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Ein kühler Januarabend, Flutlicht, 43.500 Zuschauer im County Ground - und ein Spiel, das eigentlich alles versprach: Spannung, Tempo, Tore. Bekommen haben die Fans immerhin eines davon: Spannung. Am Ende jubelten die Bristol Pirates über ein 1:0 bei Swindon Town, ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet verdient war - und emotional betrachtet für die Gastgeber eine kleine Tragödie. Schon nach sieben Minuten war die Geschichte des Spiels fast geschrieben. Owen Hannigan, der zentrale Mittelfeldmann der Pirates, zog aus gut 18 Metern ab - nicht spektakulär, aber präzise. Der Ball flog an Freund und Feind vorbei, Swindons Keeper Freddie Huxley sah ihn spät, und es stand 0:1. Dimitar Donkow, der bullige Innenverteidiger, hatte den Angriff eingeleitet - der Rest war Hannigans kühler Fuß. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste Hannigan nach dem Spiel, "und gehofft, dass keiner im Weg steht. Hat ja geklappt." Swindon, das laut Trainer Barney Cheep "offensiv, aber kontrolliert" beginnen wollte, fand danach kaum Zugriff. Während Cheeps Elf eine Offensiv-Taktik auf dem Papier hatte, spielte sie auf dem Rasen, als wäre der Ball mit einem Strafzettel belegt. Zwei mickrige Torschüsse standen am Ende zu Buche - einer in der 51. Minute durch Teemu Forssell, einer spät durch den jungen Thomas Mayhew. Beide Male blieb Pirates-Keeper Servet Kaloglu weitgehend unbeeindruckt. Die Pirates hingegen feuerten, als hätten sie noch ein Torverhältnis aufzuholen: 17 Schüsse aufs Tor, dazu gefühlt doppelt so viele in die Zuschauerränge. Reece Claude und Javier Costinha beschäftigten Swindons Abwehr permanent, auch wenn Letzterer eine Gelbe Karte kassierte, nachdem er sich lautstark über einen Abseitspfiff echauffiert hatte. "Ich hab dem Schiri nur erklärt, dass ich gar nicht abseits stand - in drei Sprachen!", verteidigte sich Costinha später mit einem breiten Grinsen. Bristol-Coach Phi Ung, ansonsten kein Freund großer Worte, lobte seine Mannschaft für die Konsequenz: "Wir haben früh getroffen und danach einfach weitergemacht. Vielleicht hätten wir das zweite Tor machen müssen, aber manchmal reicht eins." Ein Satz, der so pragmatisch klingt wie seine gesamte Spielphilosophie - offensiv, aggressiv, aber nie überhastet. Swindon-Trainer Cheep dagegen wirkte nach dem Schlusspfiff ratlos. "Wir haben gewusst, dass Bristol stark über die Mitte kommt. Trotzdem haben wir ihnen genau dort zu viel Platz gelassen." Auf die Frage, ob sein Team zu passiv agiert habe, antwortete er trocken: "Passiv wäre schon ein Fortschritt gewesen. Wir waren phlegmatisch." Die Zuschauer sahen es ähnlich. Nach 20 Minuten machte sich ein leises Murmeln breit, nach 45 ein deutlich hörbares Seufzen. Der Wechsel zur Halbzeit - der 18-jährige Andrew Hathaway raus, Charles Warriner rein - brachte Schwung, aber keine Präzision. Tyler Lancaster, der Routinier im Angriff, wurde in der 60. Minute vom nächsten Teenager, Joseph Hawn, ersetzt - ein Symbol für Swindons verzweifelte Suche nach einer Idee. Während Bristol weiter anlief, ohne jedoch den Sack zuzumachen, verlegte sich Swindon auf das, was man in der Nachspielzeit höflich "kontrollierte Offensive" nennt. In Wahrheit: ein wackerer, aber zahnloser Versuch. Forssell sah in der 81. Minute Gelb, nachdem er beim Versuch, den Ball zu erobern, eher die Wade seines Gegenspielers traf. "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch leben", murmelte er danach halb entschuldigend. Statistisch war alles klar: 52 Prozent Ballbesitz für die Pirates, 17:2 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Swindon hielt kämpferisch dagegen, aber das reichte nicht. Selbst die Einwechslung von John Valentine in der 90. Minute - für Mason Hathaway, der wirkte, als hätte er lieber schon früher Feierabend gemacht - änderte nichts mehr. Als der Schlusspfiff ertönte, hob Bristol-Coach Ung kurz die Faust, dann verschwand er im Tunnel, während Cheep noch minutenlang mit seinem Staff diskutierte. "Wir müssen ruhiger bleiben", sagte er schließlich. "Und vielleicht auch mal treffen." Ein Zuschauer auf der Tribüne brachte es zusammenfassend auf den Punkt: "Wenn man 90 Minuten auf ein Tor wartet und dann merkt, dass es schon in der 7. gefallen ist - dann weiß man, wo das Problem liegt." So bleibt Swindon in der unteren Tabellenhälfte kleben, während Bristol mit drei Punkten im Gepäck weiter von den oberen Rängen träumen darf. Ein Spiel, das keiner so schnell vergessen wird - am wenigsten wohl Barney Cheep, der auf dem Heimweg vermutlich denselben Gedanken hatte wie viele Fans: Es wäre schön, wenn die nächste Offensive wirklich offensiv wäre. 22.10.643987 23:40 |
Sprücheklopfer
Schiri, pfeif ab. I mog nimmer.
Paul Breitner nach 30 Minuten in einem Europacupspiel beim Stand von 3:0 gegen die Bayern: