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Catania siegt ohne Glanz, aber mit Herz - 2:0 gegen Lecce

Es war einer dieser sizilianischen Abende, an denen selbst der Ätna leise vor sich hin dampft - nicht vor Wut, sondern aus purer Langeweile in der ersten Halbzeit. 43.500 Zuschauer im Stadio Angelo Massimino sahen ein AS Catania, das zunächst mehr auf Sicherheit als auf Spektakel bedacht war. Trainer Albern Albert hatte seine Elf defensiv eingestellt, "um Lecce ein bisschen einschlafen zu lassen", wie er später mit einem Augenzwinkern sagte.

Die Gäste aus Lecce, von Coach Liuz Doro gewohnt nüchtern dirigiert, hatten anfangs etwas mehr Ballbesitz (52 % zu 48 %), wussten damit aber herzlich wenig anzufangen. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das ist die statistische Definition von Harmlosigkeit. "Wir wollten ruhig aufbauen", erklärte Doro, "aber irgendwie haben wir den Ball immer dorthin gespielt, wo keiner stand."

Catania dagegen sammelte Chancen wie ein Tourist Muscheln am Strand. Besonders der 19-jährige Niccolò Marittimo fiel auf - nicht nur durch seine blütenweißen Schuhe, sondern durch seine unermüdlichen Anläufe. Schon in der 4. Minute prüfte er Lecces Keeper Capriotti, später in der 27., 29., 40. und 49. Minute ebenfalls - letzteres Mal mit Erfolg.

Nach einem präzisen Zuspiel von Rechtsverteidiger Illarion Anjukow schlenzte Marittimo den Ball in der 49. Minute ins lange Eck - 1:0 für Catania. "Ich hatte kurz überlegt, querzulegen", grinste er nach dem Spiel, "aber dann fiel mir ein, dass ich Stürmer bin." Der Jubel war groß, die Erleichterung greifbar. Trainer Albert sprang an der Seitenlinie so hoch, dass sein Notizblock in hohem Bogen aufs Spielfeld segelte.

Lecce versuchte zu reagieren, aber die Versuche blieben theoretischer Natur. Jacopo Albanese feuerte in der 65. Minute einen der seltenen Torschüsse ab, der jedoch eher als Rückpass durchging. "Das war Absicht", witzelte der junge Mittelfeldspieler später, "ich wollte sehen, ob unser Torwart wach ist - ach nein, der war ja auf der anderen Seite."

Catania hielt das Tempo hoch. Der agile Miguel Gutierrez, erst 18, tanzte auf der linken Seite, als hätte er die Beine von drei Spielern. Seine Flanken fanden zwar selten Abnehmer, aber sie hielten Lecce in Atem. In der 76. und 91. Minute versuchte er es selbst - beide Male knapp vorbei. Dennoch war er am zweiten Tor entscheidend beteiligt: In der 94. Minute legte er uneigennützig auf Mario Corigliano ab, der cool zum 2:0 einschob.

"Ich hab’ einfach gedacht: Der Miguel läuft schon wieder wie verrückt, da kann ich ja mal was draus machen", scherzte Corigliano, der nach dem Treffer in Richtung Fankurve rannte und sich von den Ultras feiern ließ.

Ganz ohne Drama kam das Spiel freilich nicht aus. Luca Salvatore, der linke Verteidiger Catanias, kassierte in der 68. Minute Gelb und sah in der 90. glatt Rot, nachdem er einen Lecce-Stürmer an der Mittellinie ummähte, als ginge es um ein Rugby-Turnier. "Ich habe den Ball gespielt", beteuerte er - und tatsächlich lag der Ball wenige Sekunden später auch da, wo zuvor der Gegner lag.

Lecce brachte kurz vor Schluss noch den erfahrenen Cesar Vaz, der gleich Gelb sah (95.), während Verteidiger Giorgio Marco verletzt vom Platz humpelte. "Das war nicht unser Abend", seufzte Coach Doro. "Wir hatten den Ball, aber Catania hatte die Tore."

Statistisch war das Spiel eindeutig: 17 Torschüsse für Catania, nur 2 für Lecce, eine Zweikampfquote von 58 % zugunsten der Sizilianer. Trotz geringerer Ballbesitzwerte zeigte Catania die klarere Linie. "Wir wollten kompakt bleiben und auf die Momente warten", erklärte Trainer Albert. "Im Prinzip haben wir das 90 Minuten lang gemacht - manchmal sogar, wenn wir selbst den Ball hatten."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. Die jungen Offensivkräfte Marittimo und Corigliano dürften nach diesem Abend in Catania Posterstatus erreichen - zumindest bis zum nächsten Spieltag.

Zum Schluss meinte ein älterer Fan auf der Tribüne: "Früher haben sie schöner gespielt, aber jetzt gewinnen sie wenigstens." Vielleicht die ehrlichste Analyse des Abends.

Fazit: Kein Feuerwerk, aber ein kontrolliertes 2:0, das Catania in der Tabelle gut tut - und Lecce daran erinnert, dass Ballbesitz allein noch keine Punkte bringt. Oder, wie Marittimo trocken sagte: "Schön spielen ist was für Sonntage im Park. Heute war Samstagabend - da zählt’s Ergebnis."

20.03.643990 08:47
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Rainer Calmund
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