La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

BSC Barcelona stolpert im Pokal-Halbfinale über Expreso Cuenca

Wenn 79.500 Zuschauer ein Offensivfeuerwerk erwarten und am Ende das Gastteam jubelt, dann ist es wieder einer dieser Abende, an denen Fußball keine Mathematik ist. BSC Barcelona verliert sein Pokal-Halbfinale gegen Expreso Cuenca mit 1:2 (1:1) und verabschiedet sich - trotz 12 Torschüssen und 45 Prozent Ballbesitz - aus dem Wettbewerb.

Dabei begann alles wie aus dem Lehrbuch: In der 13. Minute vollstreckte Xabi Guerrero nach feiner Vorarbeit von Elias Keller zum 1:0. Guerrero, gerade einmal 21 Jahre alt, tänzelte den Ball so lässig ins Netz, dass man fast meinte, er höre dabei Musik. "Ich hab’ einfach gespürt, dass das mein Moment ist", grinste der Youngster später, "und dann war der Ball drin - endlich mal einer!"

Doch wer dachte, die Partie würde nun zum Selbstläufer, hatte die Rechnung ohne Jacques Hubbert gemacht. Der 30-jährige Flügelspieler aus Cuenca nutzte in der 27. Minute ein Loch in Barcelonas Hintermannschaft, das groß genug war, um einen Linienbus durchzufahren. Nach Vorarbeit von Francisco Chalana zog Hubbert trocken ab - 1:1. "Ich habe gesehen, dass der Keeper einen Schritt zu weit links stand", erklärte Hubbert und zwinkerte: "Da musste ich ihm ja helfen, wieder in die Mitte zu kommen."

Von da an entwickelte sich ein Duell zweier Philosophien: Barcelona, von Trainer Andi Eier gewohnt offensiv eingestellt, rannte über die Flügel an, während Cuenca unter Dierk Nordi auf kontrollierte Konter setzte. Das war kein Zufall - laut Taktikdaten spielte Barcelona durchgängig offensiv mit Flügelangriffen, während Cuenca auf lange Bälle und schnelle Umschaltmomente setzte.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit Chancen auf beiden Seiten und einer wachsenden Nervosität im Camp Nou. In der 55. Minute dann der Nackenschlag: Der junge Diego Morais, gerade 21, traf nach Vorarbeit von Hubbert zum 2:1 für Cuenca. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch - drei Pässe, ein Abschluss, ein Tor. "Wir üben das jede Woche", sagte Morais anschließend, "und manchmal klappt’s sogar."

Barcelona wirkte geschockt, fing sich aber schnell. Guerrero und Javier Jorge prüften Cuencas Torhüter Joao Tiago mehrfach, doch der 31-Jährige fischte alles heraus, was nach Ball aussah. In der 63. Minute rauschte ein Schuss von Guerrero nur Zentimeter am Pfosten vorbei, während Trainer Eier an der Seitenlinie verzweifelt gestikulierte, als wolle er die Flugbahn selbst korrigieren.

In der 60. Minute brachte Eier den jungen Amaury Antonio für Nestor Couto - frische Beine auf rechts. Zehn Minuten später folgte Caio Galan für Noe Castano. Beide Einwechslungen brachten zwar Schwung, aber keine Tore. Stattdessen sammelte Barcelona Gelbe Karten wie Briefmarken: Keller (61.), Galan (81.), Pelayo (85.) und Ximenes (90.) sahen Gelb - sinnbildlich für ein Spiel, das mehr Wut als Struktur bot.

"Wir haben alles versucht, aber manchmal hat der Ball einfach andere Pläne", seufzte Trainer Eier nach Abpfiff. Kollege Nordi grinste nebenan: "Wir wollten sie laufen lassen - und sie sind gelaufen. Meist hinterher."

In den letzten Minuten startete Barcelona noch einmal ein wütendes Pressing, laut Taktikdaten erstmals aktiv. Doch Cuenca verteidigte clever, brachte in der 91. Minute noch Ivan Antunez für den erschöpften Danko Vukomanovic - ein klares Signal: Beton anrühren.

Als Schiedsrichter Mendez abpfiff, war im Stadion kurz Stille. Dann brandete Applaus auf - auch von den heimischen Fans, die wussten, dass ihr Team gekämpft hatte. Guerrero sank auf die Knie, während Cuenca jubelnd in einer Spielertraube verschwand.

Statistisch war es ein enges Spiel: 12 Torschüsse zu 9, 45 zu 55 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe für Barcelona (52 Prozent), aber weniger Effizienz. Fußball, dieser alte Schelm, hatte wieder einmal bewiesen, dass er sich nicht in Excel-Tabellen pressen lässt.

"Wir wollten Geschichte schreiben", sagte Cuencas Trainer Nordi mit einem Schmunzeln, "jetzt schreiben wir wenigstens ein Kapitel."

Und so fährt Expreso Cuenca ins Pokalfinale - mit einem Team, das keine Stars, aber jede Menge Charakter hat. Barcelona dagegen bleibt wieder nur die Erkenntnis, dass Ballbesitz kein Synonym für Glück ist.

Oder wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Früher haben wir solche Spiele gewonnen. Aber früher war auch der Rasen grüner."

20.12.643987 12:25
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wie so oft liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager