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Borussia Emsdetten siegt eiskalt in Althengstett - 3:0 und kein Zittern

Manchmal erzählt ein Fußballspiel mehr über Psychologie als über Technik. Am Mittwochabend, unter Flutlicht und vor 2012 Zuschauern im Althengstetter Stadion, zeigte Borussia Emsdetten, wie man mit Geduld, Präzision und erstaunlicher Coolness ein Spiel kontrolliert: 3:0 hieß es am Ende für die Gäste aus dem Münsterland, und das Ergebnis war so klar wie verdient.

Schon früh zeichnete sich ab, dass Althengstett einen langen Abend vor sich haben würde. In der zehnten Minute kombinierten sich die Emsdettener über rechts, der 17-jährige Georgi Hubtschew schickte mit einem Pass aus dem Lehrbuch Heinz Reinhardt in den Strafraum - und der 29-Jährige schob trocken ein. 0:1, und die Heimfans rieben sich die Augen: So einfach darf Fußball doch nicht sein. "Ich dachte, er will flanken", stöhnte Althengstetts Torwart Lukas Götz später, "aber der Ball war plötzlich schon hinter mir."

Emsdetten spielte danach, als hätten sie die Uhr erfunden. 58 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse - ein Wert, der im Vergleich zu Althengstetts mageren zwei Versuchen fast unverschämt wirkte. Die Gäste standen defensiv geordnet, offensiv diszipliniert, und selbst die wenigen gelben Karten für Detlev Hase (35.) und Aad Van Cortlandt (84.) wirkten eher wie kleine Schönheitsfehler in einem sonst blitzblanken Auftritt.

Die Gastgeber mühten sich, wirklich. Adam Robinson, der 33-jährige Sturmtank, sorgte in der 63. Minute für den ersten sehenswerten Abschluss seines Teams - ein Schuss, der immerhin so gefährlich war, dass Emsdettens junger Keeper Frideborg Abramson sich kurz die Handschuhe abklopfen musste. Kurt Merkel versuchte es später noch einmal aus der Drehung (76.), aber mehr als ein höflicher Applaus sprang nicht heraus. "Wir haben es versucht, aber wir hätten auch noch zwei Stunden spielen können", seufzte Kapitän Peter Neumann. "Die haben uns einfach den Ball nicht gelassen."

In der zweiten Halbzeit zog Emsdetten das Tempo dann an, als hätte jemand einen unsichtbaren Schalter betätigt. Trainer Nico Wolf wechselte in der 61. Minute gleich dreimal - und jeder Wechsel saß. Besonders Mirko Dembinski, der für Detlev Hase gekommen war, machte sofort auf sich aufmerksam: In der 69. Minute kombinierte er sich mit, na klar, Georgi Hubtschew durch die Mitte und vollendete zum 0:2. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Dembinski später, "aber dann dachte ich: Warum nicht mal aufs Tor?"

Zwei Minuten später setzte Ignati Warlamow den Schlusspunkt. Nach feinem Zuspiel von Andrea Mottafollone fasste sich der 18-jährige Linksverteidiger ein Herz, zog aus 20 Metern ab - und der Ball zappelte im Netz. 0:3, und Althengstett wusste endgültig nicht mehr, wie ihm geschah. "Da war einfach der Stecker gezogen", kommentierte ein Zuschauer trocken von der Tribüne.

Während Emsdetten am Ende mit aktivem Pressing noch Lust auf ein viertes Tor zeigte, wirkte Althengstett zunehmend ratlos. Das Team von Trainer - dessen Name an diesem Abend lieber ungenannt bleiben soll - blieb seiner offensiven Ausrichtung zwar treu, aber was nützt ein Offensivkonzept, wenn der Gegner den Ball einfach nicht hergibt?

"Wir wollten mutig auftreten, aber Emsdetten war heute einfach cleverer", sagte der Coach nach dem Spiel. "In solchen Spielen lernt man Demut - und vielleicht auch, dass man nicht jeden Angriff mit der Brechstange führen muss."

Borussia-Trainer Nico Wolf hingegen blieb bescheiden: "Wir haben unsere Chancen genutzt und diszipliniert verteidigt. Die Jungs haben das richtig erwachsen gespielt." Erwachsen trifft es gut: So abgeklärt, präzise und kontrolliert hat man die jungen Emsdettener selten gesehen.

Ein kleines Detail am Rande: Georgi Hubtschew, der 17-jährige Rechtsverteidiger mit zwei Torvorlagen, wirkte nach Abpfiff fast schüchtern, als er in der Mixed Zone stand. "Ich habe einfach gespielt, wie der Trainer es wollte", sagte er. Sein Lächeln verriet, dass er genau wusste, was er da angerichtet hatte.

Am Ende bleibt ein verdienter Sieg für Borussia Emsdetten, die mit dieser Leistung ein Ausrufezeichen im Kampf um die oberen Tabellenplätze der Landesliga 19 setzen. Althengstett dagegen wird nachdenken müssen - über Effizienz, über defensive Ordnung und vielleicht auch über den Wert eines geduldigen Fußballabends.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn du nur zwei Mal aufs Tor schießt, darfst du dich über null Tore nicht wundern."

Ein Satz, der vermutlich auch in der Kabine gefallen ist - nur etwas lauter.

25.06.643993 14:38
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