Haaretz Sports
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Budan schockt Haifa früh - Nazareth Illit siegt mit 1:0 im Hexenkessel

Es war ein lauer Abend im Januar, doch das, was sich im Sammy-Ofer-Stadion abspielte, hatte eher die Temperatur eines Eisschranks: Maccabi Haifa verlor vor 40.821 fröstelnden Zuschauern mit 0:1 gegen Nazareth Illit - und das nach einem Weitschuss in der zweiten Minute, der die Hausherren schockte und das Spiel praktisch entschied, bevor es richtig begonnen hatte.

Den Treffer des Tages erzielte ausgerechnet ein Mann, der normalerweise hinten aufräumt: Dejan Budan, linke Abwehrseite, 29 Jahre alt, traf nach Vorlage von Matteo Satriano mit einem satten Schuss aus gut 25 Metern. Haifas Keeper Haim Amir flog, so gut er konnte, doch der Ball küsste die Unterkante der Latte und zappelte im Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Budan später frech. "Aber wenn der Ball reinfliegt, beschwert sich ja keiner."

Danach begann das, was man höflich eine dominante, aber zahnlose Vorstellung der Hausherren nennen könnte. Maccabi hatte 55 Prozent Ballbesitz, kombinierte gefällig, aber meist dort, wo es wehtat: im Niemandsland zwischen Mittelkreis und Strafraum. Vier Torschüsse - das war die dürftige Ausbeute einer Mannschaft, die eigentlich um die internationalen Plätze mitspielen will.

Trainer David Goldmann stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, schüttelte immer wieder den Kopf und rief: "Mehr Mut, Männer!" Doch seine Elf wirkte wie festgefroren. Der junge Andre Sahar prüfte Nazareths Ersatztorwart Callum Donovan in der 9. und 72. Minute, doch der reagierte glänzend - besonders bemerkenswert, da Donovan erst zur Halbzeit eingewechselt wurde, nachdem Alexandre Laureys mit einer Leistenverletzung passen musste.

Nazareth Illit hingegen spielte schnörkellos, fast altmodisch, aber mit Effektivität. 13 Schüsse aufs Tor, klare Kante in den Zweikämpfen (Tacklingquote 55 Prozent) und eine kompromisslose Defensive - Trainer Jörg Hammer hatte seine Elf perfekt eingestellt. "Wir wussten, dass Haifa den Ball will. Also haben wir ihn ihnen gegeben", erklärte Hammer mit einem schiefen Lächeln. "Und dann zugeschlagen, wenn’s weh tut."

Besonders auffällig agierte Ryan Kerr, der linke Flügelstürmer der Gäste. Er rannte, dribbelte, schoss - dreimal innerhalb von zehn Minuten nach der Pause. Ein Tor gelang ihm zwar nicht, doch seine Präsenz hielt Haifas Abwehr permanent in Alarmbereitschaft.

In der 41. Minute sah Mattias Dahlin (Haifa) Gelb, weil er Kerr etwas zu enthusiastisch am Weiterlaufen hinderte. "Ich habe nur Hallo gesagt", knurrte Dahlin danach. Später, in der Nachspielzeit, erwischte es noch den 17-jährigen Menachem Eschkol, der in seinem jugendlichen Eifer einen Konter stoppte - ebenfalls Gelb.

Die zweite Halbzeit brachte dann vor allem eins: Frustration. Haifa rannte an wie ein Boxer, der vergessen hat, dass er auch schlagen darf. Nazareth Illit verschob klug, ließ laufen und lauerte auf Konter. In der 73. Minute hätte Jaap Haswell fast alles klar gemacht, doch Amirs Fingerspitzen verhinderten das 0:2.

Ein wenig Symbolik hatte dann die 88. Minute: Miroslav Kona, der rechte Stürmer Haifas, zog aus spitzem Winkel ab, der Ball flog genau auf Donovan - der den Schuss mit einem Grinsen festhielt, als wolle er sagen: Heute nicht, Freunde.

Nach dem Schlusspfiff fielen einige Haifa-Spieler enttäuscht zu Boden. Trainer Goldmann sprach von einer "unglücklichen Niederlage mit Lehrcharakter", während Kapitän Espriu sarkastisch meinte: "Wenn Ballbesitz Punkte gäbe, hätten wir gewonnen."

Auf der anderen Seite war die Stimmung ausgelassen. Budan wurde gefeiert, als hätte er gerade die Meisterschaft entschieden. "Ich bin kein Stürmer, aber manchmal muss man eben Verantwortung übernehmen", sagte er in die Kameras - und zwinkerte dabei seinem Trainer zu.

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 55 Prozent Ballbesitz für Haifa, aber nur vier Torschüsse. Nazareth Illit dagegen brauchte keine langen Ballstafetten - 13 Abschlüsse, 1 Tor, 3 Punkte. Manchmal ist Fußball eben gnadenlos einfach.

Und so bleibt Maccabi Haifa ratlos zurück, während Nazareth Illit den Auswärtsfluch bricht und mit leuchtenden Gesichtern in die Nacht von Haifa verschwindet. Ein Sieg des Pragmatismus über die Ästhetik - und ein Abend, an dem ein linker Verteidiger den Unterschied machte.

"Ein Tor ist ein Tor, egal wer’s schießt", sagte Budan zum Schluss - und man hatte das Gefühl, er könnte recht behalten.

23.07.643987 08:57
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