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CD Denia zerlegt Real Oviedo - ein 0:8, das keiner vergisst

Wenn in Oviedo am Freitagabend um 20:30 Uhr der Ball rollte, ahnte wohl niemand der 16.000 Zuschauer, dass sie Zeugen einer kleinen sportlichen Katastrophe werden würden. Real Oviedo, stolz, traditionsreich und eigentlich heimstark, wurde von CD Denia mit 0:8 (0:5) aus dem eigenen Stadion geschossen - und das, obwohl die Gastgeber laut Statistik sogar mehr Ballbesitz hatten (51 Prozent!). Aber Ballbesitz schießt bekanntlich keine Tore - und Denia hatte Valerio Mauro.

Schon in der 4. Minute klingelte es zum ersten Mal. Ernesto Ramos, eigentlich linker Verteidiger, spazierte nach vorne und traf nach schöner Vorlage von Iban Marco zum 0:1. Oviedos Keeper Arnau Menendez schaute verdutzt hinterher, als wolle er fragen: "War das jetzt ernst gemeint?" - Ja, war es. Und es sollte erst der Anfang sein.

Zehn Minuten später war erneut Mauro zur Stelle. Der 20-jährige Mittelstürmer bekam von Helmut Maus den Ball in den Lauf gespielt, schob eiskalt ein - und wieder jubelte Denia. Oviedos Verteidiger standen derweil so weit auseinander, dass man fast ein Foodtruck-Festival dazwischen hätte abhalten können.

In der 22. Minute dann das Déjà-vu: Mauro, wieder nach Vorlage von Maus, diesmal mit etwas mehr Wucht - 0:3. Der junge Mann spielte, als hätte er einen Cheatcode entdeckt. "Ich hatte einfach das Gefühl, heute geht alles", grinste Mauro später in der Mixed Zone. "Sogar mein Frisör hat mir heute früh Glück gewünscht." Offenbar mit durchschlagender Wirkung.

Die ersten Oviedo-Fans verließen da bereits das Stadion, und sie verpassten noch zwei weitere Tore vor der Pause: Iban Marco (35.) und Nestor Vazquez (39.) machten das halbe Dutzend fast voll. Zur Halbzeit stand es 0:5 - und Real Oviedos Trainer versuchte verzweifelt, seine Spieler mit einem Kreis und lauten Worten zu motivieren. Leider stand in den Statistiken kein Torschuss auf den Trainer.

"Ich habe die Jungs gebeten, sich zu erinnern, dass sie Fußballer sind", soll Oviedos Coach gemurmelt haben. Der Name des Trainers wurde in den Unterlagen zwar nicht überliefert, aber sein Gesicht sprach Bände: leichtes Entsetzen, gepaart mit der Hoffnung auf eine Zeitmaschine.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte - mit Toren für Denia. Mauro (60.) legte sein drittes Tor nach, diesmal nach Vorlage von Robin Beckmann. Eine Minute später traf wieder Marco zum 0:7. Da war selbst Gästecoach Mark Zander kurz sprachlos. "Ich wollte eigentlich Ruhe reinbringen", sagte er später lachend. "Aber meine Jungs haben einfach nicht aufgehört zu treffen."

In der 77. Minute durfte sich dann auch der eingewechselte Daniel Michailow in die Torschützenliste eintragen, nach Vorlage des unermüdlichen Vazquez. Oviedo hatte zu diesem Zeitpunkt längst aufgegeben, die Abwehr wirkte so löchrig wie ein alter Trainingsball.

Das Publikum reagierte mit Galgenhumor. "Immerhin haben wir mehr Ballbesitz!", rief ein Fan von der Tribüne. Und tatsächlich - Oviedo hatte mehr vom Ball, aber weniger vom Spiel. Nur fünf Torschüsse standen am Ende 25 Denia-Chancen gegenüber.

Auch der Fairness halber: Denia ging nicht überhart zu Werke, bekam nur zwei Gelbe Karten (O’Brien in der 45., Mauro in der 69. Minute). Die Gäste spielten einfach zu gut. Ihr Offensivspiel war so flüssig, dass man fast erwartete, sie würden irgendwann anfangen, den Ball mit den Augen zu dirigieren.

Torhüter Thalis Grammozis durfte nach einer Stunde Feierabend machen, Ignacio Gama übernahm - eine der wenigen Situationen, in denen Denia jemanden schonte. "Ich wollte Thalis die Null gönnen", erklärte Trainer Zander. "Die Null hinten - und die Acht vorne - das sieht einfach hübsch aus."

Real Oviedo dagegen wird eine Weile brauchen, um dieses Debakel zu verdauen. Die Spieler schlichen nach Abpfiff wortlos in die Kabine, nur Alen Rogosic murmelte: "Ich glaub, ich hab heute mehr Schatten als Ball gesehen."

Fazit: Ein Spiel, das in Oviedo wohl noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird. CD Denia spielte wie im Rausch, Real Oviedo wie im Tiefschlaf. 0:8 - ein Ergebnis, das so klar ist, dass es fast schon wieder surreal wirkt.

Vielleicht tröstet Oviedo der Gedanke, dass es im Fußball auch Tage gibt, an denen einfach alles schiefgeht. Und manchmal, so scheint es, ist das sogar schön anzusehen - zumindest für die anderen.

20.12.643987 17:45
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