte den knappen Vorsprung über die Zeit, während Carlsen und Oliveira in der Schlussphase sogar noch nachlegen wollten. So blieb es beim 1:0 (0:0). Tirat Carmel gewann verdient, wenn auch mit der Geduld eines Menschen, der an einer roten Ampel steht und dabei 18-mal auf den Knopf drückt. Clausen hatte schließlich genug davon - und machte den Abend für die Gastgeber perfekt. 11.09.2026 21:45 |
Sprücheklopfer
Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.
Peter Neururer