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Bystrc rettet Remis in letzter Minute - Fulnek verspielt Sieg und Fassung

Ein Freitagabend in Brünn, Flutlicht, 31.611 Zuschauer, minus zwei Grad, aber die Stimmung kochte - zumindest auf den Rängen. Auf dem Rasen lieferten sich der FC Bystrc-Kninicky und Fotbal Fulnek ein Duell, das alles hatte: frühe Tore, Verletzungspech, späte Dramatik und eine rote Karte in der Nachspielzeit. Das 2:2 (1:2) fühlte sich für Bystrc an wie ein Sieg - und für Fulnek wie eine kalte Dusche ohne Warmwasser.

Es begann furios. Keine sechs Minuten waren gespielt, da jubelte das Heimstadion zum ersten Mal. Adam Davonport, der bullige Linksaußen mit dem Hang zur Theatralik, schob den Ball nach feinem Zuspiel von Kristofer Gulbrandsen ins lange Eck. "Ich hab’ einfach draufgehalten, weil der Kaffee vor dem Spiel so stark war", grinste Davonport später - da wusste er noch nicht, dass sein Abend ein kurzer werden würde.

Denn nur elf Minuten später war er schon wieder draußen. Erst traf Jaroslav Kucera für Fulnek zum Ausgleich - ein satter Schuss aus 18 Metern, vorbereitet von Marco Soverato - und kurz darauf griff sich Davonport an den Oberschenkel. Diagnose: Muskel zu, Stimmung im Keller. Trainer Carsten Achenbach reagierte sofort und brachte Luca Beck. "So früh wechseln zu müssen, ist wie beim Poker mit zwei Assen anfangen und beide verlieren", knurrte Achenbach auf der Bank.

Und als wäre das nicht genug, drehte Fulnek die Partie nur fünf Minuten später. Der erst 21-jährige Zbynek Svoboda, der aussieht wie der nette Nachbarsjunge, den man um Hilfe beim Umzug bittet, traf nach sehenswertem Doppelpass mit Jose Linares zum 1:2. Bystrc taumelte, Fulnek spielte plötzlich wie auf Koffein. "Da dachten wir, das Ding ist durch", gab Gästecoach Anja Kaiser später zu. "Vielleicht ein Fehler."

Denn was im zweiten Durchgang folgte, war Bystrc pur: stur, laut, unnachgiebig. Achenbach stellte auf volles Pressing um, ließ "alles nach vorne schieben, was Beine hat", wie er selbst sagte. Fulnek blieb cool, verteidigte mit fast italienischer Gelassenheit - bis zur 82. Minute. Dann kam Hermanni Pasanen. Der Finne hatte bis dahin kaum stattgefunden, aber als August Brun den Ball in den Strafraum chipte, war Pasanen plötzlich da - und knallte das Ding unter die Latte. 2:2. Ekstase auf den Rängen, Achenbach mit ausgestreckten Armen an der Seitenlinie wie ein Dirigent vor dem Crescendo.

"Ich war schon kurz davor, meine Handschuhe zu essen, so nervös war ich", witzelte Bystrc-Keeper Ivan Ivic nach Abpfiff. Dabei hatte er selbst in der Schlussphase noch alle Hände voll zu tun, denn Fulnek antwortete mit wütenden Angriffen. Marco Soverato prüfte ihn gleich dreimal (67., 68., 87.), Vasile Korsos scheiterte in der 88. Minute - der Ball strich haarscharf am Pfosten vorbei.

In der Nachspielzeit wurde es dann hitzig. Fulneks Routinier Alberto Poli sah in der 95. Minute glatt Rot, nachdem er Pasanen etwas zu energisch in die Werbebande befördert hatte. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte sich Poli, während seine Trainerin Kaiser die Hände vors Gesicht schlug: "Er wollte den Ball, ja - aber der Ball war drei Meter weg." Das Publikum hatte seinen Buhmann gefunden, Fulnek nun einen Punkt verloren und einen Spieler weniger.

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 50,7 Prozent Ballbesitz für Bystrc, 49,3 für Fulnek, neun zu zehn Torschüsse - und doch fühlte sich das 2:2 an wie ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften. Bystrc kämpfte sich nach schwachem Beginn zurück, Fulnek verlor nach starker erster Halbzeit die Nerven.

"Das war ein gerechtes Ergebnis, auch wenn’s weh tut", bilanzierte Kaiser. Achenbach konterte mit einem Grinsen: "Ich nenn’s Charaktertest bestanden." Sein Team feierte den Punkt wie einen Sieg - und vielleicht war es das auch.

Ein Zuschauer brachte die Stimmung beim Rausgehen auf den Punkt: "Für so ein Spiel zahle ich gerne Eintritt - aber mein Herzschrittmacher nicht." Und irgendwie passte das zu diesem Abend, an dem Bystrc den späten Puls fand und Fulnek den späten Plan verlor.

Endstand: FC Bystrc-Kninicky - Fotbal Fulnek 2:2 (1:2). Tore: Davonport (6.), Pasanen (82.) - Kucera (11.), Svoboda (16.). Zuschauer: 31.611. Rote Karte: Poli (Fulnek, 90.+5).

21.04.643987 18:13
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Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
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