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Brun trifft, Mettmann stolpert - Rot-Weiß Halle siegt im Chancenfestival

Es war ein kalter Januarabend in Mettmann, aber auf dem Rasen des Stadions brodelte es - zumindest auf einer Seite. 4182 Zuschauer sahen am 20. Spieltag der Regionalliga B einen FC Mettmann, der sich redlich mühte, aber am Ende mit leeren Händen dastand. 0:1 hieß es nach 90 intensiven Minuten gegen ein spielfreudiges Rot-Weiß Halle, das Chancen im Dutzend vergab, aber einmal eben doch traf: Daniel Brun in der 29. Minute - der Mann des Abends.

"Wenn du 21 Mal aufs Tor schießt, darfst du dich eigentlich nicht über ein knappes Ergebnis beschweren", grinste Halles Trainer Luis Muriel nach dem Schlusspfiff, den dicken Schal über den Mund gezogen. "Aber ehrlich gesagt - ein bisschen schon." Denn seine Mannschaft hätte gut und gerne drei oder vier Tore erzielen können, wenn nicht gar müssen.

Dabei begann alles recht ausgeglichen. Mettmann versuchte, über ruhigen Aufbau und Kurzpassspiel Selbstvertrauen zu tanken - Trainer Jakob Urban hatte seine Elf auf "balanced" eingestellt, wie es die modernen Taktikgrafiken nennen. Halle dagegen presste phasenweise aggressiv, lauerte auf Ballverluste und schaltete schnell um. Schon nach sechs Minuten prüfte Antonio Marano den Mettmanner Keeper Jannick Schwarz - der flog, als ginge es um den letzten Bus nach Hause.

Mettmann antwortete: Billy Moncreiffe zog aus der Distanz ab (10.), John Donovan versuchte es aus der zweiten Reihe (12.), und Richard Baum, der linke Verteidiger, brachte das Kunststück fertig, den Ball gleichzeitig übers Tor und fast aufs Tribünendach zu jagen (13.). "Ich wollte den Ball gefühlvoll nehmen", sagte er später kleinlaut, "aber er hatte wohl zu viel Gefühl."

Dann kam die Szene des Abends: Halle kombinierte sich in der 29. Minute mustergültig über links nach vorn. Franck Lansbury, der quirlig-wendige Flügelspieler, sah den startenden Daniel Brun und steckte den Ball perfekt durch die Schnittstelle. Brun blieb eiskalt - flach rechts vorbei an Schwarz, 0:1. Es war sein einziges Tor, aber eines, das reichte.

"Ich hab den Ball einfach reingeschoben, mehr nicht", grinste Brun nach der Partie. "Aber wenn du so viele Chancen hast wie wir und nur eine triffst, dann musst du wenigstens die richtige erwischen."

Und Chancen hatte Halle reichlich. Marano scheiterte gleich mehrfach (36., 39., 43., 51., 78.), Daniel Brun selbst noch drei weitere Male, und auch der rechte Verteidiger Julian Simon tauchte zweimal gefährlich im Strafraum auf. Mettmann dagegen kam nur sporadisch vor das Tor - vier Torschüsse insgesamt, zwei davon ungefährlich, zwei halbgefährlich, aber nie zwingend.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie ruppiger. Halles Innenverteidiger Ferenc Kubala sah in der 49. Minute Gelb, nachdem er Grzegorz Kukielka mit einem rustikalen Rempler aus dem Weg geräumt hatte - Urban fuchtelte wütend an der Seitenlinie. Kurz darauf kassierte auch Julian Simon Gelb (75.), und auf Mettmanner Seite musste Richard Baum (76.) für ein taktisches Foul an der Mittellinie hinhalten. "Ich hab ihn doch kaum berührt", protestierte Baum, während der Schiedsrichter unbeeindruckt die Karte zückte.

Im Anschluss schien Halle etwas den Fuß vom Gas zu nehmen - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Selbstzufriedenheit. Mettmann warf in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorn. In der 89. Minute fasste sich John Donovan ein Herz und zog ab - ein ordentlicher Schuss, aber Halles Keeper Nikanor Dawydow war zur Stelle. Es blieb beim 0:1.

"Wir haben alles gegeben, aber Halle war einfach cleverer", seufzte Mettmanns Coach Urban. "Manchmal ist Fußball eben kein Wunschkonzert, sondern eine Mathearbeit: 21 zu 4 Torschüsse - da kannst du dir ausrechnen, wie’s ausgeht."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht auch deshalb, weil sie wussten: Es hätte schlimmer kommen können. Halle spielte phasenweise wie ein Team aus einer höheren Liga, technisch sauber, gedankenschnell, und stets mit einem Hauch Übermut.

Zum Schluss stand Luis Muriel mit einem schelmischen Lächeln an der Seitenlinie. "Ein Arbeitssieg? Nein, ein Geduldsspiel", meinte er. "Und Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend - auch im Fußball."

Mettmann hingegen wird sich fragen müssen, wohin die spielerische Leichtigkeit der Hinrunde verschwunden ist. Ein Tor mehr Mut, ein bisschen weniger Respekt - und vielleicht wäre aus dem knappen 0:1 ein Achtungserfolg geworden. So aber blieb nur die Erkenntnis: Wer nicht trifft, kann nicht gewinnen.

Und irgendwo in der kalten Nacht von Mettmann wird Daniel Brun noch immer lächeln - über das eine Tor, das alles entschieden hat.

07.09.643987 20:25
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