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Borussia Emsdetten feiert Fußballfest - Hollfeld erlebt einen langen Abend

Es war einer dieser Abende, an denen in Emsdetten alles passte - vom Flutlicht über die Bratwurst bis hin zum Spielwitz der Borussia. Vor 2705 gut gelaunten Zuschauern fegte die Mannschaft von Trainer Nico Wolf am 17. Spieltag der Landesliga 19 den ASV Hollfeld mit 4:0 (2:0) vom Platz. Wer spät kam, verpasste zwar keine Tore, aber eine erste Halbzeit, in der Emsdetten Fußball spielte wie aus einem Guss - und Hollfeld zeitweise nur hinterherlief wie bei einem besonders anspruchsvollen Intervalltraining.

Schon die Statistik spricht Bände: 27 Torschüsse für die Borussia, gerade einmal fünf für den Gast. Der Ballbesitz von 58 Prozent wirkte fast wie eine Untertreibung, denn gefühlt war der Ball ständig an den Füßen der Hausherren. "Wir wollten heute zeigen, dass wir mehr können als hinten dichtmachen", sagte Trainer Wolf nach dem Spiel mit einem schelmischen Grinsen. "Ich glaube, das ist uns ganz ordentlich gelungen."

Das war es in der Tat. In der 41. Minute zündete der gerade 19-jährige Janis Walther den Turbo auf der linken Seite, nahm den Ball volley nach einer butterweichen Flanke von Stanislav Brezinsky und drosch ihn unter die Latte - 1:0. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Walther später, "und gehofft, dass er nicht im nächsten Stadtteil landet." Drei Minuten später legte sein Sturmpartner Thomas Lankford nach, diesmal war Walther der Vorlagengeber. Der 20-Jährige schob den Ball überlegt ins lange Eck - 2:0, und der Pausentee schmeckte doppelt so gut.

Während Hollfeld-Trainer (dessen Namen man an diesem Abend besser nicht zu laut erwähnte) draußen gestikulierend versuchte, seine Elf zu ordnen, rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Felix Beyer. Der Hollfelder Keeper war der einzige, der am Ende Mitleid verdiente. "Ich dachte irgendwann, ich stehe im Dauerfeuer", seufzte Beyer, der mit mehreren Glanzparaden Schlimmeres verhinderte.

Doch auch er konnte nach der Pause nicht mehr viel ausrichten. In der 51. Minute zirkelte Heinz Reinhardt, der erfahrene Mittelfeldlenker, den Ball nach Vorarbeit von Brezinsky trocken ins rechte Eck - 3:0. Das Spiel war entschieden, aber Emsdetten hatte noch nicht genug. Die Fans skandierten rhythmisch den Namen ihrer jungen Wilden, und die spielten, als gäbe es Punkte für Spielfreude.

In der 86. Minute setzte Walther den Schlusspunkt. Nach einem weiten Ball von Innenverteidiger Mark Winter nahm Walther das Leder mit der Brust an, ließ einen Gegenspieler ins Leere laufen und schob überlegt ein - 4:0. Das Stadion stand Kopf. "Der Junge spielt, als hätte er schon 100 Spiele auf dem Buckel", lobte Trainer Wolf seinen Nachwuchsstar.

Auf der anderen Seite stand Hollfeld ratlos in der Kälte. Kapitän Michel Cohen versuchte, Haltung zu bewahren: "Wir hatten uns was vorgenommen, aber Emsdetten war einfach überall einen Schritt schneller. Da kannst du nur gratulieren." Sein Trainer nickte still, vermutlich auf der Suche nach der passenden Ansprache für den nächsten Trainingstag - vielleicht etwas mit "Konterabsicherung" oder "Zweikampfverhalten".

Taktisch blieb Emsdetten über 90 Minuten offensiv eingestellt, ohne ins Harakiri zu verfallen. Das Passspiel war flüssig, die Bewegungen abgestimmt, das Pressing - nun ja, gar nicht nötig. Hollfeld versuchte zwar, selbst "offensiv" aufzutreten, doch das wirkte phasenweise so, als hätte jemand den falschen Schalter umgelegt.

Nach Abpfiff jubelten die Emsdettener ausgelassen, während auf der Tribüne schon die ersten Stimmen vom "besten Spiel der Saison" sprachen. "Das war ein Statement", meinte ein älterer Fan, "und wenn die so weitermachen, dann riecht’s hier nach Aufstieg."

Vielleicht war es übertrieben, aber an diesem Abend durfte geträumt werden. Vier Torschützenpunkte, Null Gegentore, zwei Youngster im Rampenlicht - Emsdetten hatte geliefert. Und irgendwo zwischen Kabinengang und Bierstand hörte man Torwart Martin Busch lächeln: "Ich hatte heute Abend so wenig zu tun, ich hätte fast Eintritt bezahlt."

Ein bisschen Selbstironie, viel Spielfreude und eine Prise jugendlicher Unbekümmertheit - das war Borussia Emsdetten an diesem Winterabend. Für Hollfeld dagegen bleibt die Erkenntnis: Manchmal ist der Gegner einfach eine Nummer zu groß. Und manchmal heißt diese Nummer eben 4:0.

10.12.643990 10:15
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