Jamaica News Bulletin
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Clarendon Sporting schockt die Violet Kickers mit frühem Doppelschlag

Manchmal ist Fußball schlicht eine Frage des frühen Aufstehens - oder in diesem Fall: des frühen Einschlagens. Kaum hatten sich die 27.000 Zuschauer im Stadion der Violet Kickers am 33. Spieltag der 1. Liga Jamaica auf ihren Sitzen eingerichtet, lag der Ball schon zweimal im Netz der Hausherren. Clarendon Sporting spielte am Dienstagabend die ersten fünf Minuten wie im Rausch - und die Kickers wie im Tiefschlaf. Am Ende hieß es 0:3 (0:2) aus Sicht der Gastgeber.

"Ich hab noch nicht mal meinen Kaugummi ausgepackt, da stand’s schon 0:2", stöhnte ein fassungsloser Heimfan auf der Haupttribüne. Und tatsächlich: Schon in der 1. Minute klingelte es, als Clarendons bulliger Mittelstürmer Finlay Payne nach feinem Zuspiel von Spielmacher Pascal Boissieu eiskalt vollstreckte. Vier Minuten später legte Mason Warriner nach, nach einer butterweichen Flanke von Artur Krutow - und die Kickers-Abwehr sah aus, als hätte sie noch die Stadionwurst in der Hand.

"Wir wollten offensiv beginnen, das ist uns gelungen", grinste Clarendon-Coach Biggi Kulisch später mit jener Mischung aus Understatement und Genugtuung, die nur Trainer nach einem perfekten Start haben. "Zwei Tore in fünf Minuten - da kann man schon mal kurz überlegen, ob man den Bus rückwärts wieder auf den Parkplatz stellt."

Die Violet Kickers, die laut Statistik mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz hatten, wirkten nach dem Doppelschlag konsterniert. Zwar mühten sie sich redlich, doch vier Torschüsse in 90 Minuten sind ein Armutszeugnis, selbst wenn man Ballbesitz wie ein Weltmeister verwaltet. "Wir haben den Ball ganz gut laufen lassen", sagte Innenverteidiger Gerard Bethune nach dem Spiel, "aber leider in die falsche Richtung."

Torwart Lewis Hartshorn, der trotz dreier Gegentreffer als einer der besseren seiner Mannschaft galt, brachte es auf den Punkt: "Wenn du 18 Schüsse aufs Tor gegen dich bekommst, darfst du dich über drei Gegentore nicht beschweren - sondern über die anderen 15, die fast reingegangen wären."

Clarendon hingegen spielte abgeklärt, zielstrebig, aggressiv - und das mit System. Ihre taktische Ausrichtung war von Beginn an offensiv, das Pressing dosiert, aber effektiv. Besonders auffällig: Rechtsaußen Artur Krutow, der mit gleich fünf gefährlichen Abschlüssen und einer Vorlage zum Dauerbrenner wurde. In der 22. Minute holte sich Boissieu zwar eine Gelbe Karte, doch selbst das schien Clarendon nicht aus dem Tritt zu bringen. "Ich musste mal kurz zeigen, dass wir da sind", erklärte der Mittelfeldroutinier später mit einem Augenzwinkern.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Die Kickers versuchten, durch frühe Flanken und ein bisschen mehr Risiko Druck aufzubauen, aber Clarendon verteidigte clever, lauerte auf Konter - und blieb gefährlicher. In der 80. Minute besiegelte schließlich der eingewechselte Logan Guillory den Abend. Nach einem präzisen Pass von Salvador Butragueno traf der 22-Jährige aus spitzem Winkel zum 3:0 - und rannte jubelnd Richtung Gästeblock. "Ich wollte eigentlich querlegen", gab Guillory später lachend zu. "Aber manchmal entscheidet eben der Zufall für dich."

Die letzten Minuten plätscherten dahin, während die Fans der Kickers immer leiser wurden. Nur noch vereinzelt hörte man Rufe wie "Wach auf, Violet!" - da war längst klar, dass dieser Abend keiner für die Heimfarben werden würde. Zwei Gelbe Karten (Vazquez, Oliveira) verhinderten wenigstens, dass die Defensive gänzlich in Lila aufging.

Nach Abpfiff sprach Kulisch von "einer reifen Vorstellung" seiner Elf, während Kickers-Coach - der seinen Namen lieber nicht mehr in der Zeitung lesen wollte - in der Kabine angeblich die Taktiktafel in ihre Einzelteile zerlegte. "Manchmal", so soll er gemurmelt haben, "ist Fußball wie ein schlechter Traum - und du wachst einfach nicht auf."

Statistisch untermauert war der Albtraum ohnehin: Clarendon mit 18 Torschüssen, die Kickers mit mageren vier. 56 Prozent Zweikampfquote für die Gäste, 43 für die Hausherren - das sind Zahlen, die keine Ausreden zulassen.

Und so endete ein Abend, der für die einen pure Freude, für die anderen pure Frustration war. "Wir haben gezeigt, dass wir Tore schießen können - auch früh am Abend", meinte Payne mit breitem Grinsen, bevor er den Spielball einpackte. Auf die Frage, ob er ihn signieren lasse, antwortete er trocken: "Nein, ich will, dass die Kickers wissen, wer’s war."

Ein bitterer Trost für die Gastgeber: Das Flutlicht funktionierte tadellos. Sonst hätte man die Katastrophe vielleicht gar nicht so deutlich gesehen.

13.04.643990 16:38
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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