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BSV Elore zerlegt Chersonissos - 5:0! Fußball als Operette mit fünf Akten

Wer am Donnerstagabend ins Stadion von BSV Elore kam, bekam mehr als nur Fußball: Es war ein Lehrstück in Dominanz, Spielfreude und - seien wir ehrlich - Mitleid. 47.700 Zuschauer sahen, wie die Gastgeber den griechischen Klub Chersonissos mit 5:0 (3:0) aus der Conference League schossen. Und das mit einer Leichtigkeit, die fast unverschämt wirkte.

Schon nach fünf Minuten war klar, wohin die Reise geht. Uwe Schindler, Elore’s quirliger Rechtsaußen, hatte offenbar keine Lust auf Abtasten. Nach einem butterweichen Pass von Linksverteidiger Bruno Yaguez drosch er das Leder humorlos ins Eck. "Ich dachte, ich fang mal früh an, bevor der Kaffee auskühlt", grinste Schindler hinterher. Chersonissos’ 17-jähriger Keeper Thanassis Ravoussis sah aus, als wolle er am liebsten nach seiner Mutter rufen - und das war erst der Anfang.

Sieben Minuten später ertönte der nächste Jubelorkan. Taner Demirkiran, der rechte Flügelstürmer mit der Antrittsschnelligkeit eines ICE, vollendete nach feinem Zuspiel von Archie Cort zum 2:0. "Ich hab’ nur die Augen zugemacht", sagte Demirkiran später, "und gehofft, dass der Ball mich mag." Offenbar mochte er ihn sehr, denn Elore spielte danach wie befreit.

In der 37. Minute durfte dann auch Architekt Cort selbst jubeln. Ein zentraler Abschluss, trocken, präzise, unhaltbar - 3:0. Trainer Kurumi Makishima lächelte auf der Bank, als hätte sie das alles schon im Training vorhergesehen. "Wir haben gesagt, wir wollen Spaß haben. Und wenn Spaß fünf Tore sind, beschwere ich mich sicher nicht", kommentierte sie später süffisant.

Zur Halbzeit war das Spiel eigentlich gelaufen, aber Elore hatte noch Lust auf ein paar Sahnehäubchen. Chersonissos? Kein einziger Torschuss im ganzen Spiel. Null. Nada. "Wir wollten ruhig bleiben und auf unsere Chancen warten", erklärte Gasttrainer Harry Kane nach dem Spiel mit britischer Contenance. "Leider sind die nie gekommen." Ein Reporter fragte trocken: "Wussten Ihre Jungs, dass das Spiel schon angefangen hatte?" Kane lachte gequält.

Nach dem Seitenwechsel setzte Elore fort, was sie begonnen hatten. In der 60. Minute lauerte Mittelstürmer Miklos Sebes im Strafraum, bekam den Ball von - na klar - Uwe Schindler serviert und schob lässig zum 4:0 ein. "Ich hab’ ihm gesagt, er soll mir einfach vertrauen", erzählte Schindler später und grinste breit. Sebes nickte neben ihm: "Wenn Uwe rennt, rennt man einfach mit. Irgendwas Gutes passiert dann immer."

Und als wäre das alles nicht schon bitter genug für die Gäste, kam in der 71. Minute auch noch Rechtsverteidiger Torsten Ingimarsson zu seinem Moment des Ruhms. Ein Abpraller, ein beherzter Schuss - 5:0. Taner Demirkiran hatte den Angriff eingeleitet und zeigte anschließend auf Ingimarsson: "Ich schwöre, das war Absicht", rief er lachend in Richtung der Fans.

Die letzten 20 Minuten waren dann reine Kür. Elore jonglierte den Ball, Chersonissos lief hinterher. Ballbesitz? 54 Prozent für Elore, was in Wahrheit nach 80 Prozent aussah. 15 Torschüsse für die Hausherren - null für die Gäste. Selbst die Stadionkatze hätte heute mehr Gefahr ausgestrahlt als die Offensive der Griechen.

Es gab trotzdem noch ein paar Farbtupfer: Drei Gelbe Karten für Elore (Ingimarsson, Yaguez, Demirkiran), alle eher aus Langeweile als aus Bosheit. In der Nachspielzeit dann eine kuriose Szene: Yaguez humpelte vom Platz, während Makishima den Verteidiger Arnau Brito brachte - ausgerechnet in der 94. Minute. "Er wollte unbedingt noch laufen", erklärte die Trainerin trocken. "Na gut, dann eben 60 Sekunden Ruhm."

Am Ende stand ein 5:0, das auch 8:0 hätte heißen können. Die Fans feierten, die Spieler grinsten, und irgendwo in der Gästekabine klirrte vermutlich eine verzweifelte Wasserflasche. "Das war kein Fußballspiel, das war ein Tanz", schwärmte ein Zuschauer auf der Tribüne.

Fazit: BSV Elore spielt derzeit wie auf einem anderen Planeten. Kurumi Makishima hat aus einer guten Mannschaft eine kleine Fußballmaschine geformt, die sogar im Schonmodus glänzt. Chersonissos dagegen wird diesen Abend nicht so schnell vergessen - und vermutlich beim nächsten Training erst einmal das Ziel aufs Tor üben.

Oder wie Trainerin Makishima es mit einem Augenzwinkern sagte: "Manchmal ist Fußball einfach. Man muss nur öfter treffen als der Gegner." In dieser Disziplin war Elore an diesem Abend Weltklasse.

29.11.643990 09:47
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Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
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