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Borussia Emsdetten spielt Brambauer schwindelig - 5:0 und ein Abend zum Genießen

Wenn ein Spiel schon nach einer Viertelstunde das Gefühl vermittelt, dass nur eine Mannschaft Fußball spielt, dann war es wohl dieser Freitagabend in Emsdetten. Borussia Emsdetten zerlegte den BV Brambauer mit 5:0 (2:0) und ließ 2473 Zuschauer gleichermaßen begeistert wie ungläubig zurück. "Ich wusste gar nicht, dass wir so gut aussehen können, wenn wir den Ball einfach laufen lassen", lachte Trainer Nico Wolf nach dem Schlusspfiff - und das war keine Koketterie.

Von Beginn an spielte sich Borussia in einen Rausch, der so gar nicht zur taktischen Grundordnung "defensiv-ausgewogen" passen wollte. Schon nach wenigen Minuten prasselten die Angriffe auf das Tor von Brambauers Keeper Volker Herrmann, der in dieser Partie mehr Kontakt mit dem Ball hatte als seine Vorderleute zusammen - leider meist mit den Händen. Insgesamt 23 Torschüsse zählte die Statistik für Emsdetten, während Brambauer zweimal halbherzig von der Strafraumkante anklopfte.

Das 1:0 fiel in der 16. Minute, als Heinz Reinhardt - der Denker und Lenker im Mittelfeld - einen Doppelpass mit dem jungen Detlev Hase spielte und den Ball trocken ins linke Eck setzte. "Ich dachte mir: Wenn keiner schießt, mach ich’s halt selbst", grinste Reinhardt später. Zehn Minuten später folgte das 2:0: Der 17-jährige Hugo Montanes, Emsdettens aufgedrehter Rechtsaußen, zirkelte die Kugel nach einer Ecke von Bernd Ebert ins Netz. Ein Treffer, der so präzise war, dass selbst der Linienrichter kurz den Kopf schüttelte, wohl um sicherzugehen, dass er das richtig gesehen hatte.

Zur Pause war Brambauer mehr damit beschäftigt, sich gegenseitig Mut zuzusprechen als den Rückstand zu analysieren. "Wir wollten nach vorne spielen", sagte ihr Trainer (dessen Name in den Unterlagen erstaunlicherweise fehlte) hinterher, "aber irgendwann haben wir den Ball einfach nicht mehr gefunden." Die Statistik gibt ihm recht: 39 Prozent Ballbesitz, 41 Prozent gewonnene Zweikämpfe - das klingt nicht nach Landesliga-Spitzenspiel, sondern nach einem sehr langen Trainingsspiel gegen Hütchen.

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, klingelte es wieder: Joseba Corona, 18 Jahre jung und offenbar unbeeindruckt von allem außer dem Tornetz, schloss nach Vorarbeit von Hase zum 3:0 ab (46.). Da war der Widerstand endgültig gebrochen. Nur sieben Minuten später war es erneut Reinhardt, der nach einer Hereingabe von Montanes zum 4:0 traf - ein Musterbeispiel an Übersicht und Schusstechnik.

In der 67. Minute durfte dann auch Joker Thomas Meister jubeln, der kurz zuvor eingewechselt worden war. Eine Szene, die zeigte, dass auch der zweite Anzug perfekt saß. "Ich war gerade erst drauf, da dachte ich: Wenn schon, denn schon", erzählte Meister und grinste, während er sich noch die Stutzen zurechtrückte.

Brambauer versuchte es zwischendurch mit kleinen Nadelstichen - einmal schoss Florian Petersen in der 39. Minute, einmal Finn Geier in der 65. Minute. Beide Male landete der Ball sicher in den Armen des jungen Emsdettener Keepers Frideborg Abramson, der an diesem Abend mehr Zuschauer war als Spieler.

Dass es bei dieser Dominanz nur zwei Gelbe Karten für die Borussia gab (eine für Niklas Herzog nach einem eher liebevollen Rempler) zeigt, wie kontrolliert und konzentriert das Team agierte. Bei Brambauer dagegen machte sich der Frust breit: Tomas Wolff sah früh Gelb, Nils Hase später ebenso - bezeichnenderweise, nachdem er wieder einmal einem Emsdettener nur hinterherlaufen konnte.

Trainer Nico Wolf lobte nach dem Spiel die Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und taktischer Disziplin: "Die Jungs haben verstanden, dass man auch mit 19 schon wie Profis spielen kann - und vielleicht ein bisschen schöner." Als er das sagte, grinste er Richtung Montanes, der mit einem Becher Kakao in der Hand auf der Bank saß und aussah, als könne er gleich wieder loslegen.

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen - und das völlig zu Recht. Ein 5:0, 60 Prozent Ballbesitz, fast doppelt so viele gewonnene Zweikämpfe, und dazu ein Feuerwerk an Spielfreude: Borussia Emsdetten hat an diesem Abend gezeigt, dass man in der Landesliga auch Fußball zelebrieren kann.

Ob Brambauer sich von diesem Schlag schnell erholt, bleibt abzuwarten. Einer der Gästespieler murmelte beim Abgang Richtung Kabine: "Immerhin ist keiner verletzt." Manchmal ist das schon ein kleiner Sieg.

Und Emsdetten? Die feiern noch ein bisschen - vielleicht bis zum nächsten Spieltag. Schließlich weiß man nie, wann man das nächste Mal so schön 5:0 gewinnt.

15.10.643990 19:29
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