Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Chemnitz zittert sich zum 4:3 - Spektakel mit Nervenflattern

Chemnitz - 11.387 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion an der Gellertstraße sahen am Freitagabend ein Fußballspiel, das irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte. Der Chemnitzer FC gewann gegen den wackeren Außenseiter Weiler im Allgäu mit 4:3 (4:1), und wer nach 45 Minuten kurz auf Toilette ging, dürfte sich beim Wiederkommen gefragt haben, ob die Teams in der Halbzeit die Trikots getauscht hatten.

Denn was in der ersten Halbzeit nach einem Spaziergang aussah, wurde in der zweiten zum Zittern par excellence. Trainerin Beate Merkel hatte ihre Chemnitzer offensiv eingestellt - und ihre Jungs legten los, als wollten sie sich schon zur Pause als Tabellenführer feiern lassen.

Bereits in der dritten Minute klingelte es: Ari Österberg, der flinke Finne auf der linken Seite, traf nach Zuspiel von Isidoro Goncalves eiskalt. "Ich dachte erst, der Ball sei zu weit - aber dann lag er plötzlich da, so schön wie ein Geschenk", grinste Österberg später. Der Chemnitzer Anhang brüllte, die Allgäuer schauten sich an, als wollten sie fragen: "War das jetzt schon der Anfang vom Ende?"

Doch der CFC kannte kein Erbarmen. In der 14. Minute drosch ausgerechnet Innenverteidiger Ricardo Hierro einen Ball humorlos ins Netz - Vorlage wieder Österberg. Hierro, der sich kurz zuvor eine gelbe Karte abgeholt hatte, riss danach die Arme hoch und rief in Richtung Bank: "Siehst du, Frau Merkel, ich kann auch Tore!" Die Trainerin lachte nur und schüttelte den Kopf.

Als Goncalves in der 27. Minute auf 3:0 stellte, diesmal nach feinem Zuspiel von Vilmos Lisztes, ahnten die Zuschauer: Das wird ein Schützenfest. Und tatsächlich - kurz vor der Pause erhöhte Tomasz Preuss nach Vorlage von Paul Celine auf 4:1. Zwischenzeitlich hatte Weilers Jürgen Linke (29.) immerhin den Ehrentreffer erzielt - ein wuchtiger Rechtsschuss, der auch einem Erstligastürmer gut zu Gesicht gestanden hätte.

"Wir waren in der ersten Halbzeit völlig überfordert", gab Gästecoach Mino Raiola später zu. "In der Kabine habe ich gesagt: Jungs, wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Würde. Und vielleicht mit einem Tor mehr als der Stadionsprecher erwartet."

Und siehe da - seine Mannschaft nahm ihn wörtlich. Nach der Pause entwickelte sich ein anderes Spiel. Felipe Gama, der 19-jährige Brasilianer auf Weilers linker Seite, traf doppelt (63. und 67. Minute) und brachte die Gastgeber ins Schwimmen. Beide Male waren es blitzschnelle Kombinationen über Fritsch und Olsson - und plötzlich roch es nach Aufholjagd.

Die Chemnitzer, die in der ersten Halbzeit Ball und Gegner hatten laufen lassen, wirkten nun fahrig. Beate Merkel reagierte mit einem Doppelwechsel: Rothe kam für Preuss, Sancho für Celine. "Wir wollten das Zentrum stabilisieren", erklärte sie später. "Hat geklappt? Naja, am Ende stand’s 4:3 - also irgendwie schon."

Weiler drückte, Chemnitz konterte - und beide Teams feuerten weiter aus allen Lagen. 12:12 Torschüsse standen am Ende zu Buche, und der Ballbesitz war mit 50,1 zu 49,9 Prozent so ausgeglichen, dass man fast glauben konnte, ein Computer habe die Statistik geschrieben.

In der 82. Minute sah Michel Hierro von Weiler noch Gelb - der Bruder von Chemnitz’ Ricardo, was in der Mixed Zone für Familienhumor sorgte. "Mama wird sich freuen - beide Jungs im Bericht, beide mit Karte", lachte Ricardo.

Als Schiedsrichter Schubert nach 94 Minuten abpfiff, fiel Beate Merkel die Anspannung buchstäblich aus dem Gesicht. "Das war kein Fußballspiel, das war eine Achterbahnfahrt. Ich brauche jetzt zwei Tage Kamillentee."

Weilers Trainer Raiola hingegen zeigte sich trotz Niederlage stolz: "Wenn man 1:4 hinten liegt und dann so zurückkommt, darf man das als Sieg der Moral sehen. Und wenn Felipe so weitermacht, wird er bald nicht mehr im Allgäu wohnen."

Das Publikum verabschiedete beide Mannschaften mit Applaus - selten hat ein 4:3 so viel Gesprächsstoff geliefert. Chemnitz bleibt damit in der oberen Tabellenhälfte der 3. Liga, während Weiler zeigt, dass auch ein kleiner Klub große Geschichten schreiben kann.

Und irgendwo in der Kabine summte Ari Österberg beim Duschen leise vor sich hin - wahrscheinlich eine Ballade über vergebene Chancen, gerettete Siege und die Schönheit eines Spieltags, an dem man sowohl Held als auch Herzinfarktverursacher war.

Fazit: Ein Spiel wie ein Espresso - kurz, stark, und man zittert noch Stunden später.

30.09.643987 21:33
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Gerade diesen Nike-Spot sehe ich sehr negativ. Es beginnt jetzt die Reisezeit. Stellen Sie sich nur vor, die Kinder beginnen jetzt auf den Flughäfen mit Bällen herumzudribbeln.
Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager