Tuttosport
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Cittadella zittert sich zum 3:2 - ein Sieg mit zwei Gesichtern

Was nach 45 Minuten wie ein gemütlicher Spaziergang durch den Frühling aussah, endete für US Cittadella in einem nervenaufreibenden Überlebenskampf. Die Männer von Trainer Michael Schuller gewannen am 9. Spieltag der 1. Liga Italien mit 3:2 gegen Gela - aber die zweite Halbzeit dürfte dem Coach ein paar graue Haare beschert haben.

Vor 70.991 Zuschauern im ausverkauften Stadio Pier Cesare Tombolato begann Cittadella furios: Schon in der 11. Minute sorgte der erfahrene Jozsef Bene für das 1:0, nachdem er den Ball aus spitzem Winkel in den Winkel drosch. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste der 32-Jährige nach dem Spiel, "aber dann dachte sich der Ball wohl, er hätte Lust auf ein Tor."

Nur 13 Minuten später war es Verteidiger Frederic Baptiste, der nach feiner Vorarbeit von Spielmacher Gaetano Basile zum 2:0 traf - und das als Rechtsverteidiger. Baptiste kommentierte trocken: "Wenn die Stürmer nicht wollen, mach ich’s halt selbst. Ist ja schließlich auch ein Mannschaftssport."

In Minute 37 legte der junge Freddie Couture nach: Der 22-jährige Flügelflitzer verwandelte eine brillante Hereingabe von Uwe Konrad zum 3:0. Zu diesem Zeitpunkt schien alles entschieden. Die Heimfans sangen, Trainer Schuller klatschte zufrieden, und sogar der Stadionsprecher klang, als würde er schon die Siegeshymne einstudieren.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn es nicht immer noch eine zweite Halbzeit gäbe. Und diese begann mit einem Paukenschlag - allerdings auf der anderen Seite. Gela, vom sonst stoischen Trainer Michael Müller in der Pause wachgerüttelt ("Ich habe ihnen gesagt, sie sollen sich mal vorstellen, sie würden Fußball spielen", verriet er später halb ernst, halb belustigt), kam plötzlich mit ganz anderem Feuer aus der Kabine.

Angeführt vom überragenden Julien Matthieu drehte Gela auf. Der 32-jährige Angreifer verkürzte in der 62. Minute nach Pass von Marco Frechaut auf 3:1. Zehn Minuten später setzte derselbe Matthieu, diesmal nach Zuspiel von David Martin, zum Doppelschlag an - 3:2. Innerhalb von zehn Minuten war die Partie wieder offen, und Cittadellas zuvor so selbstbewusste Defensive begann zu wackeln wie ein Kartenhaus im Wind.

"Wir dachten wohl, 45 gute Minuten reichen", gab Cittadellas Mittelfeldmann Davib Greenwald hinterher selbstkritisch zu. "Aber Gela hat uns gezeigt, dass man besser bis 90 zählt."

Die Statistik sprach am Ende dennoch für die Gastgeber: 15 zu 5 Torschüsse, 51,7 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 54 Prozent. Doch Zahlen sagen nicht alles - die zweite Halbzeit war ein einziger Stresstest. Torhüter Rui Alves rettete in der 79. Minute mit einer Glanzparade gegen Javier Garcia den Sieg, und als in der 90. Minute noch einmal ein Freistoß von Matthieu knapp über das Tor strich, hielt selbst Trainer Schuller kurz den Atem an.

"Ich hätte fast die Coaching-Zone verlassen, um selbst zu klären", scherzte er später. "Aber dann fiel mir ein, dass ich seit 20 Jahren keinen Sprint mehr gemacht habe."

Gela indes darf sich trotz Niederlage als moralischer Sieger fühlen. Nach einer lethargischen ersten Hälfte zeigte das Team Moral und Leidenschaft. "Wenn wir so anfangen wie wir aufgehört haben, schlagen wir nächste Woche jeden", meinte Doppeltorschütze Matthieu kämpferisch.

Die Zuschauer gingen jedenfalls nicht unzufrieden nach Hause - Cittadella-Fans mit erleichtertem Lächeln, Gela-Anhänger mit stolzer Brust. Und irgendwo zwischen Jubel und Erleichterung blieb das Gefühl: Dieses 3:2 war mehr als nur ein Ergebnis, es war ein Lehrstück in Sachen Selbstzufriedenheit und Rückkehrwillen.

Oder, wie es ein älterer Fan beim Hinausgehen formulierte: "Drei Tore Vorsprung? Das ist wie ein Espresso in Italien - kurz, stark, aber schnell weg, wenn du nicht aufpasst."

Am Ende stand ein Arbeitssieg, der sich wie ein Thriller anfühlte. Cittadella bleibt oben dran, Gela verlässt trotz Niederlage erhobenen Hauptes das Feld. Und Trainer Schuller? Der dürfte den Abend mit einem Glas Rotwein und einer Packung Baldrian beendet haben - wohl wissend, dass sein Team den Sieg fast noch aus der Hand gegeben hätte.

Ein Spiel, das zeigte: Selbst ein 3:0 zur Pause ist keine Garantie - aber ein hervorragender Stoff für Geschichten, an die man sich gerne erinnert.

12.02.643994 02:35
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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