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Was für ein Abend im Estádio do Cerrado! 34.394 begeisterte Zuschauer sahen einen Fußballabend, der für die Heimfans zum Fest wurde und für CF Guanacaste eher zum Betriebsausflug in die Defensive. CD Cerrense gewann das zweite Gruppenspiel der Challenger League Quali klar mit 3:0 (1:0) - und das Ergebnis ist noch das Freundlichste, was man über den Gast sagen kann. Von Beginn an zeigten die Cerrense-Spieler, dass sie mit dem Begriff "ausgewogenes Angriffsspiel" etwas sehr anderes meinen als Lehrbuchautoren. Schon in der 12. Minute prüfte José Enrique Vázquez erstmals Guanacastes Torhüter Roberto Marco - ein Vorgeschmack auf das Dauerfeuer, das folgen sollte. 19 Torschüsse zählte die Statistik am Ende für die Hausherren, ganze sechs für die Gäste, die wohl froh waren, dass Schüsse neben das Tor statistisch nicht als Demütigung gelten. In der 36. Minute fiel dann die überfällige Führung: Nael Marques, der Rechtsaußen mit dem Antritt eines Geparden, versenkte den Ball nach feiner Vorarbeit von Hugo Pacos. "Ich habe einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball nicht wieder über den Zaun fliegt", lachte Marques später. Trainer Leahcim Gnipeur kommentierte trocken: "Nael hat heute endlich mal das Tor getroffen und nicht den Parkplatz. Fortschritt ist Fortschritt." Kurz darauf musste CF Guanacaste einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Mittelfeldmann Matias Sousa verletzte sich bei einem Zweikampf und wurde nach 35 Minuten ausgewechselt. "Ich habe nur gespürt, dass es knackt - und das war nicht der Ball", murmelte Sousa hinterher in der Mixed Zone. Für ihn kam Sergio Camara, der sich redlich mühte, aber gegen Cerrenses Offensivwucht so aussah, als hätte man ihn geradewegs aus der Zuschauertribüne geholt. Nach der Pause spielte Cerrense weiter mit offenem Visier. In der 54. Minute erhöhte der junge Kay Schäfer auf 2:0 - ein Treffer, der in seiner Leichtigkeit fast unverschämt wirkte. Schäfer, 23 und mit dem Selbstbewusstsein eines Straßenkickers, grinste nach Abpfiff: "Ich hab gar nicht gemerkt, dass der Ball drin war. Ich dachte, der Torwart hebt noch den Arm." Während Guanacaste weiter auf Offensive eingestellt blieb - zumindest laut Taktikplan -, blieb davon auf dem Feld wenig zu sehen. Das Team hatte zwar laut Statistik knapp 46 Prozent Ballbesitz, aber die Kugel schien jedes Mal, wenn sie grün-weiß gekleidet war, in Panik zu geraten und sich sofort wieder in Richtung Cerrense zu verabschieden. In der 82. Minute schließlich setzte José Enrique Vázquez den Schlusspunkt. Nach Vorlage von Schäfer drosch er den Ball humorlos unter die Latte - 3:0, Feierabend. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Vázquez grinsend zu. "Aber wenn’s reingeht, war’s halt Absicht." Trainer Gnipeur, sonst eher der wortkarge Typ, zeigte sich nach dem Abpfiff sichtlich zufrieden - zumindest für seine Verhältnisse: "Wenn wir so weiterspielen, müssen die Gegner bald Eintritt zahlen, um sich das anzusehen." Auf der anderen Seite wirkte Guanacastes Coach (dessen Name auf den offiziellen Listen gar nicht auftaucht - was sinnbildlich für die Unauffälligkeit seines Teams war) ratlos. "Wir waren mutig", sagte er, "aber Mut ersetzt keine Ordnung. Oder Beine." Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 54 Prozent Ballbesitz für Cerrense, dazu fast doppelt so viele gewonnene Zweikämpfe und eine Tackling-Quote von 55,5 Prozent - keine übermenschlichen Werte, aber effektiv umgesetzt. Guanacaste, das in der Theorie offensiv aufgestellt war, schaffte es selten über die Mittellinie, ohne dass die eigenen Verteidiger nervös nach hinten blickten. Was bleibt? Ein souveräner Auftritt von CD Cerrense, der Lust auf mehr macht - und ein CF Guanacaste, das wohl noch ein paar Trainingseinheiten mit dem Ball einlegen sollte, bevor es wieder ernst wird. Oder wie es Fan Ricardo im Fansektor treffend formulierte, als das Stadion sich leerte: "Wenn Cerrense so weiterspielt, müssen wir bald Sitzplätze auf dem Dach anbieten." Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - zumindest den Gastgebern. Für Guanacaste wird’s eher eine Erinnerungstherapie. 23.11.643993 05:40 |
Sprücheklopfer
Ja, erst Eckball und dann Tor.
Oliver Kahn auf die Frage: 'Herr Kahn, wie haben Sie die Situation gesehen, als jemand, der unmittelbar dabei war?' zu Manchesters 2:1 im CL-Finale