Athlitiki Icho
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Chersonissos siegt knapp - Albacar trifft, Panserraikos hadert

Es war ein kühler Januarabend in Serres, doch die 16.000 Zuschauer im Stadion von Panserraikos hatten sich aufgewärmt - teils mit Gesängen, teils mit der Hoffnung auf einen Heimsieg. Am Ende jedoch blieb ihnen nur der bittere Geschmack einer 0:1-Niederlage gegen Chersonissos, die zwar knapp ausfiel, aber in ihrer Konsequenz deutlich war: Wer seine Chancen nicht nutzt, der verliert.

Schon die Anfangsminuten gaben den Ton an. Panserraikos begann forsch, fast übermotiviert offensiv. Hugo Deluguerre prüfte in der 4. Minute Gästetorwart Ashton Heighway, und kurz darauf köpfte Innenverteidiger Adamantios Anagnostou nach einer Ecke knapp vorbei. Das Publikum raunte, der Trainer - nennen wir ihn vorsichtig "nicht ganz zufrieden" - gestikulierte wild an der Seitenlinie. Doch dann kam, was Fußballspiele gern entscheiden: ein einziger Moment.

In der 18. Minute schnappte sich Chersonissos-Mittelfeldmann Ignacio Albacar den Ball im Zentrum, spielte einen Doppelpass mit Morgan Staunton, schaute kurz auf, und zimmerte das Leder mit links ins Eck. Tor für Chersonissos. 0:1. Während Albacar jubelnd in die Arme seiner Mitspieler fiel, trat Panserraikos-Keeper Lucas Cromwell wütend gegen den Pfosten. "Ich habe die Sonne im Auge gehabt", soll er nach dem Spiel gesagt haben - was angesichts des Abendspiels um 20:30 Uhr für ein Schmunzeln im Presseraum sorgte.

Panserraikos versuchte zu antworten, doch es blieb beim Versuch. Hansen Van Dyck prüfte Heighway mit einem Distanzschuss (15.), und Deluguerre scheiterte noch einmal in der 34. Minute. Dann kam die 37. Minute, die zum Knackpunkt des Spiels wurde: Jake Hamlin, der zentrale Motor im Mittelfeld, blieb nach einem Zweikampf liegen. Leichtes Zucken im Knie, schmerzverzerrtes Gesicht - aus, vorbei. Für ihn kam Evripidis Iosifidis, der später trocken meinte: "Ich war eigentlich schon in der Dusche, als sie mich riefen."

Zur Halbzeit führte Chersonissos verdient. Trainer Harry Kane - ja, genau, jener Harry Kane, der offenbar auch im Süden Europas ein Händchen für Tore hat, wenngleich diesmal als Coach - wirkte zufrieden. "Wir haben den Ball gut laufen lassen, auch wenn die Jungs manchmal so taten, als hätten sie Angst, sich die Schuhe schmutzig zu machen", sagte er mit einem Grinsen.

Die zweite Halbzeit brachte mehr vom Selben: Chersonissos mit der etwas reiferen Spielanlage, Panserraikos mit viel Herz, aber wenig Ziel. Zwischen der 46. und 72. Minute feuerten die Gäste eine ganze Serie von Schüssen ab - Hugo Mattson, Venediktos Fotopoulos und William Hamlin hatten Gelegenheiten en masse. Cromwell hielt, was zu halten war, und manchmal auch, was eigentlich nicht zu halten war. "Er war der einzige, der sich heute nicht ausruhen konnte", kommentierte ein Fan sarkastisch von der Tribüne.

In der Schlussphase dann nochmal Aufbäumen: der junge Fotios Machlas, gerade mal 21, zog zweimal gefährlich ab (64. und 70. Minute), doch der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht war es Pech, vielleicht die Nerven, vielleicht beides. Trainer Kane brachte in der 89. Minute den 17-jährigen Emmanouil Domazos - ein Wechsel, der eher nach einem Geschenk für die Familienchronik klang als nach einer taktischen Notwendigkeit.

Am Ende blieb es beim 0:1. Chersonissos hatte mit 52,9 Prozent Ballbesitz und elf Schüssen aufs Tor die Nase knapp vorn, während Panserraikos trotz 47 Prozent Ballbesitz und sechs Abschlüssen vergeblich anrannte.

"Das war kein schlechtes Spiel, nur das Ergebnis ist schlecht", meinte Panserraikos-Kapitän Deluguerre nach Abpfiff, während er sich ein Handtuch über den Kopf warf. Sein Trainer nickte stumm daneben - vielleicht, weil Worte in solchen Momenten ohnehin nichts ändern.

Harry Kane hingegen hatte seine Freude: "Ein Tor reicht, wenn man das richtige macht. Wir haben das Richtige gemacht."

Und so endete ein Abend, der keine großen Schlagzeilen über Dramen, Skandale oder Schiedsrichterpannen lieferte, sondern einfach nur ehrlichen, bodenständigen Fußball: ein früher Treffer, viel Kampf, ein bisschen Pech und ein Harry Kane mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß, dass drei Punkte manchmal schöner sind als jedes 4:3.

Vielleicht hätte Panserraikos mehr verdient gehabt. Vielleicht. Aber Fußball ist selten gerecht - und genau deshalb lieben wir ihn so.

18.06.643987 15:00
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