Football Today
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Chester Seals retten spät ein 2:2 gegen die West Hammers

Ein nasskalter Freitagabend in Chester, Flutlicht, 15.121 Zuschauer - und ein Spiel, das man so oder so ähnlich schon oft gesehen hat: viel Aufwand, wenig Ertrag, und am Ende ein Ergebnis, das beiden irgendwie nicht schmeckt. Die Chester Seals und die West Hammers trennten sich im 7. Spieltag der 3. Liga England (2. Div) mit 2:2. Dabei hätten die Hausherren das Remis fast gar nicht mehr retten können - und die Gäste hätten es fast verschenkt.

Die Seals begannen mit Schwung, als hätten sie den Kaffee direkt intravenös bekommen. Schon nach vier Minuten zwang Jose de Almeida den Hammer-Keeper Henry Neil zu einer Glanzparade. In der Folge schossen die Gastgeber aus allen Lagen - insgesamt 16 Mal aufs Tor -, doch der Ball wollte einfach nicht rein. "Ich dachte irgendwann, das Tor ist heute kleiner als sonst", grinste Mittelfeldmann Jake Washington nach dem Spiel.

Die West Hammers dagegen wirkten zunächst wie auf Dienstreise, kamen erst nach zwanzig Minuten in Fahrt. William Hannigan prüfte den Chester-Keeper Aaron Beecroft mit einem strammen Schuss - eine erste Duftmarke. Kurz vor der Pause wurde es dann bitter für die Seals: Hannigan steckte elegant auf Vincent Morais durch, der aus spitzem Winkel eiskalt abschloss. 0:1 in der 43. Minute - und das zur Unzeit.

"Wir hatten die Partie eigentlich im Griff, und dann kassieren wir so ein Ding", schnaubte Chester-Coach an der Seitenlinie, während Toni Mückfeld auf der Gegenseite lässig in seinen Mantel grinste. Der West-Hammers-Trainer sollte später sagen: "Wir sind keine Mannschaft, die viele Chancen braucht. Manchmal reicht eine." Sarkasmus oder Selbstlob? Vermutlich beides.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild gleich: Chester rannte an, West Hammers verteidigte clever und lauerte. Die Statistik sprach Bände: 53 Prozent Ballbesitz für Chester, 16:4 Torschüsse - doch das Spiel lief weiter gegen sie. Bis zur 67. Minute. Henry MacNeill flankte von rechts butterweich auf den einlaufenden Adam Perlman, der per Direktabnahme den längst verdienten Ausgleich erzielte. Das Stadion tobte, und selbst der Stadionsprecher klang kurz wie ein Radiomoderator nach drei Espressi.

Doch die Freude währte nur kurz. Nur sieben Minuten später schlug West Hammers eiskalt zurück. Mathias Frigard, der bis dahin kaum in Erscheinung getreten war, nutzte eine Unachtsamkeit in der Chester-Abwehr und schob zum 1:2 ein. Auf der Trainerbank der Seals flogen Wasserflaschen. "Ich wollte sie nur kühlen, nicht werfen", beteuerte der sichtlich genervte Coach später mit einem gequälten Lächeln.

Die Schlussphase wurde dann zum kleinen Drama. Chester drückte, als ginge es um Leben und Tabellenplatz. Henry MacNeill, ohnehin einer der auffälligsten Spieler des Abends, scheiterte in der 85. Minute noch knapp - doch zwei Minuten später machte er es besser. Nach einem schnellen Angriff über Jose de Almeida landete der Ball wieder bei MacNeill, der das Leder trocken ins Netz jagte. 2:2, 87. Minute, Stadion-Ekstase.

"Ich habe einfach draufgehalten. Wenn du 15 Mal danebenballerst, muss ja irgendwann einer rein", lachte MacNeill nach dem Schlusspfiff. Sein Trainer nickte dankbar: "Henry hat heute das Herz dieser Mannschaft gezeigt."

Die letzten Minuten waren dann eher ein Lehrstück in Nervenkontrolle. Chester wollte mehr, West Hammers wollte endlich den Bus erreichen. Noch ein Schuss von de Almeida, noch ein verzweifelter Befreiungsschlag - dann war Schluss.

So bleibt am Ende ein Remis, das Chester Seals moralisch stärkt, aber tabellarisch wenig hilft. Und für die West Hammers? Die nahmen einen Punkt mit, den sie eigentlich schon sicher hatten - und verloren zwei, weil sie ihn nicht festhalten konnten.

Trainer Toni Mückfeld fasste es trocken zusammen: "Wir haben das Spiel zweimal gewonnen und trotzdem nicht gewonnen. Das muss man erst mal schaffen."

Vielleicht war es genau diese Mischung aus Kampf, Chaos und Komik, die das Publikum in Chester an diesem Abend glücklich machte. Fußball, wie er sein soll: unberechenbar, emotional - und ein bisschen verrückt.

Schlusswort? Der Stadionsprecher brachte es unfreiwillig auf den Punkt, als er kurz nach Abpfiff verkündete: "Endstand 2:2 - und alle haben’s verdient." Ganz so unrecht hatte er nicht.

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