Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Brighton siegt mit Pragmatismus - und einem Tor, das keiner vergaß

Ein Tor, ein Platzverweis, zwei Trainer mit sehr unterschiedlichen Gesichtsausdrücken - mehr brauchte es nicht, um den 31. Spieltag der 3. Liga England (2. Div) zu einem kleinen Drama an der Südküste zu machen. Vor 9000 Zuschauern im stürmischen "Blue Shore Stadium" setzten sich die Brighton Blues am Samstagabend mit 1:0 gegen die West Hammers durch. Kein Spektakel, aber ein Sieg, der nach dem Abpfiff in Brighton wie Champagner schmeckte - und in West London wohl eher wie abgestandenes Leitungswasser.

Das Tor des Abends fiel früh, in der 10. Minute. Joseph Hawn, der rechte Mittelfeldspieler mit dem linken Fuß, der sonst nur in der Kabine zu Wort kommt, traf nach feinem Zuspiel von William Bosworth. "Ich hab’ einfach draufgehalten. Der Ball wollte wohl rein - ich hab ihm nicht widersprochen", grinste Hawn später, während er versuchte, die obligatorische Bierdusche zu vermeiden.

Dabei begann das Spiel gar nicht so eindeutig. Bereits in der zweiten Minute prüfte Ryan Musgrave von den West Hammers den Heimkeeper Ryan Hathaway - der junge Torhüter blieb cool, als hätte er gerade erst einen Espresso getrunken. Danach übernahm Brighton das Kommando, schnürte den Gegner in der eigenen Hälfte ein und kam durch Samuel Prinsloo und Hawn zu mehreren Halbchancen. Der Ballbesitz war mit 51 Prozent zwar nur leicht auf Seiten der Blues, doch die gefährlicheren Szenen gehörten ihnen (elf Torschüsse gegenüber neun).

Trainer Maximilian Richter wunderte sich nach dem Spiel über die Frage, ob sein Team zu defensiv gespielt habe. "Defensiv? Wir haben 1:0 gewonnen. Das ist das beste Offensivkonzept, das es gibt", sagte er trocken. Tatsächlich schaltete Brighton nach der Führung auf kontrollierte Gelassenheit, während die West Hammers immer nervöser wirkten.

Toni Mückfeld, der Coach der Gäste, versuchte es in der zweiten Halbzeit mit lautstarken Kommandos, die selbst auf der Pressetribüne noch zu hören waren. "Lauft doch, verdammt!", brüllte er in der 66. Minute, als Vincent Morais mal wieder im Abseits feststeckte. Morais selbst war später um Fassung bemüht: "Wir hatten die Chancen, aber der Ball wollte einfach nicht. Vielleicht mochte er das Meer nicht."

Die Hammers hatten in der Schlussphase tatsächlich noch einige gute Gelegenheiten - Morais (75.) und Toto Pines-Paz (69.) prüften Hathaway, doch der 24‑jährige Keeper blieb fehlerfrei. Brighton verteidigte mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit dem Kopf. Leo Broderick, der erfahrene Rechtsverteidiger, sah in der 86. Minute Gelb, nachdem er einen gegnerischen Konter mehr mit Charme als mit Ball gespielt hatte. "Ich wollte nur ein Gespräch anfangen", witzelte er später.

Die Schlussminuten gerieten dann zur Farce für die Gäste. In der 93. Minute sah Musgrave Gelb, und nur eine Minute später erwischte es Innenverteidiger Aron Ibsen mit Rot, nachdem er Edward Morrison etwas zu temperamentvoll gestoppt hatte. Die Hammers beendeten das Spiel zu zehnt, während Brighton die Uhr herunterspielte - souverän, aber nicht ohne Nervenkitzel.

Statistisch gesehen war das Spiel fast ein Spiegelbild der Tabelle: Brighton leicht besser, aber weit entfernt von überragend. 51,2 Prozent Ballbesitz, 11 Torschüsse, zwei Gelbe Karten. West Hammers hielten ordentlich dagegen (9 Torschüsse, 48,8 Prozent Ballbesitz), verloren aber Nerven und Struktur, als es zählte.

In der Mixed Zone zeigte sich Trainer Richter zufrieden - auf seine stoische Art. "Wir wollten ein Zeichen setzen. Vielleicht kein großes, aber eins, das man lesen kann", sagte er und stoppte kurz, um einem Balljungen auf die Schulter zu klopfen.

Toni Mückfeld dagegen verschwand nach einem knappen "Kein Kommentar" in der Kabine. Man darf vermuten, dass die Wände dort jetzt ein paar neue Dellen haben.

Für Brighton war es ein Sieg der Effizienz - und für die Fans ein Abend, der zeigt, dass Fußball nicht immer schön sein muss, um glücklich zu machen. "Ein 1:0 ist wie ein gutes englisches Bier", sagte ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions, "vielleicht nicht prickelnd, aber ehrlich."

So verließen die Blues ihre Arena mit drei Punkten, einem sauberen Torverhältnis und der Gewissheit, dass man manchmal nur zehn Minuten Mut braucht, um 80 Minuten zittern zu dürfen.

01.04.643990 01:27
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Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben.
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