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Borussia Emsdetten lässt Hassia Bingen keine Chance - jugendlicher Sturm fegt durchs Stadion

Ein kalter Freitagabend in Bingen, Flutlicht, 2149 Zuschauer und die Hoffnung auf einen Heimsieg - doch am Ende blieb den Fans der Hassia nur das Gefühl, dass ihre Jungs an diesem 14. Spieltag der Landesliga 19 von einem jugendlichen Wirbelwind aus Emsdetten einfach überrollt wurden. 0:3 heißt es am Ende, und ehrlich gesagt: Mit etwas Pech hätte es auch doppelt so hoch ausgehen können.

Borussia Emsdetten, eine Mannschaft, deren Altersdurchschnitt ungefähr dem eines guten Jahrgangs Abiturienten entspricht, zeigte von Beginn an, dass Fußball manchmal einfach ein Spiel der Energie ist. Schon in der 12. Minute klingelte es im Kasten der Gastgeber - der 17-jährige Rechtsaußen Hugo Montanes, kaum älter als die meisten Balljungen, schob nach Vorarbeit von Mirko Dembinski eiskalt ein. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht, einfach draufgehauen", grinste der Jungspund später, während sein Trainer Nico Wolf stolz daneben nickte.

Hassia Bingen wirkte da schon leicht überrascht. Der erste ernsthafte Torschuss durch Marwin Burkhardt kam in der 6. Minute, der zweite erst wieder nach der Pause - da liegt zwischenzeitlich in Emsdetten schon das zweite Tor in der Luft. "Wir wollten ruhig bleiben, den Ball laufen lassen", erklärte ein sichtlich gefasster Binger Kapitän Linus Fleischer nach der Partie, "aber der Ball wollte einfach nicht bei uns bleiben." Ein Blick auf die Statistik bestätigt das: 43 Prozent Ballbesitz für die Hassia, 57 für Emsdetten - und das bei 20:4 Torschüssen.

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter, wie es aufgehört hatte: Borussia Emsdetten spielte, Hassia Bingen lief hinterher. In der 56. Minute war es dann soweit - der junge Mittelstürmer Joseba Corona, 18 Jahre jung, traf nach schönem Zuspiel von Stilian Boschinow zum 0:2. Der Jubel? Jugendlich ungestüm. Corona rannte Richtung Eckfahne, rutschte auf den Knien, und seine Mitspieler stürmten hinterher - fast sah es aus, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen.

Sieben Minuten später machte Corona den Deckel drauf. Diesmal war es Linksverteidiger Niklas Herzog, der den Ball klug in den Strafraum chippte. Corona reagierte schneller als die gesamte Binger Hintermannschaft und versenkte das Leder trocken zum 0:3. Danach war die Luft raus - zumindest bei den Hausherren.

Der Rest des Spiels? Viel Kampf, wenig Klasse. Bingen sammelte noch zwei Gelbe Karten, Petar Rangelow (68.) und Stanimir Letschkow (85.) hielten wenigstens kämpferisch dagegen. Trainer Nico Wolf von Emsdetten nahm’s gelassen: "Wir wollten eigentlich defensiv stehen und auf Konter lauern, aber dann haben die Jungs einfach vergessen, defensiv zu spielen - zum Glück nach vorne."

Die Binger hingegen suchten nach Erklärungen. Einer der Betreuer murmelte, man habe "den jungen Wilden zu viel Platz gelassen". Trainerstatements wurden gemieden - die Mienen sagten genug. Ein Spieler der Hassia soll in der Kabine trocken gefragt haben: "Hat jemand Corona gesehen?" - Antwort aus der Ecke: "Ja, zwei Mal im Netz."

Taktisch blieb Hassia Bingen ihrer ausgewogenen Linie treu, während Emsdetten erstaunlich reif agierte - trotz defensiver Grundordnung spielten sie Ballbesitzfußball mit klarem Plan, kurzen Pässen, geduldigem Aufbau. Kein wildes Gebolze, sondern strukturierte Jugend mit Spaß am Spiel.

Als Schiedsrichterin das Spiel abpfiff, seufzte ein älterer Binger Fan auf der Tribüne: "Das war heute Lehrgeld." Und tatsächlich, Emsdetten bot eine Lehrstunde in Sachen Effizienz und Mut. Drei Tore, drei Vorlagen von drei verschiedenen Talenten - Montanes, Corona, Boschinow, Herzog - ein Quartett, das so frisch wirkt, als sei es geradewegs aus der A-Jugend durchmarschiert.

"Ich sag’s mal so: Die Jungs haben heute einfach Spaß gehabt", meinte Trainer Wolf mit einem Grinsen. Und während die Emsdettener Spieler noch lange nach Abpfiff auf dem Rasen Selfies machten, verließen die Binger enttäuscht, aber nicht hoffnungslos das Feld.

"Wir müssen wieder lernen, die einfachen Dinge richtig zu machen", fasste ein erschöpfter Marwin Burkhardt zusammen. Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Abends: Manchmal reicht jugendlicher Übermut, um Routine alt aussehen zu lassen.

Ein Spiel, das zeigt, dass Fußball keine Frage des Alters ist - sondern des Mutes, einfach mal draufzuhalten. Und genau das tat Borussia Emsdetten - 20 Mal aufs Tor, 3 Mal erfolgreich. Hassia Bingen hingegen wird diesen Abend wohl noch eine Weile "nachspielen" - zumindest im Kopf.

Endstand: Hassia Bingen - Borussia Emsdetten 0:3 (0:1). Tore: Montanes (12.), Corona (56., 63.). Zuschauer: 2149. Ein klarer Sieg - und ein klares Statement: Die Jugend hat das Sagen.

07.11.643990 15:45
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Günter Netzer
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