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Calderon rettet San Sebastian - 2:2 in einem Spiel voller Wendungen

Ein Abend, an dem der Ball selten zur Ruhe kam: Der FC San Sebastian und Lanzarote CF trennten sich am Freitagabend im Estadio Marino mit einem 2:2-Unentschieden - ein Ergebnis, das beiden Trainern Falten, den Zuschauern aber ein breites Grinsen bescherte. 43.500 Fans sahen ein mitreißendes Duell zwischen Offensivlust und Konterkühle, zwischen Raul Calderon und James Young, zwischen "Wir wollen mehr" und "Bloß nichts verlieren".

Die Hausherren begannen forsch, fast schon übermütig. Trainer Daniel Derksen hatte seine Elf offensiv eingestellt, als wollte er den Gästen von der Insel zeigen, dass man auch ohne Sandstrand Feuer machen kann. Joao Assis prüfte Lanzarotes Keeper Vincent Maurice bereits nach zehn Minuten, kurz darauf rauschte ein Schuss von Hadis Bilgin nur Zentimeter vorbei. "Wir wollten früh Druck machen", erklärte Derksen später. "Das Problem war nur, dass Lanzarote nicht den Plan hatte, sich einschüchtern zu lassen."

In der 29. Minute folgte dann die verdiente Führung: Michele Ferrari schickte Raul Calderon mit einem Traumpass auf die Reise - und der 26-Jährige netzte eiskalt zum 1:0 ein. Der Jubel hallte noch durchs Stadion, als Lanzarote nur vier Minuten später zurückschlug. Nach einer Ecke von Elmo Van Keuren traf Ulf Berg aus spitzem Winkel, und plötzlich war das Spiel wieder offen. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste Berg nach Abpfiff, "und gehofft, dass niemand merkt, dass das eigentlich eine Flanke war."

Mit dem 1:1 ging es in die Pause, und während Derksen an der Seitenlinie gestikulierte, kaute Lanzarote-Coach Meister Leverkusen seelenruhig an seinem Kaugummi. "Wir sind geduldig geblieben", sagte er hinterher, "denn wer auf Vulkanboden geboren ist, weiß: Irgendwann bricht’s immer aus."

Und so kam es. In der 66. Minute setzte sich James Young auf rechts durch, bekam den Ball von Wsewolod Nikitin mustergültig serviert und versenkte ihn zum 2:1 für die Gäste. San Sebastian wirkte kurz geschockt, doch die Statistik blieb eindeutig: 51 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse - irgendwann musste wieder etwas passieren.

Derksen reagierte, brachte den 19-jährigen Alex Juarez für Linksverteidiger Bilgin, später folgte der junge Innenverteidiger Juan Pablo Yague. "Ich wollte frischen Wind und ein bisschen Wahnsinn", lachte der Trainer später. Es funktionierte. In der 74. Minute spielte Assis quer, Calderon lauerte - und traf zum zweiten Mal. 2:2, der Jubel war grenzenlos. "Joao hat mich perfekt gesehen", lobte der Doppeltorschütze. "Ich musste nur noch den Fuß hinhalten. Na ja, und hoffen, dass ich diesmal nicht drübersegle."

Die Schlussphase war ein wildes Hin und Her. San Sebastian drückte, Lanzarote verteidigte mit Leidenschaft und gelegentlicher Gelber Karte - Klaus Müller sah in der 81. Minute Gelb, nachdem er Calderon an der Außenlinie stoppen wollte und dabei mehr Rasen als Ball traf. Lanzarote-Coach Leverkusen winkte ab: "Klaus ist 19, der übt noch. Heute war’s halt ein bisschen zu viel Enthusiasmus."

In den letzten zehn Minuten prüften Joao Assis und Gai Chouraqui noch mehrfach den glänzend reagierenden Maurice, doch der junge Keeper hielt das Remis fest. "Ich habe einfach versucht, den Ball anzuschreien, damit er mich trifft", witzelte Maurice später mit einem breiten Grinsen.

Am Ende stand ein 2:2, das sich wie ein kleines Drama mit Happy End anfühlte - für beide Seiten. San Sebastian, weil es einen späten Rückstand egalisierte. Lanzarote, weil es trotz nur sechs Torschüssen zweimal traf. Statistisch war’s ein Heimspiel mit Übergewicht, emotional ein Tanz auf Messers Schneide.

"Wir hätten gewinnen können, vielleicht sogar müssen", meinte Derksen, "aber ehrlich gesagt: Das war Fußball, wie ich ihn mag - mit Herz, Chaos und etwas Wahnsinn." Leverkusen sah’s ähnlich, nur andersherum: "Wir nehmen den Punkt und die Sonne mit nach Hause. Und wenn wir so weiterspielen, wird uns bald niemand mehr unterschätzen."

So blieb das Publikum glücklich, das Spielfeld zertrampelt und die Reporter zufrieden. Ein Spiel, das keiner so schnell vergisst - nicht wegen Perfektion, sondern wegen der herrlichen Unordnung, die echten Fußball ausmacht.

Und irgendwo in der Kabine, so hört man, soll Calderon später gesagt haben: "Wenn ich noch ein drittes gemacht hätte, hätte ich’s selbst nicht geglaubt." Ein ehrlicher Satz nach einem ehrlichen Spiel.

21.04.643987 17:41
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