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BSG Cottbus siegt mit jugendlichem Sturmwind - 3:1 gegen Steinbach

Wenn man die Jugend lässt, dann spielt sie - und wie! BSG Cottbus hat am Sonntagabend vor 5020 begeisterten Zuschauern den SV Steinbach mit 3:1 (1:1) bezwungen und dabei gezeigt, dass Frische, Mut und eine gehörige Portion Unbekümmertheit manchmal mehr wert sind als Routine. Trainer Jörg Sachtler setzte auf seine jungen Wilden - und sie dankten es ihm mit einem Auftritt, der an die besten Tage der Lausitzer Fußballromantik erinnerte.

Das Spiel begann, bevor alle Zuschauer ihre Bratwurst fanden. In der 5. Minute rauschte der 18-jährige Cyril Leyn über den rechten Flügel und verwandelte nach Pass von Ricardo Carreras eiskalt - 1:0. Sachtler grinste später: "Ich hab ihm vorher gesagt, er soll einfach machen. Vielleicht war das der beste taktische Hinweis des Abends." Doch die Freude hielt nicht lange. Nur acht Minuten später schlenzte Steinbachs Lars Schumacher den Ball nach Vorarbeit von Bogdan Raducanu ins Netz - 1:1. "Da sahen wir kurz aus wie beim Schulausflug", knurrte Cottbus-Verteidiger Diego Acevedo später.

Steinbach, von Trainer Martin Schmittel gewohnt offensiv eingestellt, blieb gefährlich. Mit langen Bällen suchten sie immer wieder Raducanu, der aber mehr mit den robusten Cottbus-Verteidigern als mit dem Ball beschäftigt war. Und wenn doch mal etwas durchrutschte, stand der 18-jährige Keeper Jerzy Domarski sicher - oder zumindest spektakulär. "Ich sah nix, hab einfach gesprungen", lachte er nach dem Spiel.

Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen: acht Torschüsse Cottbus, fünf Steinbach, Ballbesitz 60 zu 40 Prozent - aber gefühlt war das Rennen offener. Die Cottbuser Mittelfeldachse um Luis Sauer (der sich in der 27. Minute eine gelbe Karte als Souvenir abholte) und Ricardo Carreras kontrollierte das Spiel, doch Steinbach blieb mit schnellen Gegenstößen gefährlich.

Nach der Pause wechselte Sachtler doppelt: Walter Paulsen kam für den soliden, aber müden Iban Suarez, und Gyula Ujlaki ersetzte den Torschützen Leyn. "Cyril war platt - der Junge ist 18, nicht aus Stahl", meinte der Trainer halb im Spaß. Die Maßnahme erwies sich als goldrichtig, denn Cottbus bekam wieder Schwung. In der 54. Minute traf Carreras selbst - diesmal nach einem feinen Zuspiel von Rechtsverteidiger Szilard Borbely. 2:1, und das Stadion vibrierte.

Schmittel reagierte, brachte Hartmut Philipp für Cesar Juarez (58.) und später den 18-jährigen Stürmer Nico Franz. Doch die Steinbacher Angriffe wirkten zunehmend verzweifelt. Lefteris Konstantinou kassierte in der 63. Minute Gelb, kurz darauf segelte ein Freistoß von ihm in die Cottbuser Mauer. "Wir wollten unbedingt, aber Cottbus war einfach cleverer", gab er nachher zu.

In der Schlussphase machte dann einer den Deckel drauf, der schon das ganze Spiel über lauerte: Nikifor Budjanski, 19 Jahre jung, traf in der 80. Minute nach Vorlage von Luis Sauer zum 3:1. Ein Schuss, wie man ihn nur trifft, wenn man noch glaubt, dass die Welt einem gehört. "Ich hab gar nicht überlegt", grinste Budjanski. "Ich dachte nur: Wenn der Ball nicht rein will, dann geh ich halt mit."

Cottbus spielte das Ergebnis souverän herunter, auch wenn es kurz vor Schluss noch einmal Gelb für Diego Acevedo gab - ein Zeichen dafür, dass man den Sieg unbedingt halten wollte. Die Steinbacher warfen alles nach vorn, doch außer einem harmlosen Distanzschuss von Swen Fuhrmann (81.) kam nichts Zählbares mehr heraus.

Am Ende jubelte die BSG, während Steinbachs Trainer Schmittel mit verschränkten Armen in den Nachthimmel blickte. "Wir haben früh gepennt und spät die Nerven verloren", fasste er zusammen. Sein Gegenüber Sachtler hingegen genoss den Moment: "Manchmal ist Fußball einfach: Wenn du läufst, gewinnst du. Und unsere Jungs sind heute gerannt, als gäb’s Freibier im Strafraum."

Die Zahlen untermauern den Eindruck: Cottbus mit 60 Prozent Ballbesitz, 8:5 Torschüssen und leichtem Zweikampfplus (53 zu 47 Prozent) - eine reife Leistung einer jungen Truppe.

Vielleicht war es nur ein Spiel am 7. Spieltag der Regionalliga D. Aber für die Cottbuser Fans fühlte es sich an wie ein kleiner Aufbruch. Und als die Flutlichter ausgingen, rief jemand von der Tribüne: "Die Jungs sind jung, aber sie spielen altklug!" - ein schöneres Kompliment kann man einer Mannschaft wohl kaum machen.

Ein Abend voller Tempo, Witz und jugendlichem Charme - und vielleicht der Beginn einer kleinen Erfolgsgeschichte in Cottbus.

29.01.643994 11:32
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