Elfmeter
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Borussia Emsdetten tanzt Preußen Reinfeld schwindelig - 3:0 und kein bisschen müde

Ein lauer Freitagabend, Flutlicht, 2.374 Zuschauer im Emsdettener Stadion - und ein Spiel, das so einseitig war, dass selbst der Stadionsprecher zwischendurch nach Beschäftigung suchte. Borussia Emsdetten besiegte Preußen Reinfeld mit 3:0 (1:0) am 5. Spieltag der Verbandsliga J - und ehrlich gesagt: Das Ergebnis schmeichelt den Gästen noch.

Von der ersten Minute an machte Emsdetten klar, wer Herr im Haus ist. Schon nach 60 Sekunden prüfte Xabi Panero den Reinfelder Torhüter Harald Lorenz mit einem satten Schuss aus 20 Metern. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Lorenz später, "aber irgendwie kam der immer wieder zurück." Tatsächlich rollte Angriff um Angriff auf das Reinfelder Tor zu. Vicente Jorge, der junge Mittelstürmer aus Spanien, hatte nach vier Minuten bereits die zweite Großchance - und er sollte an diesem Abend noch häufiger in Erscheinung treten.

Reinfeld? Kam kaum über die Mittellinie. Der einzige ernsthafte Torschuss der Gäste kam von Volker Krebs in der siebten Minute - weit vorbei. Danach verlegten sich die Preußen auf Schadensbegrenzung, was aber angesichts von 23 Torschüssen der Gastgeber eher wie der Versuch wirkte, mit einem Regenschirm einen Wasserfall aufzuhalten.

In der 13. Minute holte sich Raphael Wilke, Reinfelds linker Verteidiger, die erste Gelbe Karte ab - für ein eher unbeholfenes Einsteigen gegen den flinken Gustav Abelson. "Ich wollte eigentlich nur den Ball treffen", murmelte Wilke nach dem Spiel, "aber der Ball wollte nicht."

Das 1:0 fiel schließlich in der 39. Minute, und es war längst überfällig: Davib Elliot, Emsdettens zentraler Mittelfeldmotor, vollendete nach feinem Zuspiel von Rechtsverteidiger Damiano Paola. Ein präziser Schuss flach ins Eck, keine Chance für Lorenz. Trainer Nico Wolf ballte die Faust, sonst blieb er ruhig. "Wir hätten da schon 3:0 führen müssen", meinte er später nüchtern.

Nach der Pause änderte sich wenig. Emsdetten blieb defensiv geordnet, aber offensiv gierig. Vicente Jorge - der unermüdliche Dauerläufer in der Sturmspitze - hatte sich inzwischen warmgeschossen. In der 62. Minute traf er endlich: Ricardo Quintana flankte von rechts, Jorge stieg höher als sein Gegenspieler und nickte zum 2:0 ein. Das Stadion tobte. "Ich habe einfach die Augen zugemacht", lachte Jorge nach dem Spiel. "Und gehofft, dass der Ball mich findet." Tat er.

Preußen Reinfeld reagierte, indem es gar nicht reagierte. Kein Pressing, kein Aufbäumen, kein Plan B. Die Statistik spricht Bände: 60,8 Prozent Ballbesitz für Emsdetten, 23 Torschüsse zu einem einzigen der Gäste. So etwas nennt man wohl "kontrollierte Demütigung".

In der 81. Minute setzte Innenverteidiger Eric Neville den Schlusspunkt - und das auf die wohl britischste Art, die man sich vorstellen kann: Nach einer Ecke von Valter Bjorklund stieg Neville hoch und köpfte unhaltbar zum 3:0 ein. "Das war Trainingsecke Nummer 7 - sie klappt sonst nie", grinste Bjorklund, "heute halt schon."

Danach spielte Emsdetten das Ergebnis locker herunter. Der junge Torhüter Humberto Pauleta musste in der zweiten Halbzeit nicht einmal ernsthaft eingreifen. Nico Wolf blieb an der Seitenlinie gelassen, fast schon zu gelassen für das, was seine Mannschaft da ablieferte. "Ich warte lieber, bis sie mal schlecht spielen", sagte er mit einem Augenzwinkern. "Dann kann ich wieder lauter werden."

Reinfelds Trainer - der Name wurde in der Hektik des Abends nicht einmal auf dem Spielbericht korrekt notiert - stand nach dem Spiel ratlos auf dem Rasen. "Wir haben versucht, kompakt zu stehen", erklärte er. "Leider standen wir meist einfach nur."

Das Publikum verabschiedete die Borussen mit verdientem Applaus. Die Fans riefen nach Vicente Jorge, der sich lächelnd feiern ließ. Ein kleiner Junge auf der Tribüne rief: "Papa, der spielt ja wie Ronaldo!" - woraufhin Papa trocken antwortete: "Eher wie Ronaldo, als der noch in der Schule war."

Am Ende bleibt ein klarer Sieg, der Lust auf mehr macht. Borussia Emsdetten wirkt in dieser Form wie ein Team, das in dieser Liga kaum aufzuhalten ist - diszipliniert, spielfreudig und mit jugendlicher Frechheit. Preußen Reinfeld dagegen wird sich neu sortieren müssen; vielleicht hilft ein freier Samstag, um die Beine und das Selbstvertrauen wiederzufinden.

Oder wie es Eric Neville beim Herausgehen formulierte: "Manchmal ist Fußball einfach. Wenn du ständig den Ball hast, musst du ihn nur irgendwann reinmachen." Genau das tat Emsdetten - dreimal. Und das war noch gnädig.

27.12.643993 23:31
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