Notbremse
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Borussia Emsdetten tanzt Gechingen schwindelig - 3:0 und ein Abend voller Spielfreude

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob die Gäste vielleicht lieber hätten daheim bleiben sollen. 2651 Zuschauer im Emsdettener Stadion sahen am Sonntagabend eine Borussia, die den Gegner aus Gechingen nach allen Regeln der Fußballkunst auseinandernahm - und das mit einem Ballbesitz von fast 65 Prozent, 16 Torschüssen und einer Leichtigkeit, die fast schon unverschämt wirkte. Am Ende stand ein klares 3:0 (1:0), das sogar noch höher hätte ausfallen können.

"Wir wollten einfach Spaß haben - und das hat man, glaube ich, gesehen", grinste Doppel-Torschütze Janis Walther, 19 Jahre jung, mit roten Wangen und noch ein paar Grashalmen im Haar. Spaß hatten vor allem die Zuschauer, weniger allerdings die Gechinger Hintermannschaft, die über 90 Minuten kaum wusste, wo vorne und hinten ist.

Schon in der 18. Minute eröffnete Walther den Torreigen, nachdem Heinz Reinhardt, der 29-jährige Taktgeber im Mittelfeld, ihm den Ball punktgenau in den Lauf gelegt hatte. Walther zog von links nach innen und versenkte den Ball trocken ins lange Eck - ein Treffer, so präzise, dass selbst die Eckfahne kurz applaudiert haben dürfte.

Von Gechingen kam in der gesamten ersten Halbzeit: nichts. Kein einziger Torschuss, kein gefährlicher Konter, nicht einmal eine Ecke. Der Torwart Johann Block war mehr mit dem Aufrichten seiner Mauer beschäftigt als mit dem Halten von Bällen. Trainer Nico Wolf, der Emsdettener Coach, schmunzelte nach dem Spiel: "Ich habe irgendwann gefragt, ob das Tor von Frideborg Abramson überhaupt noch steht - so selten wurde es gebraucht."

Kurz nach der Pause versuchte Gechingen, ein wenig mutiger aufzutreten. Doch dieser Mut hielt ungefähr so lange wie ein Schaumkuss in der Sonne. In der 60. Minute war es wieder Walther, der nach schöner Vorarbeit des flinken Aad Van Cortlandt zum 2:0 einschoss. Der Ball zappelte noch im Netz, da klatschten sich die Emsdettener Spieler schon grinsend ab, während Gechingens Abwehrchef Heinrich Brenner frustriert den Rasen musterte, als hoffe er, dort ein Loch zu finden, in dem er verschwinden könnte.

"Wir waren in allen Belangen überlegen", bilanzierte Wolf nüchtern. "64 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - das spricht für sich. Nur das Ergebnis ist fast zu niedrig." Tatsächlich hätte es zwischenzeitlich auch 5:0 oder 6:0 stehen können, so oft kombinierten sich die Borussen durch die gegnerischen Reihen.

Der Schlusspunkt kam in der 80. Minute - und er kam von hinten. Innenverteidiger Jon Hästad, normalerweise mehr für das Grobe zuständig, stand nach einer Ecke goldrichtig und köpfte zum 3:0 ein. "Ich dachte zuerst, der Ball wäre zu hoch", lachte der 19-Jährige später, "aber dann hab ich einfach die Augen zugemacht - und plötzlich war er drin." Ein Satz, der sinnbildlich für Gechingens Abend stand: Augen zu und hoffen, dass es bald vorbei ist.

Die letzten zehn Minuten waren dann ein Schaulaufen. Emsdetten spielte den Ball hin und her, als befände man sich im Trainingsspiel. Gechingens Meik Born und Günter Riedel holten sich frustriert noch Gelbe Karten ab - wohl aus purer Langeweile. "Wir wollten wenigstens ein Zeichen setzen", murmelte Born später, "leider war’s das falsche."

Spätestens als Trainer Wolf in der 63. Minute den jungen Thomas Meister und Avi Hanegbi einwechselte, war klar: Hier will jeder noch ein bisschen Spaß haben. Die beiden brachten frischen Wind, auch wenn keine weiteren Treffer mehr fielen. Emsdetten blieb bis zum Abpfiff konzentriert, presste am Ende sogar noch, als wäre das Spiel noch offen - ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft Hunger hat.

Gechingens Trainer, der wortkarg den Kabinentrakt verließ, fasste das Geschehen knapp zusammen: "Wenn du keinen Torschuss hast, kannst du auch kein Tor machen." Ein Satz, der so banal wie wahr ist - und an diesem Abend bittere Realität für seine Elf.

So bleibt festzuhalten: Borussia Emsdetten hat mit jugendlicher Spielfreude, taktischer Disziplin und einer Prise Übermut einen Gegner überrollt, der eigentlich nie wirklich angekommen war. Ein Spiel, das Trainer Wolf wohl mit einem zufriedenen Pfeifen im Flur des Vereinsheims beendet hat - und Gechingen mit der Erkenntnis, dass es manchmal besser ist, wenn der Schiedsrichter früh abpfeift.

Oder, wie Janis Walther beim Rausgehen lachend meinte: "Heute hätten wir auch mit verbundenen Augen gewonnen." Ein Satz, der wohl nicht ganz ernst gemeint war - aber verdammt nah an der Wahrheit lag.

21.05.643993 23:45
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Schweden sind keine Holländer - das hat man ganz genau gesehen.
Franz Beckenbauer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager