Jornal do Brasil
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Campina Grande ringt Sao Raimundo nieder - ein Arbeitssieg mit Stil

24279 Zuschauer im Estádio de Campina feierten am 13. Spieltag der 1. Liga Brasilien einen dieser Abende, an denen Fußball keine Hochglanz‑Show, sondern ehrliche Handarbeit ist. Campina Grande besiegte Sao Raimundo mit 1:0 (1:0) - dank eines frühen Treffers des quirligen Linksaußen Özer Cora in der 24. Minute. Es war kein Feuerwerk, aber ein Sieg, der nach Schweiß, Taktik und ein bisschen Glück roch.

Schon in den ersten Minuten ließ Campina erkennen, dass Trainer Tobias Wassermann seine Jungs auf Angriff gebürstet hatte. "Wir wollten zeigen, dass wir auch gegen den Ball etwas können - nämlich ihn behalten", grinste der Coach später, obwohl seine Mannschaft mit knapp 48 Prozent Ballbesitz am Ende den Kürzeren in der Statistik zog. Dafür stand am Ende das, was zählt: das Tor.

Dieses fiel nach einem blitzsauberen Angriff durch die Mitte. Pierre Kirkwood, sonst als Innenverteidiger für rustikale Klärungen zuständig, schob sich beherzt nach vorn, spielte einen klugen Pass in den Lauf von Özer Cora - und der traf aus rund 18 Metern trocken ins lange Eck. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", gab Cora hinterher zu. "Ich wollte einfach nicht, dass Pierre umsonst läuft." Ein Satz, der wohl in die Kabinen‑Folklore des Vereins eingehen wird.

Sao Raimundo versuchte, den Rückstand schnell zu beantworten, doch außer zwei Gelben Karten - Matias Triguero (16.) und Ulf Lindblom (22.) - sprang zunächst wenig heraus. Trainer Steffen Birner sah das von der Seitenlinie mit zunehmend rotem Kopf. "Wir haben gespielt, als wäre der Ball radioaktiv", schimpfte er nach Abpfiff. "Viel Ballbesitz, wenig Gift." Tatsächlich hatte sein Team mit 52 Prozent die Kugel öfter, aber kaum zwingende Momente.

Nach der Pause brachte Birner gleich drei frische Leute - ein klares Zeichen, dass er das Spiel drehen wollte. Torhüter Poyraz Keles ersetzte den blassen Leif Nissen, Amaury Ferrer kam für Nelson Sandoval, und Diego da Costa für Ulf Lindblom. Doch auch die neue Energie verpuffte in der warmen Abendluft von Campina. Zwar tauchten die jungen Stürmer Matias Triguero und Elliot Lujan mehrfach gefährlich vor Keeper Filipe Dominguez auf (47., 60., 84., 87., 88.), doch der Schlussmann der Gastgeber hielt, was zu halten war - und manchmal sogar mehr. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er mich trifft", witzelte Dominguez später, als ihn die Reporter auf seine Glanztat in der 87. Minute ansprachen.

Vorne wirbelte Guy König, der rechte Flügelmann, wie ein Mann mit zu viel Espresso im Blut. Sechs Torschüsse, kein Tor - aber jede Menge Alarm. "Ich wollte es einfach zu schön machen", lachte er. "Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal einfach die Augen schließen, wie Filipe." Neben ihm ackerte Alexander Carsley unermüdlich im Sturmzentrum, während Liam Sterling auf links bis zur 64. Minute rannte, als ginge es um eine Marathon‑Prämie. Danach durfte Thijs Coeyman übernehmen und sorgte gleich in der Nachspielzeit (94.) noch für einen letzten Aufreger, als sein Schuss knapp über den Querbalken strich.

Sao Raimundo kämpfte bis zum Schluss, doch das Glück blieb ihnen fremd. In der 90. Minute humpelte Jack Lefebvre vom Platz - eine Szene, die den Abend sinnbildlich zusammenfasste: viel Einsatz, wenig Ertrag. Die dritte Gelbe Karte des Spiels kassierte schließlich Ersatzmann Diego da Costa (92.), was Trainer Birner endgültig die Laune verdarb.

Statistisch blieb Campina Grande vorne: 14 Torschüsse zu 7, eine Zweikampfquote von gut 54 Prozent und die Gewissheit, dass man auch ein Spiel gewinnen kann, ohne ständig den Ball zu haben. "Wir sind keine Ballbesitz‑Philosophen", erklärte Coach Wassermann süffisant. "Wir sind Pragmatiker mit Torinstinkt - wenigstens heute."

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel den Heimfans ein Stein vom Herzen. Die Spieler klatschten sich ab, als hätten sie gerade die Meisterschaft geholt. Vielleicht war es auch das Gefühl, nach drei Unentschieden endlich wieder drei Punkte einzufahren.

Im Kabinengang hörte man später Verteidiger Kirkwood rufen: "Özer, das Bier geht heute auf dich!" - und der Torschütze grinste breit. Ein verdienter Abend also für Campina Grande: kein Spektakel, aber ehrlicher Fußball, der in seiner Schlichtheit fast nostalgisch wirkte.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Früher haben wir so gewonnen - und damals war alles besser." Ein Satz, der an diesem Abend ausnahmsweise niemand widersprach.

07.06.643987 00:59
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