Sportovni Noviny
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Bystrc-Kninicky stürmt sich zum 2:0 - Bejbls große Bühne im Januarfrost

Manchmal erzählt ein Fußballspiel eine Geschichte in zwei Akten: erst zäh, dann zauberhaft. Beim 2:0-Sieg des FC Bystrc-Kninicky über Sparta Krc am 21. Spieltag der 1. Liga Tschechien war das Drehbuch fast schon klassisch. 30.107 Zuschauer stapften am kalten 22. Januar durch den Frost ins Stadion - und wurden am Ende mit warmem Applaus belohnt.

Trainer Carsten Achenbach hatte seine Elf offensiv eingestellt, und das war schon in den ersten Minuten zu sehen. Die Gastgeber schoben sich den Ball mit 52 Prozent Ballbesitz und unermüdlichem Nachdruck zu, als wollten sie die Kälte weglaufen. "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen so spielen, dass niemand an Handschuhe denkt", grinste Achenbach später.

Von Sparta Krc kam dagegen wenig. Zwei kümmerliche Torschüsse - einer in der vierten, der andere in der 68. Minute - das war die gesamte Angriffsbemühung der Gäste. "Wir wollten kontrolliert auftreten", erklärte Spartas Kapitän Taylor Bradshaw hinterher, "aber irgendwann kontrollierst du nur noch, wie kalt dir die Finger sind."

Bystrc knüpfte schon früh an, was man unter Heimdominanz versteht. Rolando Maiera prüfte den Torwart zweimal in der 13. und 14. Minute, Tomas Bejbl wirbelte auf rechts, und vorne lauerte August Brun, als hätte er ein Abonnement auf Flanken. Doch der Ball wollte zunächst nicht rein, der junge Motta im Tor von Krc hielt, was zu halten war - und manchmal auch, was nicht zu halten war.

Dann die 41. Minute: Bejbl flankt - natürlich - und Brun steht dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss. Ein kurzer Hüftdreher, ein trockener Abschluss, 1:0. Das Stadion jubelte, die Ersatzbank hüpfte, und Achenbach drehte sich nur lässig zur Trainerbank von Sparta: "So spielt man Flügelspiel", murmelte er, halb im Spaß, halb im Triumph.

Die zweite Halbzeit war ein einziger Angriffswirbel der Gastgeber. 22 Torschüsse insgesamt, das ist fast schon ein Angriffstraining mit Publikum. Karel Jarolim holte sich in der 49. Minute noch eine gelbe Karte ab - vielleicht, um wenigstens einmal in der Statistik von Sparta aufzutauchen. Sonst gehörte fast alles Bystrc. Fernandes zog aus der Distanz ab, Maiera tänzelte, Brun vergab zwei Hochkaräter, und der Ballbesitz pendelte sich wie ein Uhrwerk bei 52 Prozent ein.

In der 85. Minute fiel schließlich die Entscheidung - und sie gehörte dem jüngsten auf dem Platz. Tomas Bejbl, gerade einmal 18, bekam den Ball von Maiera, schaute kurz hoch und schlenzte ihn ins lange Eck. 2:0. Ein Tor, so elegant, dass sogar die Kameraleute kurz vergaßen, ob sie filmen oder applaudieren sollten. "Ich hab einfach gemacht, was Rolando mir im Training zeigt - nur mit weniger Haargel", witzelte Bejbl nach dem Abpfiff.

Sparta Krc versuchte danach noch, wenigstens mit Pressing aufzuholen, doch Pressing ohne Ball ist bekanntlich schwierig. Ihre "ausgewogene" Taktik blieb das, was sie immer war: eine nette Idee. Kein Aufbäumen, kein Risiko - nur ein leises Frösteln, als der Schlusspfiff ertönte.

Statistisch war es eine klare Sache: 22:2 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Bystrc. Der Sieg war so deutlich, dass selbst der Stadionsprecher sich beim Durchsagen der Zahlen ein Grinsen nicht verkneifen konnte. "Wir hätten heute auch 4:0 spielen können", meinte Achenbach, "aber ich wollte die Jungs ja nicht überfordern."

Für Sparta-Coach, dessen Name heute in den Tiefen der Statistik verloren ging, blieb immerhin der Trost eines kurzen Händedrucks. "Bystrc war einfach besser", sagte er knapp. Vielleicht auch: wacher, mutiger, wärmer angezogen.

Und so endete dieser frostige Fußballabend mit zwei Toren, einem Nachwuchstraum und einem zufriedenen Publikum. Die Fans sangen, der Platzwart klopfte sich die Hände warm, und Bejbl stand noch minutenlang im Mittelkreis, als wolle er sich den Moment einrahmen.

"So ein Spiel vergisst man nicht", meinte er, bevor er in den Kabinengang verschwand. Und man glaubt ihm. Schließlich war es seine Bühne - und die von einem Team, das an diesem Abend einfach mehr wollte.

Wenn es einen Preis für "Temperatur trotzt Talent" gäbe - Bystrc hätte ihn gewonnen.

19.09.643987 04:26
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Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben.
Toni Polster auf die Frage, ob er in Köln schon ein Denkmal sei
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