Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Chersonissos stürmt sich zum 3:1 - frühes Feuerwerk und ein Platzverweis

Ein lauer Januarabend auf Kreta, 21 Grad, leichter Wind vom Meer - und 21.672 Zuschauer, die wohl kaum geahnt hatten, dass sie gleich Zeuge eines wahren Fußball-Feuerwerks werden würden. Schon nach drei Minuten bebte das Stadion von Chersonissos: Karel De Graff, der erfahrene Linksaußen, versenkte den Ball nach einem blitzsauberen Zuspiel von Nico Hartmann im Netz. "Ich hatte noch Sand vom Strand im Schuh, aber der Ball musste einfach rein", grinste De Graff später schelmisch.

Alexandroupoli, das junge, offensiv eingestellte Team aus dem hohen Norden, fand kaum ins Spiel. Zwar gehörten ihnen mit 52 Prozent der Ballbesitz, aber Chersonissos war schlicht effektiver - 20 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. In der 14. Minute legte Morgan Staunton nach, diesmal nach Vorarbeit des quirlig-unkontrollierbaren Hugo Mattson. Ein trockener Schuss aus 18 Metern, halbhoch rechts - das 2:0. Trainer Harry Kane (nein, nicht der englische Stürmerstar, aber fast so charmant) ballte die Faust und rief seinem Team zu: "So sieht griechischer Power-Fußball aus!"

Alexandroupoli versuchte es, wie es ihre Taktik versprach - offensiv, aber ohne Pressing. Das sah dann so aus, dass man sich gefühlt in jeder zweiten Szene gegenseitig den Ball zuschob, während Chersonissos nur darauf wartete, den nächsten Konter zu setzen. Ab und zu blitzte bei den Gästen Talent auf: Der 17-jährige Leandros Markopoulos, ein rechter Flügelflitzer, prüfte Torwart Ashton Heighway in der 27. Minute, doch der reagierte wie ein englischer Gentleman - cool, mit einem kurzen Nicken und sicherem Griff.

Kurz vor der Pause wurde es dann hitzig. Chersonissos’ Innenverteidiger Tomas Kisel, bereits verwarnt, rauschte in der 53. Minute in einen Zweikampf, der selbst in einem Rugbyspiel Stirnrunzeln ausgelöst hätte. Gelb-Rot, Abmarsch. "Ich hab’ nur den Ball gesehen", erklärte er später mit einem Achselzucken, während Trainer Kane ihm den Rücken tätschelte und murmelte: "Nächstes Mal vielleicht den Ball UND den Gegner."

Doch selbst in Unterzahl zeigte Chersonissos, dass Erfahrung manchmal mehr zählt als numerische Überlegenheit. Nur eine Minute nach dem Platzverweis - als würde das Team die Strafe in Energie umwandeln - traf Tyler O’Brien aus spitzem Winkel zum 3:0. Vorlage: der junge Venediktos Fotopoulos, der trotz seines Alters schon spielt, als hätte er den Ball erfunden. "Ich hab’ einfach gespürt, dass Tyler was vorhat", sagte er nach dem Spiel, während O’Brien lachend ergänzte: "Ich hatte eigentlich was anderes vor - aber gut, dass er’s gespürt hat."

Alexandroupoli, davon völlig überrumpelt, konnte nur noch Ergebniskosmetik betreiben. In der 69. Minute köpfte Innenverteidiger Jean-Pierre Bethune nach einer Ecke den Ball ins Netz, bedient von, man glaubt es kaum, dem 17-jährigen Archondis Papastathopoulos. Der Jubel war ehrlich, aber kurz - zu deutlich war die Überlegenheit des Gegners.

Die Schlussphase brachte noch ein paar unschöne Momente: Pau Gomes sah Gelb, Gerhard Block ebenfalls, und William Hamlin musste verletzt ausgewechselt werden. Auf der anderen Seite humpelte Torschütze Bethune kurz vor Schluss vom Feld - immerhin mit einem Tor auf dem Konto, was für einen Innenverteidiger auch eine Art Trostpflaster ist.

Statistisch betrachtet war Alexandroupoli gar nicht so unterlegen: mehr Ballbesitz, acht Torschüsse, viel jugendlicher Elan. Aber Chersonissos, taktisch diszipliniert und mit einer Prise abgezockter Routine, spielte das Spiel wie ein erfahrener Pokerspieler - mit ruhiger Hand, gelegentlichem Blinzeln und eiskalten Treffern.

Nach Abpfiff wirkte Harry Kane zufrieden. "Wir haben heute gezeigt, dass wir auch mit zehn Mann feiern können", sagte er und deutete auf die jubelnde Kurve. "Manchmal reicht eine gute erste Viertelstunde für einen ganzen Abend." Sein Gegenüber schwieg erst lange, dann murmelte Alexandroupolis Trainer - offenbar noch immer fassungslos: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. Vielleicht sollte ich mal nachfragen, wie man das tauscht."

Fazit: Chersonissos gewinnt 3:1 (2:0), mit Wucht, Witz und einem Hauch Trotz. Alexandroupoli verliert, aber nicht ohne Anstand - und mit dem Gefühl, dass in diesem jungen Team noch einiges wachsen kann. Und irgendwo auf den Tribünen summte ein Fan: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald ein größeres Stadion."

Und wer weiß - vielleicht hat er recht.

14.05.643987 21:52
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Branco tanzt und ich grätsche. Das ist der Unterschied zwischen Kamerun und Norwegen.
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