Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Chersonissos stolpert, Athen tanzt - Odysseas holt den Pokal mit 2:1

Es war ein Abend, wie ihn der Fußball liebt: Flutlicht, 32.000 euphorisierte Zuschauer und ein Finale, das von Anfang an mehr Drama versprach als jede griechische Tragödie. Am Ende stand Odysseas Athen mit einem 2:1-Sieg über Chersonissos als Pokalsieger da - verdient, aber nicht ohne Nervenflattern.

Schon in der 9. Minute bebte das Stadion, als Chersonissos’ flinker Linksaußen Karel De Graff einen perfekten Pass von Heinrich Marchal mit der Präzision eines Uhrmachers in die Maschen drosch. Trainer Harry Kane - nein, nicht der englische Stürmer, sondern sein griechischer Namensvetter mit Sinn für Ironie - brüllte an der Seitenlinie: "So spielt man Fußball, Leute!" Seine Spieler nickten, als hätten sie gerade die Erleuchtung erlebt.

Doch die Freude währte kurz. Nur vier Minuten später - 13. Minute - schlug Odysseas Athen zurück. Ricardo Pena, der rechte Flügelstürmer mit der Eleganz eines Balletttänzers und der Schusskraft eines Vorschlaghammers, zirkelte den Ball nach Vorlage von Duarte Alvar unhaltbar ins Eck. 1:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Pena später, "und gehofft, dass der Ball nicht in den Nachthimmel fliegt."

Das Spiel schwappte hin und her wie die Ägäis bei Sturm. Chersonissos spielte mit offenem Visier, offensiv, mutig, zuweilen waghalsig. Athen antwortete mit ruhiger Hand, kontrolliert, fast stoisch - typisch Rehakles, der alte Taktikfuchs. "Wir haben nie die Ruhe verloren", erklärte Otto Rehakles nach dem Spiel trocken. "Weil wir sie vorher gar nicht hatten."

Zur Halbzeit war alles offen, 1:1, und beide Teams gingen mit Dampf in die Kabine. Harry Kane wechselte gleich dreimal - frische Beine und junge Hoffnung. Besonders der 18-jährige Achilleas Katsouranis, der für Hugo Mattson kam, brachte Schwung auf der rechten Seite. Man könnte sagen, er spielte wie jemand, der noch nie etwas von Angst gehört hat.

Doch die zweite Halbzeit gehörte Athen. Sie hatten etwas mehr Ballbesitz (50,5 Prozent) und doppelt so viele Torschüsse (13 gegenüber 7). Chersonissos kämpfte, aber die Präzision ließ nach. In der 65. Minute kam dann der Stich ins Herz: Radovan Ctyroky, bis dahin eher unauffällig, nutzte eine sehenswerte Vorlage von Duarte Alvar und traf trocken ins linke Eck. 2:1 Athen.

"Ich hab den Ball gesehen, und plötzlich war alles still", sagte Ctyroky später. "Nur mein Fuß sprach." Ein Satz, den man sich auf ein T-Shirt drucken möchte.

Danach versuchte Chersonissos alles. Kane winkte wild, brüllte, trommelte auf seine Coachingzone ein. "Wir wollten sie hinten einschnüren, aber Odysseas hat sich einfach nicht fesseln lassen", seufzte er später. Tatsächlich blieb Athen cool. Torhüter Marcel Besson, sonst kaum geprüft, fischte in der 70. Minute einen gefährlichen Schuss des jungen Katsouranis aus dem Winkel - ein Reflex, der wohl den Pokal festhielt.

In der Schlussphase wurde’s hektisch. Eine Gelbe Karte für Benyamin Hoffmann (40.) erinnerte daran, dass Leidenschaft und übertriebene Liebe zum Gegner zwei verschiedene Dinge sind. Und als der Schlusspfiff ertönte, brach Rehakles in ein fast junges Lächeln aus. "Ich hab schon viele Finals verloren", sagte der 68-Jährige mit einem Augenzwinkern, "aber gewinnen ist irgendwie angenehmer."

Die Statistik sprach am Ende eine deutliche Sprache: Odysseas Athen mit mehr Schüssen, besserer Zweikampfquote (53,2 Prozent) und der reiferen Spielanlage. Chersonissos mit Herz und Mut, aber ohne Happy End.

Im VIP-Bereich soll man gehört haben, wie ein Zuschauer murmelte: "Das war kein Spiel, das war griechisches Theater." - Und vielleicht hatte er recht. Es gab Helden, Tragödien, und am Ende den Triumph des Odysseus.

Harry Kane verabschiedete sich mit den Worten: "Wir haben alles gegeben. Leider hat der Fußballgott heute in Athen gewohnt." Sein Gegenüber Rehakles lachte: "Dann haben wir wohl Heimvorteil gehabt."

Ein Pokalfinale, das alles hatte: Tempo, Emotionen, ein bisschen Wahnsinn - und eine Geschichte, die man in Chersonissos wohl noch lange erzählen wird.

Und irgendwo auf Kreta wird Karel De Graff heute Nacht in die Sterne schauen und denken: "Neun Minuten Ruhm sind besser als gar keine."

06.05.643990 11:47
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Man darf über ihn jetzt nicht das Knie brechen.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager