Jornal do Brasil
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Campina Grande tanzt Samba - 2:0-Heimsieg gegen Santo Andre

An einem warmen Januarabend in Campina Grande verwandelten 28.711 Zuschauer das Stadion in ein brodelndes Fußballfest. Und sie bekamen, was sie wollten: ein leidenschaftliches 2:0 ihres Teams gegen AD Santo Andre - mit allem, was ein brasilianischer Fußballabend so braucht: Tore, Karten, Emotionen und einen Torwartwechsel, der fast zur Hauptattraktion wurde.

Dabei begann alles ganz harmlos. Campina Grande, von Trainer Tobias Wassermann gewohnt offensiv eingestellt, übernahm sofort das Kommando. Schon nach einer Minute prüfte Guy König den gegnerischen Keeper Carl Djalo - ein Vorgeschmack auf eine erste Halbzeit, in der die Gastgeber 15 Torschüsse abgaben und Santo Andre nur gelegentlich über die Mittellinie hinauskam. "Wir wollten Druck machen, keine Samba tanzen", grinste Wassermann später, als wäre das ein völlig normales Statement nach einem Feuerwerk seiner Offensivreihe.

Der erste Treffer fiel dann in der 35. Minute - und wie! Rechtsverteidiger Nael Miguel, sonst eher für rustikale Grätschen als für filigrane Kunst bekannt, zog nach einem Doppelpass mit Fernando Vazquez einfach mal ab. Der Ball zischte wie vom Zuckerhut herab in den linken Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Miguel nach dem Spiel zu, "aber wenn’s aussieht wie Absicht, sag ich’s keinem weiter."

Santo Andre, von Coach Alexander Pachmann mit viel Ballbesitz (53 Prozent!) ausgestattet, kam auf dem Papier gut weg - aber was nützt das, wenn der Ballbesitz vor allem in der eigenen Hälfte stattfindet? Die Gäste schoben sich die Kugel zu wie ein Büroangestellter das letzte Stück Papier vor Feierabend: mit wenig Begeisterung und null Konsequenz. Ihre sechs Torschüsse blieben harmlos, Benjamin Heighway versuchte es in der 43. Minute zwar wuchtig, aber Campina-Keeper Filipe Dominguez war auf dem Posten.

Nach der Pause erlebten die Zuschauer ein Kuriosum: In der 48. Minute musste Dominguez vom Platz - nicht verletzt, sondern ausgewechselt. Wassermann schickte den 17-jährigen Silvestre Cunha ins Tor. "Er war nervös wie bei seinem ersten Schultag", erzählte der Trainer später, "aber er hat bestanden." Tatsächlich hielt der Teenager souverän, als Heighway und später Leandro de Almeida gefährlich auftauchten. Seine Paraden brachten das Stadion zum Toben - und Santo Andre endgültig zur Verzweiflung.

Die Gäste verloren zunehmend die Nerven. Leandro Almeida sah früh Gelb, Daniel Linney sammelte später gleich zwei davon und durfte in der 90. Minute duschen gehen - symbolisch für den gebrauchten Tag seines Teams. Pachmann gestand hinterher mit bitterem Lächeln: "Wenn du mehr Karten als Torchancen hast, weißt du, dass du kein gutes Spiel gemacht hast."

Campina Grande drängte dagegen auf die Entscheidung. Thijs Coeyman, Alberto Talao und Henri Billet feuerten aus allen Lagen, doch der Ball wollte einfach nicht rein. Erst in der Nachspielzeit kam der Moment von Joker Alexander Carsley. Der 28-Jährige war gerade 14 Minuten auf dem Platz, als er nach einem Abpraller cool blieb und zum 2:0 einschob. "Ich hab’s im Training hundert Mal probiert - endlich hat mal einer gezählt", sagte Carsley und grinste über beide Ohren.

Die letzten Sekunden waren nur noch Jubel. Die Fans sangen, Trainer Wassermann klatschte jeden Balljungen ab, und selbst der junge Cunha wurde auf den Schultern seiner Mitspieler durchs Stadion getragen. Santo Andre hingegen schlich vom Platz wie ein Schüler, der beim Abschreiben erwischt wurde - Ballbesitz hin oder her, es fehlte an allem, was Tore bringt.

Statistisch war es eine klare Sache: 15:6 Torschüsse, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe und die deutlich bessere Körpersprache. Campina Grande spielte nicht perfekt, aber mit Herz, Tempo und Humor. "Wir wollten zeigen, dass wir mehr sind als ein schwer auszusprechender Klubname", sagte Wassermann zum Abschied.

Santo Andre dagegen muss sich fragen, ob "balanciertes Spiel" wirklich das richtige Rezept ist, wenn man 90 Minuten lang kaum Gefahr ausstrahlt. Pachmann versprach Besserung: "Nächste Woche schießen wir öfter aufs Tor - vielleicht trifft dann auch mal einer das Netz."

Campina Grande lacht derweil von der Tabellenspitze und feiert weiter. Und irgendwo in den Katakomben des Stadions summte Silvestre Cunha leise: "Mein erstes Spiel, mein erstes Zu-Null." Wer weiß - vielleicht beginnt hier gerade die Karriere des nächsten großen Keepers Brasiliens.

Ein Abend, wie er in Campina Grande noch lange erzählt werden wird - mit einem Augenzwinkern, einem jungen Helden im Tor und zwei Toren, die mehr wert waren als drei Punkte: pure Freude am Fußball.

22.02.643987 19:37
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