Elfmeter
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Borussia Emsdetten tanzt Oberneuland mit 3:0 aus dem Stadion

Wenn 2.274 Zuschauer an einem Dienstagabend um 20:15 Uhr in die Ems-Arena pilgern, dann weiß man: Es liegt ein Hauch von Flutlichtromantik in der Luft - und ein bisschen Hoffnung auf gepflegten Verbandsliga-Fußball. Borussia Emsdetten enttäuschte diese Erwartungen beim 9. Spieltag der Verbandsliga J keineswegs. Mit einem souveränen 3:0 über den FC Oberneuland schickte die Mannschaft von Trainer Nico Wolf ihre Gäste auf die lange Rückfahrt gen Norden - ohne Punkte, ohne Tore, aber mit reichlich Gesprächsstoff.

Die Borussia begann, als hätte jemand das defensive Etikett auf Wolfs Taktiktafel falsch herum aufgeklebt. 18 Torschüsse, 59 Prozent Ballbesitz, und ein Gegner, der nach zehn Minuten wahrscheinlich schon wusste, dass das hier ein langer Abend wird. Bereits in der Anfangsphase prüfte der junge Davib Elliot (9.) den Gästetorwart Hübner mit einem satten Schuss, Vicente Jorge legte Sekunden später nach. Doch die erste große Erlösung kam in der 39. Minute - und ausgerechnet von einem Innenverteidiger.

Vincent Arnaud, 19 Jahre jung und sonst eher zuständig für das Wegköpfen gegnerischer Flanken, stieg nach einer Ecke von Florian Wiese am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. "Ich wollte eigentlich nur stören", grinste Arnaud nach dem Spiel, "aber dann dachte ich, wenn ich schon mal da bin..." Sein Trainer Wolf kommentierte trocken: "Wenn meine Innenverteidiger öfter treffen als meine Stürmer, muss ich wohl das Training überdenken."

Zur Halbzeit stand es verdient 1:0 - und Oberneuland konnte von Glück reden, dass es nicht höher war. Die Gäste schafften es kaum aus der eigenen Hälfte, und ihre zwei kümmerlichen Torschüsse im ganzen Spiel lasen sich in der Statistik eher wie Tippfehler.

Nach dem Wechsel änderte sich wenig. Emsdetten kombinierte weiter munter, während der FC Oberneuland wie ein Auto im zweiten Gang über die Autobahn kroch. In der 63. Minute folgte der nächste Streich: Ricardo Quintana, der flinke Rechtsaußen mit der jugendlichen Unbekümmertheit eines Straßenfußballers, jagte den Ball nach feinem Zuspiel von Elliot ins lange Eck. 2:0 - und ein Tor, das man in Emsdetten wohl noch eine Weile in der Vereinsgaststätte nacherzählen wird.

Quintana sagte später lachend: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du jung bist, denkst du nicht viel nach - das hilft manchmal."

Oberneuland versuchte es kurzzeitig mit etwas mehr Mut, aber auch das blieb eher symbolisch. Trainer Nico Wolf verzichtete auf hektische Wechsel und ließ seine Jungs weiter zaubern. Und als in der 79. Minute Florian Wiese über links marschierte, seine zweite Torvorlage des Abends servierte und Vicente Jorge zum 3:0 einschob, war die Messe gelesen. Jorge jubelte mit ausgestreckten Armen zur Kurve, während Wolf an der Seitenlinie lächelte - ein seltenes Bild. "Vicente hat heute endlich mal das gemacht, was er im Training ständig versucht - nur diesmal mit Erfolg", sagte der Coach augenzwinkernd.

Die letzten Minuten wurden dann doch noch hitzig: Damiano Paola sammelte erst Gelb (61.) und dann in der 89. Minute die Ampelkarte ein - ein Souvenir für sein beherztes Zweikampfverhalten. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", meinte der 19-Jährige, ehe er unter Applaus vom Platz trottete. Xabi Panero sah ebenfalls Gelb (86.), doch das änderte nichts mehr am Ergebnis.

Oberneuland-Coach, der namentlich im Spielbericht nicht aufgeführt war, soll in der Kabine leise geflucht haben: "Wir standen im Schatten der Flutlichter - und der war heute schwarz-gelb."

Statistisch war alles klar: 18:2 Torschüsse, 58,7 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von fast 58 Prozent. Borussia Emsdetten war in allen Belangen überlegen - und das mit einer Mannschaft, deren Durchschnittsalter kaum über 20 lag.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans ihr Team, während Vincent Arnaud beim Abklatschen mit den Ultras fast schüchtern wirkte. "Das war heute ein schöner Abend", sagte Trainer Wolf, "aber das nächste Spiel wird wieder bei null angepfiffen - leider."

Vielleicht. Aber wer Emsdetten an diesem Abend sah, der wusste: Diese junge Truppe spielt nicht wie ein Verbandsligist, der sich nur retten will. Sie spielt, als wolle sie die ganze Liga aus den Angeln heben. Und wenn die Defensive weiterhin trifft und die Offensive weiter tanzt, dann wird man in dieser Saison noch öfter über die Borussia schreiben müssen - und das sehr gern.

12.02.643994 03:00
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