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Bystrc-Kninicky siegt in Mutenice - Geduldsspiel mit spätem Lächeln

Manchmal ist Fußball wie ein kompliziertes Date: Man bemüht sich, läuft, schwitzt, redet viel - und am Ende funkt es doch erst ganz spät. So ähnlich erging es dem FC Bystrc-Kninicky beim 2:0-Auswärtssieg beim FK Mutenice am 8. Spieltag der 1. Liga Tschechien. 20 000 Zuschauer sahen am Freitagabend ein Spiel, das lange auf Messers Schneide stand, ehe die Gäste in der zweiten Halbzeit die Kontrolle übernahmen.

Dabei begann alles eher zäh. Die ersten 45 Minuten erinnerten an ein Schachspiel ohne Dame: viele Züge, wenig Wirkung. Mutenice versuchte es mit kontrolliertem Aufbau, während Bystrc-Kninicky früh zeigte, dass "offensiv" im Taktikplan kein leeres Wort war. Gleich in den ersten zehn Minuten prüfte Karel Dostalek den Heimkeeper Petr Hubnik mehrfach - allerdings ohne Erfolg. "Ich dachte, einer von denen muss doch mal reinrutschen", grinste Dostalek später. Tat er nicht.

Mutenice kam nur sporadisch vors Tor - Igor Hlinkas Abschluss in der 20. Minute war so etwas wie ein Lebenszeichen. Der Rest war Ballbesitz zum Wärmen: 47,8 Prozent für die Hausherren, 52,1 Prozent für die Gäste. Zahlen, die eine gewisse Ausgeglichenheit suggerieren - doch die Statistik lügt. 18 Torschüsse für Bystrc-Kninicky, nur drei für Mutenice: Das Kräfteverhältnis war klar.

Trainer Carsten Achenbach, sonst bekannt für seine stoische Ruhe, wirkte an der Seitenlinie so, als hätte er heimlich Espresso intravenös genommen. Dreifachwechsel zur Pause: Ahmed, Juskic und Aznar kamen - und das sollte Wirkung zeigen. "Ich wollte mehr Tempo, mehr Mut, mehr… na ja, überhaupt irgendwas", lachte Achenbach nach dem Spiel.

Und siehe da: In der 53. Minute explodierte endlich das Offensivpulverfass. Der erst 21-jährige Roman Coupek zog von links nach innen, bekam den Ball von Youngster Tomas Bejbl auf den Fuß serviert und schlenzte ihn unhaltbar ins rechte Eck. 1:0 für Bystrc-Kninicky - der Bann war gebrochen. Während Coupek jubelnd über den nassen Rasen rutschte, sah man bei Mutenice-Trainer und Spielern eher das bekannte "Nicht schon wieder"-Gesicht.

Mutenice versuchte zu reagieren, doch die Ideen blieben Mangelware. Tomas Rabusic hatte in der 63. Minute die große Gelegenheit zum Ausgleich, scheiterte aber an Torhüter Lewis Giles, der seinen einzigen echten Arbeitsnachweis an diesem Abend mit Bravour bestand. "Ich wollte einfach mal zeigen, dass ich auch noch da bin", witzelte der Keeper nach Schlusspfiff.

Die Zeit lief davon, und je näher das Ende rückte, desto verzweifelter wirkten die Gastgeber. Gelbe Karten, Fehlpässe, hektische Gesten - die Zutaten eines typischen "Das läuft uns aus der Hand"-Abends. In der 92. Minute setzte Rolando Maiera schließlich den Deckel drauf: Nach feiner Vorarbeit des eingewechselten Sasa Juskic traf der 31-jährige Linksaußen aus kurzer Distanz zum 2:0. Achenbach sprang an der Seitenlinie kurz höher, als es seinem Rücken guttat, und grinste: "Das war’s dann wohl."

Mutenice hingegen stand bedröppelt im Flutlicht. Kapitän Jan Kula, der in der 41. Minute Gelb gesehen hatte, fasste es nüchtern zusammen: "Wir haben gekämpft, aber gegen 18 Torschüsse kämpfst du irgendwann nicht mehr, du hoffst nur noch."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit höflichem Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Dankbarkeit für ein Spiel, das immerhin in der zweiten Halbzeit unterhaltsam wurde. Denn während die erste Hälfte bestenfalls zum Dösen einlud, bot der zweite Durchgang Tempo, Emotionen und endlich Tore.

Statistisch gesehen war Bystrc-Kninicky die klar bessere Mannschaft: nicht nur bei den Abschlüssen, auch in den Zweikämpfen (57 Prozent gewonnen) und in der Spielkontrolle. Dass die Gäste trotz ihrer offensiven Ausrichtung kaum Konter zuließen, spricht für die Disziplin des Teams - und für Achenbachs Plan.

"Wir haben lange an uns gezweifelt, weil der Ball einfach nicht rein wollte", sagte Torschütze Coupek in der Mixed Zone, noch mit Gras an den Schienbeinschonern. "Aber dann kam der Moment, in dem ich dachte: Jetzt oder nie. Und diesmal war’s eben jetzt."

Ein Satz, der sinnbildlich für den Abend steht: geduldig, fast zu geduldig, dann plötzlich effizient. Bystrc-Kninicky holt drei Punkte, Mutenice bleibt im Mittelmaß stecken - und die 20 000 Zuschauer gingen nach Hause mit dem Gefühl, dass Geduld eben manchmal doch belohnt wird.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne beim Abpfiff murmelte: "Schöner Fußball? Vielleicht nicht. Aber endlich einer mit Ergebnis."

10.04.643987 03:40
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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