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Burgos feiert Arbeitssieg gegen Elche - Densham trifft, Zabaleta zaubert

Ein kalter Februarabend in Burgos, Flutlicht über dem Estadio Municipal El Plantío, 23.280 Zuschauer mit heißem Atem und kalten Fingern - und am Ende ein 1:0, das mehr nach Arbeit als nach Kunst roch. CF Burgos schlägt UD Elche am 4. Spieltag der 2. Liga Spanien knapp, aber verdient.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Die Gastgeber wollten Ball und Kontrolle, die Gäste aus Elche die Lücke zum Kontern. 57 Prozent Ballbesitz für Burgos sprechen eine klare Sprache, doch die Geschichte des Abends schrieb ein Mann, den vorher kaum jemand auf dem Zettel hatte: Linksverteidiger Christian Densham. Ja, Linksverteidiger. In der 26. Minute rauschte er nach einem feinen Steckpass von Diego Zabaleta in den Strafraum, als hätte er nie etwas anderes getan, und jagte den Ball mit links unter die Latte. 1:0 - und Burgos tobte. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Densham nach dem Spiel, "aber wenn’s so schön reingeht, sag ich natürlich, das war Absicht."

Trainer Charly Huber, sonst nicht gerade ein Mann für große Gesten, klatschte wild in der Coaching-Zone. "Das war das Ergebnis unserer Trainingsarbeit - naja, zumindest fast", sagte er augenzwinkernd. Tatsächlich war das frühe Tor die logische Folge einer druckvollen Anfangsphase. Dorde Kacar prüfte Elches Keeper Duarte Derlei bereits in der ersten Minute, und der junge Stürmer Alex Ximenis, gerade mal 18, tanzte die Verteidiger mehrfach schwindlig, auch wenn ihm das Glück im Abschluss fehlte.

Elche dagegen kämpfte sich nur langsam ins Spiel. Ihr Coach Mike Johnson hatte sein Team zunächst defensiv ausgerichtet, doch nach dem Rückstand musste er umstellen. Federico Castello versuchte, das Mittelfeld zu ordnen, ehe er in der 51. Minute nach einem Zusammenprall verletzt ausgewechselt werden musste. "Er hat einen Schlag aufs Knie bekommen, nichts Schlimmes, aber wir wollten kein Risiko eingehen", erklärte Johnson später. Für Castello kam Avraham Goldmann - und mit ihm etwas mehr Stabilität, aber auch weniger Kreativität.

Kurz vor der Pause und direkt danach drängte Burgos auf das zweite Tor. Jose Enrique Rodrigo zog aus 20 Metern ab, Ximenis scheiterte gleich dreimal an Derlei - der Keeper war an diesem Abend der beste Mann der Gäste. "Wenn wir ihn nicht hätten, wäre das hier anders ausgegangen", murmelte Johnson in der Pressekonferenz, während er seinen Torwart lobend auf die Schulter klopfte.

Nach der Pause versuchte Elche, mehr Druck zu machen. Das Pressing wurde aktiver, die Angriffe zielstrebiger. Caio Chalana hatte in der 58. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, doch Burgos-Keeper Alejandro Villar parierte glänzend. "Ich hab einfach gehofft, dass er mich anschießt - und er hat’s getan", sagte Villar mit breitem Grinsen.

Die Schlussphase gehörte dann den Nerven. Burgos verteidigte tief, Elche warf alles nach vorne, brachte mit Jack Grealish (nein, nicht der aus Manchester, nur Namensvetter) in der 87. Minute noch frische Beine. Doch es half nichts. Veselin Mihajlovic und Jorge Veloso vergaben in der 79. und 80. Minute zwei ordentliche Chancen, und als Ximenis in der Nachspielzeit noch einmal aus 20 Metern abzog, hielt das Stadion kollektiv den Atem an - aber der Ball strich knapp vorbei.

Statistisch war das Spiel klar: 14 Torschüsse für Burgos, 10 für Elche, 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren. Und doch fühlte es sich für viele Fans an wie ein Zittersieg. "Ein 1:0 ist kein Ergebnis, das du dir an den Kühlschrank hängst", meinte Coach Huber trocken, "aber drei Punkte sind drei Punkte - und mein Kühlschrank funktioniert auch so."

Elches Trainer Johnson blieb trotz der Niederlage gefasst: "Wir haben Charakter gezeigt. Leider hat uns das letzte Quäntchen Glück gefehlt - oder vielleicht einfach ein Densham auf unserer Seite."

So blieb es beim 1:0 - ein Ergebnis, das CF Burgos in der Tabelle nach oben klettern lässt und den Fans ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Kein Fußballfest, eher eine ehrliche Schichtarbeit mit einem goldenen Moment. Und der Held des Abends? Ein Verteidiger, der vermutlich noch immer nicht weiß, ob er gerade ein Tor des Monats oder eine missglückte Flanke geschossen hat.

"Ich sag’s mal so", lachte Densham beim Hinausgehen. "Wenn sie mir das Tor aberkennen wollen, müssen sie erst an meiner Mama vorbei."

Ein Satz, der nach diesem Abend wohl für die gesamte Mannschaft gilt: In Burgos wird hart gearbeitet - und manchmal wunderschön getroffen.

03.07.643990 18:19
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Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
Aleksandar Ristic
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