Anpfiff
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Braunschweig rettet spät den Punkt - Velbert ärgert den Favoriten

Eintracht Braunschweig und die SSVg Velbert trennten sich am Mittwochabend in der 3. Liga nach einem turbulenten Schlagabtausch 2:2 (0:1). 11.461 Zuschauer im Eintracht-Stadion sahen ein Spiel, das alles hatte, was einen grauen Märzabend erträglich macht: frühe Schocks, jugendlichen Übermut, ein bisschen Gelb und am Ende eine gerechte Punkteteilung.

Die Partie begann mit einem klassischen Albtraum für die Hausherren. Gerade einmal sieben Minuten waren gespielt, als Velberts flinker Rechtsaußen Harvey Kinmont nach feiner Vorarbeit von Günter Stock die Braunschweiger Defensive alt aussehen ließ und trocken zur Führung einschob. "Ich hab einfach gesehen, dass der Torwart ein bisschen zu weit draußen steht", grinste Kinmont später in die Mikrofone. Torwart Joshua Paul dürfte das anders sehen - er starrte verdutzt auf den Ball, als hätte der ihm gerade seine Steuererklärung gezeigt.

Braunschweig brauchte lange, um in die Partie zu finden. Zwar feuerten Paulsen, Hartung und Tobollik in den ersten Minuten gleich reihenweise auf das Velberter Tor, doch Torwart Dimas Bischoff zeigte, warum er der Ruhepol im neuformierten Team von Trainer Klaus Bock ist. "Ich hab einfach die Hände da, wo sie hingehören", kommentierte der Schlussmann trocken.

Trainer Heiko Duwe wirkte an der Seitenlinie zunehmend unzufrieden. "Wir spielen ja nett", brummte er in Richtung seines Co-Trainers, "aber nett gewinnt hier keinen Blumentopf." Erst nach dem Seitenwechsel zeigte seine Elf, dass sie verstanden hatte.

In der 48. Minute war es der 19-jährige Maurice Hartung, der den Bann brach. Nach einem wuchtigen Vorstoß von Innenverteidiger Carlos Rocha stand der Youngster goldrichtig und schob den Ball über die Linie - 1:1! Das Stadion erwachte, der Funke war übergesprungen. Nur vier Minuten später legte Braunschweig nach: Antonio Gomes flankte mustergültig von rechts, Eri Hagen nahm den Ball volley und jagte ihn unhaltbar in die Maschen. 2:1 - der Jubel war ohrenbetäubend.

Duwe drehte sich zu seinem Banknachbarn und grinste: "Siehst du, manchmal muss man einfach laut genug schimpfen."

Doch Velbert wäre nicht Velbert, wenn sie sich damit zufrieden gegeben hätten. In der 67. Minute schlugen sie zurück. Wieder war Kinmont beteiligt, der nach einem feinen Solo den Ball in den Strafraum brachte, wo Rene Bettencourt nur noch den Fuß hinhalten musste - 2:2! "Das haben wir im Training genau so geübt", meinte Bettencourt später augenzwinkernd. "Naja, fast genau so."

Danach wurde es hitzig. Erst sah Velberts Innenverteidiger Niko Röder Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen den flinken Hartung (68.), dann folgte Teamkollege Xabier Santoyo mit einer weiteren Verwarnung (80.). Auch Braunschweigs Linksverteidiger Johann Schramm ließ sich nicht lumpen und holte sich kurz darauf seine Gelbe Karte ab - der junge Mann wollte offenbar nicht ohne Souvenir vom Platz.

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: 12 Torschüsse für Braunschweig, 8 für Velbert, Ballbesitz fast pari mit 50,7 zu 49,3 Prozent. Beide Teams traten offensiv an, ohne wildes Pressing, aber mit sichtbarem Willen. Ein Abnutzungskampf, bei dem der neutrale Zuschauer auf seine Kosten kam - und der objektive Reporter sich über ein selten ausgewogenes Spiel freuen durfte.

In der Schlussphase drückten die Hausherren noch einmal, besonders über die linke Seite mit Urban und Seitz, doch der Ball wollte einfach nicht mehr rein. Als Schiedsrichterin Müller nach 93 Minuten abpfiff, klatschten sich beide Teams erschöpft, aber zufrieden ab.

"Wir haben heute Moral gezeigt", betonte Braunschweig-Coach Duwe in der Pressekonferenz. "Nach dem frühen Rückstand so zurückzukommen - das spricht für die Jungs. Nur die Chancenverwertung... naja, die üben wir dann morgen um acht." Sein Gegenüber Klaus Bock lächelte milde: "Wenn man in Braunschweig zwei Tore schießt und einen Punkt mitnimmt, darf man sich nicht beschweren. Aber ich hätte gern gesehen, wie wir das 3:2 machen."

So bleibt ein Abend, an dem beide Seiten ein bisschen Grund zur Freude hatten: Die Braunschweiger, weil sie nach der Pause Herz zeigten, und die Velberter, weil sie wieder einmal bewiesen, dass sie auch gegen größere Namen nicht klein beigeben.

Und irgendwo auf der Tribüne murmelt ein Fan beim Hinausgehen: "War doch gar nicht so schlecht. Wenn sie das nächste Mal so spielen, dann gewinnen sie auch." Vielleicht. Aber wahrscheinlich wieder erst nach einem kleinen Herzinfarkt.

23.02.643994 19:43
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