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Charleston Gunners siegen 3:2 - Inter Miami verliert den Faden und die Fassung

Ein lauer Abend in Charleston, 42.430 Zuschauer, das Stadion brodelt - und am Ende dürfen die Gunners jubeln: 3:2 gegen Inter Miami, ein Spiel, das alles hatte, was man an einem Sonntagabend zwischen Burgerduft und Flutlicht braucht - Tore, Karten, Dramatik und ein bisschen Chaos.

Schon in den ersten Minuten war klar, dass Inter Miami mit offenem Visier antrat. Trainer Gavin Knipp hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, die Gäste griffen früh an, doch das erste Ausrufezeichen setzten die Hausherren. In der 18. Minute schickte Torsten Moser den quirligen Rutger Mattson auf die Reise - und der traf eiskalt ins lange Eck. 1:0 für Charleston, das Stadion stand Kopf. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du zu lange überlegst, fliegt der Ball in die Parkreihe", grinste Mattson später.

Inter Miami zeigte sich unbeeindruckt, spielte weiter nach vorne, auch wenn Charleston mit fast 60 Prozent Ballbesitz die Spielkontrolle behielt. Doch kurz vor der Pause gelang der Ausgleich: Pekka Österberg, der junge Finne, vollendete nach feinem Zuspiel von Xabi del Rio in der 44. Minute zum 1:1. Trainer Knipp ballte die Faust - und brüllte seinem Team zu: "So spielt man Fußball, Jungs!"

Halbzeit. Beide Trainer verschwanden mit sehr unterschiedlichen Gesichtsausdrücken in den Katakomben. Jon Dpunkt, der Coach der Gunners, ließ sich später entlocken: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen weniger denken. Das hat geholfen." Es half tatsächlich - denn kaum rollte der Ball wieder, stand es 2:1. Joel Caviness traf in der 47. Minute nach einer butterweichen Flanke von Davide Delfino. Der junge Rechtsaußen sprintete jubelnd zur Eckfahne, während Dpunkt an der Seitenlinie so tat, als wäre alles Teil seines Plans.

Inter Miami ließ aber nicht locker. In der 60. Minute köpfte ausgerechnet Innenverteidiger Vicente Costinha den Ball zum 2:2 ins Netz - nach einer Ecke von Österberg. "Das war mein erster Treffer seit drei Jahren", lachte Costinha später, "ich wusste gar nicht, wohin ich jubeln soll."

Das Spiel wogte hin und her, Charleston blieb überlegen, schoss öfter aufs Tor (10:7 laut Statistik), und schließlich belohnte sich die Mannschaft. In der 73. Minute zirkelte Leo Patton den Ball nach Pass von Mattson aus 20 Metern unhaltbar in den Winkel - 3:2! Die Fans tobten, Patton riss die Arme hoch. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand er schmunzelnd nach dem Spiel.

Danach wurde es hitziger. Drei Gelbe Karten für Charleston (MacDougall, Mattson, Hofmann), zwei für Miami - und dann in der 89. Minute der unrühmliche Abgang von Alex de Galvez, der nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot sah. "Er sagte, er habe den Ball gespielt", erklärte Trainer Knipp trocken. "Aber der Ball hat keine Schmerzen."

In den Schlussminuten verteidigten die Gunners mit allem, was sie hatten - inklusive Torwart Luís Costa, der sich in der Nachspielzeit in einen Schuss von Sergi Nani warf wie ein Torwart aus einem Hollywoodfilm. Der Ball prallte ab, der Schlusspfiff ertönte, und Charleston hatte den Sieg in der Tasche.

Statistisch gesehen war der Erfolg verdient: 59 Prozent Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote (52 Prozent), mehr Torgefahr. Taktisch blieb Dpunkt seiner Linie treu - defensiv sortiert, auf Konter lauernd. "Wir sind keine Künstler", sagte er nach dem Spiel, "aber wir malen trotzdem das Ergebnis, das zählt."

Bei Inter Miami herrschte dagegen Frust. Kapitän Pascal Jean-Pierre schüttelte den Kopf: "Wir spielen schön, aber verlieren. Vielleicht sollten wir mal hässlich gewinnen." Trainer Knipp wollte die Niederlage nicht überbewerten: "Wir haben Charakter gezeigt. Leider auch Temperament."

Charleston dagegen feierte ausgelassen, die Spieler klatschten mit den Fans ab. Mattson wurde zum Spieler des Spiels gewählt - ein Tor, ein Assist, eine Gelbe Karte, also alles, was man an einem arbeitsreichen Fußballabend braucht.

Als der Platz sich leerte und die Lautsprecher schon die Stadionhymne spielten, stand Jon Dpunkt noch immer an der Seitenlinie, lächelte und sagte zu seinem Co-Trainer: "Manchmal ist Fußball wie ein Western - wer zuerst zieht, gewinnt. Und heute waren wir einfach die schnelleren Gunners."

Ein bisschen Pathos darf sein: Charleston Gunners ballern sich mit 3:2 an Miami vorbei - und in die Herzen ihrer Fans.

23.10.643987 20:15
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Christian Ziege zur Skepsis vieler deutscher Fußballfans und -experten hinsichtlich des Abschneidens der DFB-Auswahl bei der WM 2002
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