Football Today
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Bournemouth lässt die Swindon-Jugend alt aussehen

Ein nasskalter Februarabend an der Südküste, 38.391 Zuschauer im Vitality Stadium - und ein Spiel, das nie wirklich auf der Kippe stand. Bournemouth FC besiegte Swindon Town am 18. Spieltag der 1. Liga England souverän mit 2:0 (1:0) und zeigte dabei eine Mischung aus Routine, Geduld und gelegentlicher Spielfreude. Swindon dagegen wirkte wie ein Jugendcamp auf Klassenfahrt: bemüht, aber überfordert.

Es dauerte keine fünf Minuten, da war der Klassenunterschied zum ersten Mal sichtbar. Nach einer flüssigen Kombination auf der rechten Seite legte Harrison Satchmore geschickt in die Mitte, wo Ethan Lankford - 32 Jahre jung, aber mit dem Torriecher eines Studenten im All-you-can-eat-Buffet - den Ball trocken ins Netz wuchtete. 1:0. Trainer Raffael Vogelsang ballte die Faust, während Swindon-Coach Barney Cheep auf der Bank resigniert den Kopf schüttelte. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte er später, "aber offenbar hat die Kompaktheit noch im Bus geschlafen."

Bournemouth kontrollierte das Geschehen nach Belieben. 59 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse - und das sah auch so aus. Charles Winston und Leo McGowan zogen im Mittelfeld die Fäden, während Lankford vorne wie ein Dauer-Abonnement auf Torchancen wirkte. Nur die Latte, der Pfosten und ein überarbeiteter Swindon-Keeper Dylan Longfellow verhinderten Schlimmeres.

Swindon selbst kam in der ersten Halbzeit zu exakt drei Schüssen aufs Tor - und die Statistik war wohl schmeichelhafter als die Realität. Der 18-jährige Lucas Hennessy versuchte es in der 13. Minute mit einem Distanzschuss, der mehr nach einem Pass zum Balljungen aussah. "Ich wollte einfach mal sehen, wie sich das anfühlt, den Ball zu treffen", witzelte er nach dem Spiel. Humor als Trostpflaster - fair enough.

Nach der Pause wechselte Cheep den Torwart aus - der 19-jährige Billy Morriss durfte ran. Ein mutiger Zug oder pure Verzweiflung? "Dylan stand im Wind, also dachte ich, geben wir Billy mal eine Chance", erklärte der Coach mit einem gequälten Lächeln. Morriss machte seine Sache ordentlich, bis zur 71. Minute. Da kam es, wie es kommen musste: Bournemouths linker Verteidiger Ewan Lorring rauschte nach einem feinen Doppelpass mit dem eingewechselten Bradley Roades über den Flügel, zog einfach mal ab - und traf flach ins rechte Eck. 2:0, Spiel entschieden, Jubel im Stadion.

Lorring grinste nach Abpfiff: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hat wohl andere Pläne gehabt." Der Reporter nickt wissend - das sagen sie alle.

Swindon kämpfte tapfer, aber ohne echte Durchschlagskraft. Bradley Cromwell, nach einer Stunde eingewechselt, rannte, grätschte, fluchte - doch Bournemouths Abwehr um Harrison Barrymore und Aaron Davonport ließ nichts anbrennen. Lediglich ein Schuss in der 41. Minute von Thomas Mayhew zwang Torhüter Samuel Locklear zu einer kleinen Flugshow. Mehr kam nicht.

Das Publikum hatte seinen Spaß, auch wenn die Partie phasenweise wie ein Trainingsspiel wirkte. "Wir wollten nicht überpacen, die Saison ist lang", meinte Vogelsang augenzwinkernd. "Aber natürlich hätte ich mir noch ein drittes Tor gewünscht - fürs Torverhältnis und für meine Laune."

In der Schlussphase wurde es noch kurz hitzig: Swindons Joel Simpson, bereits in der ersten Minute mit einem forschen Schuss aufgefallen, holte sich in der 73. Minute Gelb ab - vermutlich aus Frust, weil er der Einzige war, der überhaupt noch rannte. "Ich dachte, er spielt den Ball", erklärte er hinterher. "Hat er auch - nur schneller."

Als der Schlusspfiff ertönte, war die Bilanz eindeutig. Bournemouth ließ nichts anbrennen: 59 Prozent Ballbesitz, 20:3 Torschüsse, klare Zweikampfvorteile. Swindon hatte den Willen, Bournemouth die Mittel.

"Wir haben gezeigt, dass wir auch ohne Hurra-Fußball gewinnen können", sagte Lankford, während er sich in eine Decke wickelte. "Manchmal reicht’s, wenn man effizient ist - und warm."

Swindon-Coach Cheep nahm es mit britischem Humor: "Wir haben heute viel gelernt. Vor allem, dass man den Ball auch behalten darf, wenn man ihn mal bekommt."

Ein verdienter Sieg für Bournemouth, ein Abend zum Abhaken für Swindon. Und irgendwo in der Kabine summte wohl jemand leise: "Always look on the bright side of life."

Raffael Vogelsang grinste zuletzt in die Kameras und sagte: "Wenn wir so weiterspielen, wird’s an der Südküste bald richtig ungemütlich - aber nur für die Gegner." Und das dürfte keine leere Drohung sein.

02.01.643991 22:21
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